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In Bottrop hat ein Mann in der Silvesternacht offenbar absichtlich mit seinem Auto mehrere Personen angefahren. Die Polizei spricht von mindestens vier verletzten Personen und einem gezielten Anschlag. NRW-Innenminister Herbert Reul war am Nachmittag in Bottrop. Die Polizei hat erste Erkenntnisse mitgeteilt.

Update – 3. Januar, 17.44 Uhr: 

Wie Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR berichten, habe der Beschuldigte Andreas N. seine Opfer „Kanaken“ und „Schwarzfüße“ genannt. Das seien keine Menschen, hat er nach Informationen des Recherchenetzwerks gesagt.

Update – 3. Januar, 14.58 Uhr: 

Drei Tage nach der Attacke auf feiernde Passanten im Ruhrgebiet sind die Tatorte in Bottrop und Essen wieder freigegeben. Nach Auskunft der Polizei Münster von Donnerstag haben die Ermittler ihre Arbeit vor Ort abgeschlossen.

Update – 3. Januar, 07.02 Uhr: 

Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ ließ der Täter (Andreas N.) seinem Fremdenhass im Verhör freien Lauf. Er gab auch ein Motiv an. Demnach habe Andreas N. mit seinen Taten „Anschlägen durch syrische oder afghanische Flüchtlinge zuvorkommen wollen“.

Update – 2. Januar, 12.14 Uhr: 

Ermittler sprechen mittlerweile von insgesamt acht verletzten Personen.

Update – 2. Januar, 8.30 Uhr: 

Die Staatsanwaltschaft essen beantragte noch am Dienstag (1. Januar) beim zuständigen Amtsgericht Haftbefehl wegen mehrfachen versuchten Mordes gegen den 50-jährigen Mann aus Essen.

Ein Richter folgte am Abend den Antrag und erließ Haftbefehl gegen den Beschuldigten.

Der Berliner Platz in Bottrop. Foto: Roland Weihrauch/dpa
Der Berliner Platz in Bottrop. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Update – 2. Januar, 6.35 Uhr:

Nach Informationen des „Spiegel“ soll der 50-jährige Mann bei der Vernehmung gesagt haben, dass viele Ausländer für Deutschland ein Problem seien. Das hatte er lösen wollen. Laut Ermittler könnte der Mann unter einer schizophrenen Erkrankung leiden. In der Vergangenheit sei der schon einmal in einer geschlossenen Einrichtung eingewiesen worden.

Zudem gebe es aktuell keine Hinweise, dass der Mann in einem größeren Netzwerk eingebunden war. Er war weder bei der Polizei, noch beim Verfassungsschutz bekannt. Laut „Spiegel“ seien in der Vernehmung auch Sätze gefallen, die auf Unzufriedenheit mit der eigenen Lebenssituation schließen. Der Mann lebt von Harz IV und soll Sätze wie „Warum haben die genauso viel wie ich?“ oder „Die nehmen uns hier nur aus“ gefallen sein.

Psychische Erkrankung beim Amok-Fahrer?

Auch in Essen hatte der 50-jährige versucht, in Menschenmengen zu fahren. Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen, äußerte sich noch am Dienstag (1. Januar). „Meine Gedanken sind jetzt bei den Betroffenen und ihren Angehörigen. Ich wünsche allen eine hoffentlich schnelle und vollständige Genesung“

Die Polizei bittet um Mithilfe. Videos oder Bilder von den Ereignissen sollen auf dem Portal des Bundeskriminalamtes hochgeladen werden. Das soll den Beamten bei den Ermittlungen helfen. Zeugen werden zudem gebeten, sich unter der Hotline 0800 3040303 zu melden.

(mit dpa-Material)

Update – 1. Januar, 19.13 Uhr: Im Internet kursieren inzwischen Videos, die die Amok-Fahrt von Bottrop zeigen. Dieses zum Beispiel:

Update – 1. Januar, 19.11 Uhr: Über Twitter hat sich auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet geäußert. „Meine Gedanken sind bei den Verletzten des Anschlags in Bottrop. An diesem Neujahrstag gilt der Vorsatz für 2019 klarer denn je: Wir stehen zusammen gegen rechte Gewalt. Den Kampf gegen den Hass auf andere Menschen werden wir mit allen Mitteln des Rechtsstaats engagiert fortsetzen“, heißt es in Laschets Tweet.

Update – 1. Januar, 19.09 Uhr: Inzwischen hat sich Innenminister Reul auch im TV-Interview beim WDR zum Vorfall in Bottrop geäußert. Man könne aus der Tat, so Reul, keine wirkliche Konsequenz ziehen außer jene, noch achtsamer zu sein. Reul: „Der Täter hatte keine Vorgeschichte, insofern gab es keine Möglichkeit, das zu verhindern.“

Unterdessen steht auch fest, dass eine 46-jährige, lebensgefährlich verletzte Frau die Tat überstanden hat und auf dem Weg zur Besserung ist, wie es am Mittwochabend beim WDR hieß.

Update – 1. Januar, 16.48 Uhr: 

Wie der „WDR“ berichtet sollen erste Informationen über eine psychische Erkrankung des Fahrers vorliegen. Der Mann war bisher nicht polizeilich bekannt.

Es müsse noch geklärt werden, inwieweit eine mögliche psychische Erkrankung eine Rolle gespielt hat, so eine Polizeisprecherin. Die Beamten wollen im Umfeld des Mannes ermitteln.

„Fall sauber und restlos aufklären“

NRW-Innenminister Herbert Reul war am 1. Januar in Bottrop vor Ort und äußerte sich zu den Vorfällen. „Der Mann hatte klare Absicht, Ausländer zu töten.“ Er nahm zudem die Polizei in die Pflicht, die nun die Aufgabe habe, den Fall sauber und restlos aufzuklären.

Update – 1. Januar, 16.25 Uhr: 

Nach Informationen des WDR will sich NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) im Laufe des Nachmittags zu den Vorfällen in Bottrop äußern.

Die Stadt Bottrop hat sich auf ihrer Facebook-Seite zu den Vorfällen geäußert. Zudem fällt aufgrund der Ereignisse die Veranstaltung „Neujährchen“ nicht statt. Hier die Stellungnahme im Wortlaut:

„In der vergangenen Nacht hat es einen schweren Vorfall an dem Berliner Platz gegeben. Dabei ist mindestens eine Person schwer verletzt worden, mindestens vier Personen wurden leicht verletzt. Vor diesem Hintergrund findet das Neujährchen nicht wie geplant statt: Es wird kein Bühnenprogramm geben. Auch das Rock Orchester Ruhrgebeat wird nicht auftreten. Wir sind in Gedanken bei den Verletzten, deren Angehörigen und Freunden.“

Update – 1. Januar, 15.55 Uhr:

Die Polizei hat zu einer Pressekonferenz am 1. Januar um 16.15 Uhr nach Bottrop geladen. In der Pressekonferenz sollen die ersten Erkenntnisse der Ermittlungen veröffentlicht werden.

Ursprungsmeldung – 1. Januar, 14.58 Uhr:

Ein 50-jähriger Mann soll mit seinem Mercedes um kurz nach Mitternacht (1. Januar) auf der Osterfelder Straße in Bottrop offensichtlich absichtlich auf eine Person zugefahren sein, um sie mit dem Fahrzeug zu treffen. Der Fußgänger konnte dem Auto jedoch noch ausweichen.

Verletzte Personen syrischer und afghanischer Herkunft

Anschließend fuhr der aus Essen stammende Autofahrer mit seinem silberfarbenen Mercedes weiter in Richtung der Bottroper Innenstadt. Auf dem Berliner Platz fuhr er erneut auf eine Menschengruppe zu. Hierbei wurden mindestens 4 Personen, darunter auch syrische und afghanische Staatsangehörige, zum Teil schwer verletzt.

Anschließend flüchtete der Mann in Richtung Essen, wo die Polizei auf der Straße Grabenhorst das Auto stoppen und den Fahrer festnehmen konnte.

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Zwischenzeitlich hatte der 50-Jährige auch in Essen versucht, mit seinem Auto gezielt in eine Menschengruppe zu fahren, die an einer Bushaltestelle an der Schlossstraße wartete.

Polizei geht von gezieltem Anschlag aus

Wie die Staatsanwaltschaft Essen und die Polizeipräsidien Recklinghausen und Münster in einer gemeinsamen Presseerklärung mitteilen, machte der Fahrer bereits bei seiner Festnahme fremdenfeindliche Bemerkungen.

Die Ermittlungsbehörden gehen derzeit von einem gezielten Anschlag aus, der möglicherweise in der rassistischen Einstellung des Mannes begründet ist. Zudem liegen den Ermittlungsbehörden erste Informationen über eine psychische Erkrankung des Fahrers vor.