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Im Ausländeramt in Bottrop wurde in der vergangenen Woche (17. Oktober) ein Mitarbeiter bedroht und angegriffen. Aufgrund des Vorfalls hatte die Stadt die Behörde vorläufig geschlossen. Am Mittwoch (24. Oktober) will man den Betrieb wieder aufnehmen – mit geänderten Öffnungszeiten.

Seit Donnerstagnachmittag (18. Oktober) ist das Ausländeramt an der Kirchhellener Straße in Bottrop geschlossen. Hintergrund der vorübergehenden Schließung ist ein Angriff auf einen Mitarbeiter am Mittwoch (17. Oktober).

Der Sachbearbeiter soll nach Informationen verschiedener Medien mit einem 42-jährigen Mann in Streit geraten sein. Geld soll der Auslöser für die Auseinandersetzung gewesen sein. Der Mann habe gedroht, mit einem Messer wiederzukommen. Außerdem soll er einen Mitarbeiter der Behörde gestoßen haben.

Mann behauptet, Drohung sei nicht ernst gemeint gewesen

Während der Mann das Ausländeramt verließ, alarmierten Mitarbeiter die Polizei in Bottrop. Der 42-Jährige wurde in seiner Wohnung festgenommen. Bei seiner Vernehmung auf der Wache behauptete er, seine Drohung sei nicht ernst gemeint gewesen.

Nach seiner Vernehmung wurde er entlassen. Doch die Polizei nimmt die Bedrohungen als weiteren Anlass für Ermittlungen.

Des Weiteren hat die Stadtverwaltung gegen den Mann Anzeige erstattet und ein Hausverbot verhängt. Angelegenheiten mit der Behörde kann er zwar erledigen, aber nur mit erhöhten Sicherheitsauflagen. Zu weiteren Details will sich die Verwaltung aufgrund des laufenden polizeilichen Ermittlungsverfahrens nicht äußern.

Stadt stellt klar: Mann ist kein Flüchtling

Die Stadt Bottrop stellt außerdem klar, dass es sich bei dem Mann nicht um einen Flüchtling handelt, sondern um einen in Bottrop Geborenen mit ausländischem Pass, der seit vielen Jahren in Deutschland lebt.

Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler stellte sich in der Sache uneingeschränkt hinter seine Mitarbeiter in der Behörde. „Ein tätlicher Angriff auf Beschäftige der Stadt Bottrop ist nicht akzeptabel“, so Tischler.

„Wer dies tut, hat mit Konsequenzen zu rechnen – unabhängig davon, welche Staatsangehörigkeit er hat. Die Stadt Bottrop hat in den vergangenen Jahren mehr als 2.000 Menschen aufgenommen, was ein Beispiel für friedliche Integration ist. Übergriffe in dieser Art, sind bei der Stadtverwaltung Bottrop unbekannt“, heißt es auf der Behördenseite.

Mitarbeiter haben Recht auf körperliche Unversehrtheit

Unterstützung erhalten die Beschäftigten auch vom Personalrat der Stadtverwaltung. Dessen Vorsitzender Lutz Küstner unterstrich „das Recht auf körperliche Unversehrtheit bei der Ausübung von Tätigkeiten als Beschäftigter der Stadt Bottrop„.

Bei den Überlegungen, welche Rahmenbedingungen in der Behörde geändert werden sollen, wolle der Personalrat konstruktiv mitarbeiten und Vorschläge unterbreiten, um eine schnellstmögliche Rückkehr zum Normalbetrieb zu unterstützen.

Die wichtigste Änderung solle jedoch sein, dass in den Dienststellen der Ausländerbehörde ein Sicherheitsdienst seine Tätigkeit aufnimmt, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Bottrop.

Das Ausländeramt will ihren Betrieb am Mittwoch (24. Oktober) wieder weitestgehend normalisieren. Die Öffnungszeiten für den allgemeinen Publikumsverkehr ändern sich jedoch: Montags, Mittwochs und Freitags ist das Amt in der Zeit von 8.30 bis 12.30 Uhr und Donnerstags von 14 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Für Berufstätige gibt es Termine nach vorheriger Vereinbarung.