Bild: WDR/Frank Dicks

Zwei befreundete Langzeitarbeitslose aus Dortmund wollen endlich wieder einen Job. Als sich ihnen die Chance bietet, ihre Lieblingsschnitzelbude zu übernehmen, ist die Freude groß. Im Film „Schnitzel de Luxe“ müssen sie dafür jedoch eine schwierige Hürde nehmen.

So wie Günther und Wolfgang geht es vielen Langzeitarbeitslosen in Deutschland: Sie zeigen unermüdliches Engagement, absolvieren eine fragwürdige Fortbildung nach der anderen und sitzen regelmäßig im Jobcenter. Dort findet die Sachbearbeiterin trotz großer Bemühungen keine passende Stelle für sie.

Jobsuche als Herkulesaufgabe

Angesichts ihres fortgeschrittenen Alters erweist sich die Suche nach einem Arbeitsplatz als Herkulesaufgabe, weshalb die beiden Freunde aus Dortmund allmählich jede Hoffnung verlieren.

In dem Fernsehfilm, der am Mittwoch (9. Januar) um 20.15 Uhr im Ersten läuft, geben die beiden Darsteller ein herrlich schrulliges Team ab. Während Günther (Armin Rohde) mit seiner etwas forschen, flapsigen Art als Proletarier erkennbar ist, macht Wolfgang (Ludger Pistor) einen eher gutbürgerlichen Eindruck.

Schnitzelbude als letzte Chance

Die Langzeitarbeitslosen sind wegen der Jobsuche verzweifelt, wittern aber ausgerechnet in ihrer Stammschnitzelbude eine Chance. Dort erfahren sie, dass der Wirt in Rente gehen und seine Gaststätte abgeben will. Günther und Wolfgang sind sofort Feuer und Flamme, das Lokal zu übernehmen. Zuerst müssen sie jedoch 10.000 Euro anzahlen.

Wie sie dieses Geld auftreiben, zeigt Regisseur Micha Lewinsky in irrwitzigen Szenen. Denn die beiden Kumpel tun sich schwer: Günther und Wolfgang finden zwar in dem steinreichen Kunstsammler Rolf Sonne (Albrecht Ganskopf) einen potenziellen Kreditgeber. In ihrem Eifer lösen sie aber eine Abfolge von Ereignissen aus, die sie von ihrem Ziel immer weiter entfernen.

Vorschau von „Schnitzel Deluxe“

Schnitzel de Luxe“ ist eine amüsante Sozialkomödie. Mit klugen Pointen gelingt es dem Film, aktuelle Probleme anzusprechen, ohne sie zu überspitzen. Wie in vielen deutschen Fernsehproduktionen wirkt die Handlung zwar konstruiert, das recht kleine Ensemble macht die Schwachstellen aber mehr als wett.

Ihre Figuren sind allesamt einnehmend und auf ihre Art liebenswürdig. Selbst Multimillionär Rolf Sonne schafft es, die Sympathien der Zuschauer zu gewinnen, obwohl er gerne mit seinem Vermögen prahlt und weniger von Kunst versteht, als er vorgibt.

Von Eugen Zentner, dpa

Die „Schnitzel“-Serie

Das ulkige Ruhrpott-Gespann Günther und Wolfgang ist mittlerweile in der vierten Folge der „Schnitzel“-Reihe zu sehen.

Nach den Komödien „Ein Schnitzel für drei“ (2009) und dem Nachfolger „Schnitzel für alle“ (2013) wurde 2017 „Schnitzel geht immer“ ausgestrahlt.