Nach der Schließung von Prosper-Haniel in Bottrop am 21. Dezember, der letzten Zeche im Ruhrgebiet, bleiben nicht nur Erinnerungen an den Steinkohlebergbau. Der BUND nennt es Folgen für die Ewigkeit: Brennende Bergbau-Halden belasten die Umwelt – und entwickeln Temperaturen bis zu 260 Grad.

In Bottrop heißt es heute (21. Dezember 2018) zum letzten Mal „Glück auf!“. Mit der Schließung der letzten aktiven Steinkohlezeche Prosper-Haniel endet eine Ära im Ruhrgebiet – und in ganz Deutschland. Doch während der Steinkohlebergbau mehr und mehr der Vergangenheit angehört, bleiben die Folgen des Bergbaus noch lange bestehen. Jetzt warnt der BUND vor Schwelbränden, die Bergehalden auf bis zu 260 Grad aufheizen.

Ende einer Ära

Es gibt sie noch, die Männer (und Frauen), die mit schwarzen Gesicht von ihrer Schicht unter Tage nach Hause kommen. Doch heute fahren sie zu letzten mal in den Schacht ein, aus dem sie nicht nur die Steinkohle, sondern auch ihren Lohn mitbrachten. Von Generation zu Generation wurde der Beruf – häufig war es Berufung – weitergegeben. Doch das ist jetzt vorbei. Die letzte Zeche im Ruhrgebiet schließt.

In der Bergehalde Wehofen-West (Dienslaken) wurden bis zu 100 Grad gemessen. Die Halde wurde als Naherholungsgebiet hergerichtet. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Mit Prosper-Haniel endet eine Ära, die schon lange wusste, dass sie bald enden würde. Jahrzehnte dauerte es, bis der Abschluss vom Abschied besiegelt wurde. Das Ruhrgebiet ohne die Steinkohle? Lange war das nicht vorstellbar. Was jedoch mit Schließung der letzten Zeche nicht endet, sind die Folgen, die der Bergbau für eine ganze Region mit sich bringt.

Hochgiftige Ewigkeitsfolgen

Ewigkeitsfolgen nennt es der BUND. Darunter fällt zum einen die Belastung des Grubenwassers mit PCB – einem hochgiftigen, krebserregendem Stoff, der in den genutzten Hydraulikölen im Bergbau vorkommt. Neben diesem wohlbekannten Problem weißt der Landesverband NRW des BUND nun aber auch noch auf ganz andere Gefahren hin: Schwelbrände, die noch in weiter Zukunft alte Bergehalden nicht zur Ruhe kommen lassen werden.

„In zehn Halden treten lang andauernde Schwelbrände auf. Dort werden unbekannte Mengen schädlicher Gase freigesetzt“, so BUND-Bergbauexperte Dirk Jansen. Doch nicht nur das. In den sieben Halden des Ruhrreviers werden in den „Warmbereichen“ Maximaltemperaturen von bis zu 260 Grad gemessen.

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„Schwelt die Halde langsam vor sich hin, bilden sich unvermeidlich Gase, die freigesetzt werden“, so Jansen vom BUND. Freigesetzt werden unter anderem Kohlenmonoxid, Methan und Kohlendioxid. Letztere tragen maßgeblich zur Erderwärmung bei. Kohlenmonoxid birgt sogar eine direkte tödliche Gefahr.

Wieso brennen die Halden?

Bei dem Abbau der Steinkohle wurde neben der Kohle auch sogenanntes taubes Gestein abgebaut. Dieses Gestein führt kaum Kohle und wurde zu einem großen Anteil übertage aufgehaldet. Vor allem in der Vergangenheit enthielt das Gestein dann aber doch noch hohe Anteile an Steinkohle, so der BUND. Diese kann sich unter der Zufuhr von Luftsauerstoff selbst entzündet – und führt zu den Haldenbränden. Diese Schwelbrände können mitunter nicht gelöscht werden und brennen stetig weiter und weiter.