Bild: Nic Bothma/epa

Auf der Welt sammelt sich immer mehr Plastik: In Flüssen, als Plastikinseln im Meer, oder als riesige Müllberge, die äußerst langsam verrotten. Jetzt wurde erstmals Mikroplastik in Stuhlproben von Menschen gefunden.

Mikroplastik sind kleinste Kunststoffpartikel, die in die Umwelt gelangen. Sie entstehen durch Zerkleinerung von Bauschutt, dem Abrieb von Autoreifen auf der Straße oder sind Bestandteile von Kosmetika. Aber auch die Verwitterung größerer Plastikteile trägt zur Entstehung des Mikroplastiks bei.

Mikroplastik im Essen

Bei einer Studie haben Forscher aus Österreich jetzt erstmals Mikroplastik in Stuhlproben von Menschen nachgewiesen. Das teilten die Medizinische Universität Wien und das österreichische Umweltbundesamt jetzt mit.

Auch das ist Mikroplastik: Ein Gesichtspeeling mit winzig-kleinen blauen Plastikperlen. Allein aus Kosmetik sowie Wasch- und Putzmittel gelangen einer Studie zufolge pro Jahr 977 Tonnen Mikroplastik ins Abwasser. Foto: Stefan Sauer/ZB/dpa

Die Probanden führten eine Woche lang ein Ernährungstagebuch und gaben dann eine Stuhlprobe ab. Alle hatten Lebensmittel gegessen, die in Plastik verpackt waren. Die meisten von ihnen aßen auch Fisch oder Meeresfrüchte.

Bisher kein Nachweis über eine Gesundheitsgefahr

Die Forscher fanden vor allem Polypropylen (PP) und Polyethylenterephthalat (PET) in den Stuhlproben. Weil die Gruppe der Studienteilnehmer sehr klein war, muss nun genauer untersucht werden, wie sich Mikroplastik auf den Menschen weiter auswirkt.

Laut Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz ist – nach gegenwärtigem Wissensstand – eine Gesundheitsgefährdung für den Menschen nicht zu erwarten. Zumindest nicht durch die Aufnahme von Mikroplastikpartikeln über Lebensmittel.

Tonnenweise Plastik in der Umwelt

Die kleinen Plastikteile können von Forschern schon seit längerem in unseren Gewässern nachgewiesen werden. Von dort aus gelangen sie dann in die Nahrungskette.

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Das Frauenhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik stellt Mitte des Jahres 2018 in einer Studie fest, dass in Deutschland rund 330.000 Tonnen primäres Mikroplastik im Jahr in die Umwelt gelangt.

Primäres Mikroplastik bezeichnet nur jene Plastikteilchen, die nicht erst durch den Zerfall größerer Plastikteile entstehen. Also jene Plastikteile, die bereits bevor sie im Müll landen, winzig klein sind. Dazu gehören zum Beispiel Partikel aus Gesichtspeelings oder kleine synthetische Fasern, die beim Waschen ins Wasser gelangen.

Wie viel Plastik allein in unseren Meeren herumschwimmt, zeigt das millionenfach geklickte Youtube-Video von „cheeseandjamsandwich“.

Mit dpa-Material