Sie sind gesund, aber nicht ungefährlich: Grapefruit, Pomelo und Pampelmuse beeinflussen die Wirkung der Pille und anderen Medikamenten – und können aus einer normalen Tablette eine tödliche Überdosis machen.

Ein Glas Grapefruit-Saft am Morgen für einen vitaminreichen Start in den Tag: Das hört sich gut an, kann aber mit der Pille oder anderen Medikamenten ganz schnell gefährlich werden.

Denn was kaum bekannt ist: Nicht nur Medikamente können sich untereinander beeinflussen. Auch manche Lebensmittel können zu erheblichen Wechselwirkungen führen.

Pille kann durch Grapefruit verstärkt werden

Dazu gehören auch Grapefruits, Pampelmusen und Pomelos. Für Frauen sind die Früchte insbesondere in Verbindung mit der Pille gefährlich. Schuld daran ist der enthaltene Stoff Naringin. Er verleiht den Früchten ihren bitteren Geschmack – und kann die Wirkung von Medikamenten um bis zu 70 Prozent erhöhen.

Denn Naringin wird im Körper zu Naringenin und hemmt Enzyme, die eigentlich dabei helfen, Arzneimittel im Darm abzubauen. Die Folge: Medikamente bleiben länger als vorgesehen im Körper.

Im Fall der Pille bedeutet das zum Beispiel eine stark erhöhte Thrombose-Gefahr, denn der Wirkstoff Estradiol kann nicht abgebaut werden.

Laut der Pharmazeutischen Zeitung sollten Patienten deshalb jegliche Grapefruit-Produkte meiden – und zwar vollständig und nicht nur wenige Stunden nach der Einnahme. Denn der Effekt der Grapefruit könne sogar mehrere Tage anhalten.

Sie ist ein Mix aus Pampelmuse und Grapefruit: Auch die Pomelo-Frucht kann gefährliche Wechselwirkungen hervorrufen. Foto: dpaSie ist ein Mix aus Pampelmuse und Grapefruit: Auch die Pomelo-Frucht kann gefährliche Wechselwirkungen hervorrufen. Foto: dpa
Sie ist ein Mix aus Pampelmuse und Grapefruit: Auch die Pomelo-Frucht kann gefährliche Wechselwirkungen hervorrufen. Foto: dpa

Diese Medikamente sind auch betroffen

Aber nicht nur die Wirkung der Pille wird von Grapefruits beeinflusst. Die Liste der betroffenen Medikamente ist lang: Kanadische Wissenschaftler haben mittlerweile 50 Wirkstoffe gefunden, die sich nicht mit der Grapefruit und ihren Verwandten vertragen.

Ob die Früchte die Wirkung dabei verstärken oder abschwächen ist laut dem Gesundheitsportal Onmeda.de unterschiedlich. So oder so kann das jedoch schädlich sein: Denn ein zu rasch abgebautes Medikament wirkt eventuell nicht richtig. Bleibt der Wirkstoff zu lange im Körper, sind gefährliche Überdosierungen möglich.

Vorsicht ist also auch bei Herz-, Asthma- und Krebsmedikamenten sowie bei Cholesterinsenkern, Antidepressiva, Beruhigungsmitteln und Antiallergika geboten. Nicht immer steht das jedoch in der Packungsbeilage. Patienten sollten deshalb mit ihrem Arzt sprechen, bevor sie Grapefruits und Medikamente mixen.

Wegen Grapefruit-Diät: Amerikanerin verlor fast ihr Bein

Laut Focus hat der Mix aus Grapefruit und Pille eine Amerikanerin fast das Bein gekostet. Im Rahmen einer Crash-Diät aß die Frau täglich Grapefruits und nahm gleichzeitig die Pille. Im Laufe einer längeren Autofahrt bildete sich dadurch ein großes Blutgerinnsel im Bein der Frau.

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Mit Schwindel und einem violett verfärbten Bein kam die Frau ins Krankenhaus. Die Ärzte konnten ihr Bein gerade noch rechtzeitig retten. Durch die Grapefruit war die Konzentration der Pille so stark erhöht, dass eine Thrombose entstanden ist.