Bild: Daniel Karmann

Viele Jugendliche denken sich wohl nicht viel dabei, wenn sie auf Partys das erste Mal an einem Joint ziehen. Internationale Forscher haben nun in einer Studie jedoch herausgefunden, dass Kiffen schädlicher ist, als viele vermuten würden.

Zu dem Forscherteam gehören unter anderem auch Wissenschaftler aus Deutschland. Sie berichten, dass allein das Ausprobieren von Haschisch oder Marihuana reichen würde, um das Gehirn nachhaltig zu verändern.

Ihre Erkenntnisse haben sie in dem Fachblatt „Journal of Neuroscience“ veröffentlicht. Trotz neuer Studienergebnisse bleiben viele Fragen aber dennoch unbeantwortet.

Forscher haben 46 Hirnscans untersucht

Die Wissenschaftler haben Hirnscans von 46 Jugendlichen analysiert. Alle Probanden waren 14 Jahre alt. Sie berichteten, sie hätten nach eigenen Angaben nur ein- oder zweimal Cannabis konsumiert. Ansonsten hätten sie sich von Drogen ferngehalten.

Die Forscher untersuchten speziell die Auswirkungen der Hirnregionen, die mit bestimmten Rezeptoren Cannabis binden. Die Studie zeigt, dass bei den Testpersonen mit Cannabis-Konsum das Volumen der sogenannten Grauen Substanz in Hirnregionen höher war, als bei denen, die noch nie gekifft haben.

Die Graue Substanz sei ein Teil des Großhirns, der hauptsächlich Nervenzellen enthält, wie unter anderem auch Spiegel Online berichtet.

Die Region zur Entstehung von Angst sei betroffen

„Schon ein oder zwei Joints scheinen in den jungen Heranwachsenden das Volumen der Grauen Substanz zu ändern“, schlussfolgerte Studienleiter Hugh Garavan von der US-amerikanischen Universität Vermont.

Konkret sei die Hirnregion Amygdala betroffen, die bei der Entstehung von Angst und anderen Emotionen beteiligt ist sowie der Hippocampus, der für das Gedächtnis und das räumliche Denken wichtig ist.

Das Problem an dieser Studie ist, dass noch viele wichtige Erkenntnisse fehlen. Klar ist, dass schon der erste oder zweite Joint für eine vergrößerte Graue Substanz in unserem Gehirn sorgt. Unklar ist jedoch, warum die Graue Substanz entsteht und auch, welche Auswirkungen sie hat.

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Die Aussagekraft der Studie ist zudem begrenzt, weil nur 46 Probanden untersucht wurden. Außerdem können die Forscher nicht feststellen, ob die Jugendlichen vielleicht doch mehr Joints geraucht haben, als sie angaben. Für genauere Erkenntnisse, müssen noch weitere Tests abgewartet werden.