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Amazon verwirrt derzeit viele Kunden. Denn immer mehr Menschen erhalten Warensendungen, obwohl sie gar nichts bestellt haben. Handelt es sich dabei um einen spendablen Fehler des Onlinehandels oder gar um Betrug?

Egal ob Handy-Hülle, Smartphone oder Sex-Spielzeug: Immer häufiger landeten in der vergangenen Zeit Amazon-Pakete bei Kunden. Das Kuriose daran: Die Empfänger hatten gar nichts bestellt.

Amazon-Logo auf den Paketen

Amazon selbst spricht im Fall der nicht-bestellten Warensendungen von „betrügerischen Methoden“. Das ist bisher aber nicht vollends geklärt. Feststeht nur, dass die Kunden die Pakete behalten dürfen.

Empfänger eines solchen Paketes war ein Mann aus Düsseldorf – und er staunte nicht schlecht. Denn in seinem Paket, auf dem das unverkennbare Logo von Amazon abgebildet war, war ein neues Smartphone. Sofort dachte der Rheinländer dabei an Betrüger, die sich in seinen Account hackten und auf diese Weise das Handy bestellten.

Doch das war ganz offensichtlich nicht der Fall. Denn Abbuchungen von seinem Konto fanden nicht statt. Außerdem befanden sich weder ein Lieferschein- noch eine Rechnung im Paket.

Auf Nachfrage bei Amazon bekam der Mann zwar keine Aufklärung darüber, warum die Ware bei ihm landete, doch der Konzern teilte ihm mit, dass er sie behalten dürfe.

Düsseldorfer ist kein Einzelfall

Der Smartphone-Empfänger aus Düsseldorf ist kein Einzelfall – das hat sich später herausgestellt. Denn immer mehr Menschen präsentieren laut Angaben der Verbraucherzentrale ihre fälschlich empfangenen Pakete im Internet.

Darunter immer wieder teure Inhalte wie Überwachungskameras oder Handy-Zubehör. Aber auch günstige Waren sind dabei. Es scheint, als würden die Absender willkürlich einpacken.

Bis zu sechsmal die Woche haben Kunden nun schon Post von Amazon bekommen. Ein Mann aus Solingen sogar gleich elf Mal. Genervt von den ewigen Fake-Bestellungen, versuchte er, beim Online-Händler zu bewirken, dass er keines der Pakete mehr bekommt. Bisher ohne Erfolg.

Ungeklärtes Amazon-Kuriosum verdutzt Online-Händler selbst

Warum die Pakete verschickt werden oder wer hinter den Sendungen steckt, ist bisher nicht geklärt. Fakt ist aber, dass Amazon nicht hinter den Sendungen steckt. Der Versandhändler weiß auch selbst nicht, woher sie kommen könnte.

Vermutungen – so die Verbraucherzentrale – lassen verlauten, die Pakete kämen von Händlern aus Fernost. Denn auch wenn Amazon nicht selbst hinter den Sendungen steckt, kommen sie auf jeden Fall vom Marketplace. Dort tummeln sich tausende Online-Händler. Diese könnten mithilfe eines Zweitaccounts, den sie im Namen des Adressaten anfertigten, Ware verschicken.

Doch was wäre der Nutzen für die Händler? Ein Ziel könnten neue gute Bewertungen für Produkte sein. Oder das Leeren des Produktbestandes mit alten Waren. Denn das Verschicken an wahllos ausgewählte Kunden in Deutschland ist allemal günstiger als der Rücktransport nach Fernost.

Amazon hat keine Kundendaten weiter gegeben

Auf günstige Artikel wie Handy-Hüllen oder Ladekabel mag die obig genannte Theorie zutreffen. Doch was ist mit teuren neuen Smartphones? Die würde wohl kaum jemand verschenken. Und schon gar nicht an wahllos ausgewählte Kunden.

Amazon selbst spricht im Zusammenhang mit den Paketen von „betrügerischen Methoden“ und „Verstößen gegen die Richtlinien“. Außerdem weist der Online-Händler daraufhin, weder Adressen noch Namen an Fremde weitergegeben zu haben.

Aktuelle Top-Themen:

Strafen drohen den Empfängern der Fake-Bestellungen keine. Rechtlich gesehen sind sie nicht einmal dazu verpflichtet, die Ware zu behalten oder den Empfänger zu kontaktieren. Sollte eine Rechnung dabei liegen, muss sie nicht bezahlt werden.

Kostenlose Pakete mit teuren Dingen zu erhalten, mag angenehm sein. Doch wer denkt, dass auch auf diesen Dingen eine zweijährige Garantie liegt, irrt sich. Die verweigert Amazon in diesem Fall nämlich.