Bild: Change.org

Zwei Jahre waren der kleine Mohammed Issa (3) und seine Mutter Bedriye El Mehri aus Essen voneinander getrennt. An einem Flughafen im Libanon wurde dem Jungen nach einem Besuch bei der Familie plötzlich die Rückreise nach Deutschland verweigert. Jetzt gibt es aber ein Happy End.

Bedriye El Mehri hat zwei Jahre lang um die Rückkehr ihres Sohnes aus dem Libanon gekämpft. Im Dezember 2016 ist sie mit ihrem Mann Louay El-Merhi und Sohn Mohammed Issa zu der Trauerfeier ihrer Schwiegermutter in den Libanon geflogen.

Issas Aufenthaltsstatus war nicht geklärt

Als sie am 16. Januar 2017 wieder zurück nach Deutschland fliegen wollten, verweigerten die Sicherheitsbeamten am Flughafen ihrem Sohn die Ausreise.

„Das lag nach Auskunft des deutschen Beamten am Flughafen in Beirut an dem Aufenthaltsstatus meines Sohnes“, wie die Mutter auf der Kampagnenplattform change.org berichtet.

Am Flughafen wurde Issa von seiner Familie mit diesem Willkommensschild empfangen. Foto: Change.org
Am Flughafen wurde Issa von seiner Familie mit diesem Willkommensschild empfangen. Foto: Change.org

Dort hat die Mutter nach einem Jahr Trennung von ihrem Sohn eine Petition gestartet und mehr als 100.000 Unterstützer bekommen.

Issa musste im Libanon bleiben

Bedriye El Mehri hatte damals keine Wahl. Sie musste ihren damals einjährigen Sohn bei ihrer Schwägerin im Libanon zurücklassen.

Laut Auskunft des Beamten in Beirut hätte sie das Problem nur persönlich mit der Ausländerbehörde Duisburg klären können. Dort teilte man ihr mit, dass sie in Deutschland trotz fester Anstellung, die sie seit einigen Monaten hatte, nur geduldet werde.

Bedriye El Mehri kommt aus der Türkei und lebt seit mehr als 23 Jahren in Deutschland. Ihr Mann stammt aus dem Libanon.

Mit der Duldung konnte die Mutter nicht mehr reisen. Laut Angaben der Ausländerbehörde hätte sie auch schon nicht in den Libanon reisen dürfen. Die Duldung sei laut Angaben von Bedriye El Mehri auch dafür verantwortlich, dass ihr Sohn nicht mehr zurück nach Essen darf, wo die Familie wohnt.

Anwälte konnten nichts tun

Seitdem trennte die Familie mehr als 4000 Kilometer voneinander. Das Ehepaar setzte alle Hebel in Bewegung, um Issa zurückzuholen.

Die deutsche Botschaft lehnte zwei Anträge für eine Wiedereinreise des Sohnes ab. Auch die eingeschalteten Anwälte konnten nicht weiterhelfen.

„Wir können kaum das Geld für die Anwälte aufbringen und nun müssen wir auch noch die Familie meines Mannes im Libanon finanziell unterstützen, da sie sich um Issa kümmern“, schreibt die Mutter. Und weiter: „Wir möchten einfach nur unseren Sohn wieder zurück! Er wird uns bald nicht mehr wieder erkennen und das macht mich zutiefst traurig.“

Issa durfte nach zwei Jahren ausreisen

Nach zwei Jahren wendete sich das tragische Schicksal der Familie dann doch noch zum Guten. Der dreijährige Issa durfte endlich ausreisen.

Grund dafür war, dass nach langem Warten alle Behörden grünes Licht für die Ausreise Issas gegeben haben. Sigrid Beer (Grüne), die Vorsitzende des Petitionsausschusses NRW, habe sich sehr für die Familie eingesetzt. Eigentlich sollte Issa bereits Weihnachten wieder zu Hause sein, doch die deutsche Botschaft hatte bis dato noch kein Visum für Issa ausgestellt.

Community kontaktierte den Außenminister

Issas Mutter war fassungslos. Sie bat ihre Community darum, persönliche Mails an Außenminister Heiko Maas und dem deutschen Botschafter im Libanon, Dr. Georg Birgelen, zu schreiben. Das machten die Unterstützer und brachten das Verfahren einen entscheidenden Schritt voran.

„Am Wochenende flog mein lieber Mann Louay nach Beirut, um am Montag mit ordentlich Herzklopfen zur Deutschen Botschaft zu gehen“, schrieb die Mutter auf Change.org

„Am Nachmittag hielt er das Visum in den Händen. Ein kleines Stück Papier mit einer so überwältigenden Bedeutung für mich, Issas Schwestern, seinen Papa und die ganze Familie!“, schreibt Issas Mutter dazu.

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Und weiter: “Heute ist der schönste Tag in meinem Leben. Ich kann meinen geliebten Sohn endlich in meine Arme schließen. In Zukunft kann ich ihm über den Kopf streicheln und ihn trösten, wenn er traurig ist, mit ihm lachen, spielen, ihn aufwachsen sehen.“

110.000 Menschen haben geholfen

Knapp 110.000 Menschen hätten laut der Mutter die Petition unterschrieben, unzählige hätten über Tage zahlreiche E-Mails an das Auswärtige Amt und die Botschaft in Beirut gesendet.

„Sie haben Geld gespendet, um Anwälte zu bezahlen und die Betreuung meines Sohnes im Libanon sicherzustellen. Doch vor allem haben Sie Herz gezeigt. Herz für mich und meine kleine Familie. Ich bin unendlich dankbar.”