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Für Fluggäste wird es am Dienstag (15. Januar) am Frankfurter Flughafen ungemütlich. Die Gewerkschaft dbb hat die Beschäftigten zu einem Warnstreik aufgerufen. Von 2 Uhr bis 20 Uhr wird die Arbeit am Flughafen niedergelegt.
Update, Dienstag (15. Januar), 9 Uhr: Der Warnstreik von Sicherheitspersonal an acht Flughäfen außerhalb von Nordrhein-Westfalen wirkt sich auch auf den Flugbetrieb an den Airports Köln/Bonn und Düsseldorf aus. Am Flughafen Köln/Bonn seien am Dienstag zunächst jeweils zwölf Starts und Landungen von dem Ausstand betroffen, sagte eine Sprecherin am Morgen.
Ob es im Laufe des Tages zu weiteren Annullierungen kommen könne, konnte sie zunächst nicht sagen. Betroffen sind Strecken zu den bestreikten Flughäfen in Hamburg, Leipzig und Dresden.
Am Flughafen Düsseldorf fallen insgesamt 38 Verbindungen von und zu den Flughäfen in Frankfurt/Main (je 6 Starts und Landungen), München (je 3 Starts/Landungen), Leipzig/Halle (je 2 Starts/Landungen), Dresden (je 1 Start/Landung) und Hamburg (je 7 Starts/Landungen) aus, wie ein Sprecher des Airports sagte.
Erstmeldung, Montag (14. Januar), 22.33 Uhr: Es geht um den Tarifkonflikt beim Sicherheitspersonal an Flughäfen. „Die Arbeitgeber lassen uns mit ihrer Blockadehaltung leider keine andere Wahl“, kommentierte dbb Verhandlungsführer Volker Geyer die erneuten Arbeitsniederlegungen.

„Wir sind meilenweit von dem entfernt, was jetzt auf den Tisch muss“, kritisiert Geyer. Der dbb Vize schloss weitere Streiks nicht aus, sollte der BDLS an seiner „Verweigerungstaktik“ festhalten. „Wer tagein, tagaus Verantwortung für die Sicherheit von Millionen Fluggästen übernimmt, muss angemessen bezahlt werden“, so Geyer.

Zum Streik aufgerufen sind in Frankfurt:

  • Alle Beschäftigten der Unternehmen FraSec und I-SEC, die die Luftsicherheit in beiden Terminals des Airports ausführen
  • Insgesamt rund 3000 Personen
  • Bundesweit sind insgesamt etwa 23.000 Beschäftigte betroffen

Dies umfasst unter anderem Beschäftigte, die die Passagierkontrolle, Personal- und Warenkontrolle, Frachtkontrolle und Dokumentenkontrolle an den Flughäfen durchführen. Darüber hinaus sind auch Servicekräfte, beispielsweise Gepäckwagenmanagement betroffen.

Der nächste Verhandlungstermin zwischen dbb und BDLS ist für den 24. Januar (Donnerstag) vereinbart.

Warnstreik: Das ist der Hintergrund:

Der dbb hat im Jahr 2013 einen bundesweit geltenden Manteltarifvertrag abgeschlossen. In diesem sind unter anderem Regelungen zu Arbeitszeit, Urlaub, Entgeltfortzahlung, Jahressonderzahlung und Prämienleistungen enthalten.

Weitere Infos zum Thema Streik:

Diesen Vertrag hat hat der dbb zum Jahresende 2018 gekündigt. Nun wird neu verhandelt. Der dbb setzt sich für einen bundesweit geltenden Entgelttarifvertrag, verbesserte Mantelregelungen sowie eine Neuregelung des Entgeltrahmens ein.

Die Gewerkschaft fordert:

  • 19,50 Euro Stundenentgelt
  • Service: 12,60 Euro Stundenentgelt
  • Je eine weitere Entgeltstufe nach Betriebszugehörigkeit 10/25 Jahre
  • 12 Monate Laufzeit
  • Überstunden- / Mehrarbeitszuschlag: 30 Prozent
  • Zahlung des Überstunden- / Mehrarbeitszuschlags ab Überschreiten der Regelarbeitszeit nach Arbeitsvertrag
  • Zuschlag für Sonntagsarbeit: 50 Prozent
  • Zuschlag für Feiertagsarbeit: 125 Prozent
  • Oster- und Pfingstsonntag gelten zusätzlich als Feiertage
  • Nachtarbeitszuschlag: 25 Prozent

Düsseldorfer Flughafen von Streik betroffen

Wie die Rheinische Post berichtet, wurden am Flughafen in Düsseldorf insgesamt 38 Hin- oder Rückflüge von 550 Verbindungen abgesagt. Darunter alle Zubringerflüge von- oder Frankfurt.