Bild: Julian Stratenschulte

„Unter welchen Bedingungen wurde mein Fleisch hergestellt?“ Diese Frage stellen sich viele Verbraucher, die verschiedenen Siegel sorgen dabei jedoch häufig für Verwirrung. Ein gemeinsames Tierwohl-Label soll jetzt Abhilfe schaffen.

Ob Vegetarier oder nicht – vielen Verbrauchern in Deutschland ist es wichtig, wie es den Tieren vor dem Schlachthof gegangen ist. Gerade das ist jedoch auf den ersten Blick gar nicht so leicht zu erkennen. Denn viele Hersteller haben unterschiedliche Logos, Qualitätssiegel und Kennzeichnungen.

Ein gemeinsames Tierwohl-Label der großen deutschen Lebensmittelhändler wie Aldi, Edeka und Rewe soll deshalb Abhilfe schaffen. Wer Rinder-, Schweinefleisch oder Geflügel kauft, soll die Haltungsbedingungen der Tiere künftig leichter erkennen.

Neues System mit vier verschiedenen Kategorien

Laut der Initiative Tierwohl (ITW) wollen die Unternehmen das Kennzeichnungssystem ab dem 1. April schrittweise einführen – angefangen bei verpackten Produkten. Ein Verpackungsaufdruck verrät dabei, unter welchen Bedingungen das Fleisch hergestellt wurde.

Wer künftig Geflügel im Supermarkt kauft, soll leichter erkennen, wie es dem Tier vor der Schlachtung gegangen ist. Foto: Andreas Gebert
Wer künftig Geflügel im Supermarkt kauft, soll leichter erkennen, wie es dem Tier vor der Schlachtung gegangen ist. Foto: Andreas Gebert

Das gemeinsame System besteht aus vier Stufen. Die erste Stufe „Stallhaltung“ entspricht dabei lediglich den gesetzlichen Anforderungen. „Stallhaltung plus“ bedeutet, dass die Tiere mehr Platz und zusätzliche Beschäftigung haben.

Wer Fleisch der Stufe 3 „Außenklima“ kauft, weiß, dass die Tiere noch mehr Platz und zudem Frischluftkontakt haben. Produkte der Stufe 4 „Premium“ garantieren, dass die Tiere vor der Schlachtung außerdem Auslaufmöglichkeiten im Freien hatten.

Diese Lebensmittelhändler ziehen mit

Mit dabei sind Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny und Rewe. In diesen Supermärkten und Discountern soll der Verpackungsaufdruck ab dem 1. April zu sehen sein. Eigene Kennzeichnungen wollen die Unternehmen bis dahin abschaffen. Die Supermarktkette Real will dagegen auf eine bundesweite gesetzliche Regelung warten.

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Es gibt aber auch Kritik an dem gemeinsamen Tierwohl-Label. Der Deutsche Tierschutzbund findet die Aktion zwar gut, aber nicht ausreichend. Weil der gesetzliche Standard aus Tierschutz-Sicht ungenügend wäre, sollten die Unternehmen stattdessen lieber Fleisch aus den Regalen nehmen, bei dem nur Mindeststandards eingehalten würden. Das teilte der Präsident Thomas Schröder der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ mit.