Bild: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Ob geklaute Riesenräder, Plastikbäume oder ein Erotik-Weihnachtsmarkt – dieses Jahr scheint das Ruhrgebiet Kopf zu stehen. Der Weihnachts-Wahnsinn treibt immer kuriosere Blüten. Ganz vorne mit dabei – die Stadt Herne.

Die ersten Weihnachtsmärkte im Ruhrgebiet sind schon gestartet. In Dortmund ist es in der kommenden Woche soweit. Allerdings scheinen sich die Organisatoren in diesem Jahr unbedingt selbst überbieten zu wollen. Wir haben vier Beispiele für euch gesammelt.

Duisburg will den Weltrekord

Am Wochenende vom 30. November bis zum 2. Dezember findet im Landschaftspark Nord in Duisburg der Lichtermarkt statt. Neben spannenden Lichtskulpturen soll es auf diesem alternativen Weihnachtsmarkt auch Figuren aus Eis zu sehen geben.

Das absolute Highlight dabei ist eine riesig große Sonnenliege. Die soll sechs Meter lang und 3,60 Meter breit sein und damit einen neuen Weltrekord markieren. Das Problem: Es ist viel zu warm. Bis zu 10 Grad sollen es am Wochenende werden. Das könnte aus den riesigen Eis-Skulpturen große Pfützen machen.

Duisburg gegen Dortmund – der Weihnachtsstreit um’s Rad

Das Riesenrad ist ein Wahrzeichen des Duisburger Weihnachtsmarktes. Beziehungsweise es war ein Wahrzeichen. Denn am Montag (12. November) beschloss die Burkhard-Kleuser GmbH, die das Riesenrad betreibt, in diesem Jahr lieber nach Dortmund zu wechseln.

Und das, obwohl es wohl bestehende Verträge zwischen dem Weihnachtsmarktbetreiber „Duisburg Kontor“ und der Burkhard-Kleuser GmbH gibt. Das Riesenrad rückt an Stelle des Ponyreitens, das seit Jahren in der Kritik steht und jetzt die Konsequenzen gezogen hat.

Die Dortmunder freut es, die Duisburger sind sauer über die kurzfristige Absage.

Cranger Weihnachtszauber: Wer hat den Größten?

Die Cranger Kirmes ist weit über die Grenzen von Herne hinaus bekannt. Warum also nicht auch im Winter eine Kirmes veranstalten? Die Organisatoren haben ganz genau in die Nachbarstädte geschaut – und sich dann jede Menge Ärger aufgeladen.

Der Weihnachtsbaum auf Crange. Foto: Cranger Weihnachtsveranstaltungs GmbH und Co. KG
Der Weihnachtsbaum auf Crange. Foto: Cranger Weihnachtsveranstaltungs GmbH und Co. KG

Denn beim Cranger Weihnachtszauber nimmt es der Tannenbaum größentechnisch mit dem in Dortmund auf. Und auch der fliegende Weihnachtsmann aus Bochum hat den Hernern so gut gefallen, dass sie nun ebenfalls einen Santa Claus aufs Seil schicken.

Wie sich der Neuling unter den Weihnachtsmärkten behaupten wird? Ab dem 23. November wissen wir mehr.

Der Essener Plastik-Weihnachtsbaum

Die Essener setzen in diesem Jahr auf einen Plastik-Weihnachtsbaum. Nachdem im vergangenen Jahr über die Krüppel-Tanne gelästert wurde, kommen die Betreiber in diesem Jahr mit der Plastik-Lösung um die Ecke.

Dafür musste zwar kein Baum gefällt werden, schön ist aber anders. Immerhin – die Besucher können unter der Plastiktanne hindurchlaufen. Und der wohl größte Vorteil: Keine störenden Nadeln, die die Stadtreinigung nach dem Weihnachtsmarkt zusammenfegen muss.

Wanne-Eickel: Es wird erotisch

Und schon wieder Herne. Als ob der Cranger Weihnachtszauber nicht reichen würde, kommt vom 30. November bis zum 2. Dezember auch noch der erste erotische Adventsmarkt. Dort wird es unter anderem Dessous und Sex-Spielzeuge zu kaufen geben.

Auch diese Idee ist in Herne gut kopiert worden – auf der Reeperbahn in Hamburg gehört der erotische Weihnachtsmarkt schon seit Jahren zum weihnachtlichen Inventar.