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Die Gurke in Plastik geschweißt, die Bananen in Plastik getütet, und jeden Tag ein neuer Coffee-to-go Becher. Dazu noch eine kleine 0,5 Liter Flasche Wasser – und am Ende landet alles in der Tonne. Gegen diesen unnötigen Plastikmüll will das Bundesministerium für Umwelt mit einem Fünf-Punkte-Plan etwas unternehmen.

Der Fokus liegt bei der aktuell geplanten Maßnahme auf den Plastikflaschen. Aber auch andere Plastikverpackungen bewertet das Ministerium als überflüssig und vermeidbar. Ziel des Plans ist es, dass nicht mehr so viel wegeworfen wird. Denn unsere Meere sind schon jetzt voller Plastikmüll.

Gerade bei Einweg-Flaschen liegt eine einfache wie praktikable Lösung geradezu auf der Hand: Wasserspender in den Innenstädten. Und die, so will es das Ministerium, sollen bald flächendeckend aufgebaut werden.

Plastikmüll: Vieles ist unnötig

„In den Städten soll es überall gut erreichbar Nachfüllstationen für Wasserflaschen geben“, heißt es in dem Fünf-Punkte-Plan des Ministeriums. Ministerin Svenja Schulze will so das Problem des unnötigen Plastikmülls neu angehen.

Muss eine lose Banane in eine Plastiktüte? Foto: Marcel Kusch/dpa

Wie auch schon kostenlose Plastiktüten weitestgehend aus dem Handel verschwanden, möchte die Ministerin nun auch unnötige Verpackungen aus den Regalen verbannen. Der Plan: Der Handel muss sich selbst verpflichten, überflüssige Verpackungen zu vermeiden.

In dem Fünf-Punkte-Plan heißt es dazu, dass zwar jeder durch das eigene Konsumverhalten dazu beitragen könne überflüssige Verpackungen zu vermeiden. Es sei aber manchmal auch schwer, sich dagegen zu wehren. Daher soll ein Bündnis mit Herstellern und dem Handel gegen Verpackungsmüll her.

Das sieht der Fünf-Punkte-Plan vor:

Überflüssiges vermeiden

Das Ministerium will das Trinken von Leitungswasser fördern – vor allem im öffentlichen Raum. Dazu soll es besagte Wasserspender geben. Denn: Die Qualität des Leitungswassers in Deutschland unterliegt strengen Kontrollen, so das Ministerium. Man kann es bedenkenlos trinken.

Außerdem will man den Handel in die Pflicht nehmen, damit Waren, die unnötig verpackt sind, gar nicht erst in den Regalen landen. Einweg-Plastikartikel sollen bald sogar europaweit verboten sein. Dazu gehören Strohhalme, Wattestäbchen oder Plastikteller. Und: Hersteller von Verpackungen und Einweg-Produkten, die viele häufig achtlos wegwerfen, sollen für die Kosten der Müllbeseitigung aufkommen.

Verpackungen sollen umweltfreundlicher werden

In manchen Bereichen macht es Sinn auf Plastik zu setzen. Bei Medizinprodukten zum Beispiel, also Spritzen, Einweghandschuhen oder Kanülen. In anderen Bereichen können Verpackungen aber ohne größere Nachteile durch umweltfreundlichere Alternativen ersetzt werden.

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Eine recycelbare Verpackung soll demnächst also Vergünstigungen bei Lizenzentgelten erhalten. Hersteller die ihre Produkte ressourcensparend designen, werden zudem belohnt. Um das zu kontrollieren, gibt es ab 2019 ein Verpackungsregister.

Es soll mehr recycelt werden

Auch hier gilt wieder: Verpackungen, die sich besser recyceln lassen, will man mit niedrigeren Lizenzentgelten belohnen. Damit will das Ministerium die Recyclingquoten steigern.

Plastik- und Bioabfälle gehören nicht zusammen

Bioabfälle können am besten kompostiert werden, wenn sich kein Kunststoff zwischen dem alten Kaffeeprütt und der Bananenschale wiederfindet. Verbraucher sollen daher nochmal eingehend informiert werden, wie sie ihren Müll richtig trennen. Denn die Plastikartikel enden am Schluss im Wasser.

Vermüllung der Meere den Kampf ansagen

Eine drängende Aufgabe ist laut des Ministeriums für Umwelt, das Problem des Plastikmülls in den Meeren zu lösen. Deshalb müsse man in in diesem Punkt international denken und handeln.

Vor allem über die Flüsse gelange eine Menge Plastikmüll in die Meere. So sollen zum Beispiel Staaten, durch die Flüsse fließen, in denen sich besonders viel Plastik sammelt, bei einer umweltfreundlichen Entsorgung unterstützt werden.