Bild: Roland Weihrauch

Erst wenige Wochen ist es her, dass in Bottrop die letzte Zeche des Ruhrgebiets geschlossen wurde. Nun wirft ein Skandal negatives Licht auf die Zeit des Bergbaus. Bei Tests haben Forscher im Blut ehemaliger Kumpel den gesundheitsschädlichen Stoff PCB  entdeckt.

Mit dem kamen Bergarbeiter früher fast täglich in Kontakt. Denn er war in damals gängigem Hydraulik-Öl enthalten. Bis 1986 wurde das legal unter Tage eingesetzt. Heute weiß man: Polychlorierten Biphenylen (PCB) ist – zumindest nach Einstufung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) – krebserregend.

210 Bergarbeiter untersucht

Um zu klären, ob sich der Kontakt mit dem Öl negativ auf die Gesundheit der Bergarbeiter ausgewirkt hat, hat der Essener Bergbaukonzern RAG eine Studie zu dem Thema veranlasst. In deren Verlauf untersuchte ein Team des Instituts für Arbeits-, Sozial, und Umweltmedizin der Uniklinik der RWTH Aachen das Blut von 210 Arbeitern, die durch ihre Tätigkeit besonders oft in Kontakt mit PCB gekommen sind.

Und tatsächlich: Im Blut von 96 Bergleuten fanden die Wissenschaftler mehr PCB, als normal. „Der Wert liegt aber unter aktuell gültigen Richtwerten“, erklärt Thomas Kraus, der Leiter der Studie. Deshalb sei nicht von einer Gefahr für die Gesundheit der Bergarbeiter auszugehen.

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Bis zu 30.000 Bergleute betroffen

In der Zeit, in der diese fast täglich mit PCB in Kontakt waren, kann die Belastung des Bluts aber durchaus höher gewesen sein. Nun soll eine weitere Studie klären, wie sich das auf die Gesundheit der Kumpel ausgewirkt hat.

Diese Studie wird wohl weitaus größer ausfallen als die bisherigen Untersuchungen. Denn bis zu 30.000 ehemalige Bergleute könnten betroffen sein.