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Stellen die Wölfe in NRW eine Gefahr für den Menschen dar? Das befürchtet zumindest der Bauernpräsident Johannes Röring. Erst vor kurzem hat die Landesregierung zwei Gebiete in NRW als „Wolfsgebiete“ erklärt.

Bereits im Dezember hat das Foto eines Wolfs in einem Wald bei Hünxe für Aufruhr gesorgt. Experten fragten sich, ob es der gleiche Wolf war, der seit Monaten durch die Wälder rund um Schermbeck, Dinslaken, Hünxe und Bottrop streift.

Einer der Orte, Schermbeck, wurde vor wenigen Wochen zum Wolfsgebiet erklärt. Laut dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (Lanuv), liegen dort genügend Nachweise für einen „standorttreuen“ Wolf vor.

Auch die Landschaft um die Senne (Ostwestfalen) ist seit kurzem ein Wolfsgebiet und erhält somit Geld vom Land. Damit sollen Bauern ihre Schafe und Ziegen angemessen schützen können. 80 Prozent der Kosten werden dabei übernommen, Schäden durch Tierrisse erstattet das Land zu 100 Prozent. Zum Wolfsgebiet Senne gehören auch Teile der Kreise Gütersloh, Lippe und Paderborn sowie der Stadt Bielefeld.

Bauernpräsident sieht Gefahr für Menschen

1995 wurde laut dem Lanuv der erste Wolf in Deutschland nachgewiesen. Seitdem ist kein einziger Angriff auf Menschen bekannt. Dennoch sieht Johannes Röring in der Rückkehr der Wölfe nach NRW eine Gefahr für sie.

Der westfälisch-lippische Bauernpräsident hat am Donnerstagabend (10. Januar 2018) in Münster seine Zweifel geäußert: „Es muss befürchtet werden, dass letztendlich Menschen durch den Wolf zu Schaden kommen.“

Bereits 2017 hat der Bauernverband eine Regulierung des Wolfsbestands und damit einen begrenzten Abschuss gefordert. Schutzzäune und Schutzhunde seien laut Röring sinnlos: „Unsere Mitglieder wollen ihre Tiere im Herbst wieder gesund in die Ställe bringen und keine Entschädigungen für gerissene Tiere.“

Lanuv weist Rörings Befürchtungen zurück

Lanuv-Sprecher Wilhelm Deitermann wies die Darstellung des Bauernpräsidenten zurück: „Wissenschaftlich ist klar belegt, dass der Wolf sich aus seinem natürlichen Verhalten heraus dem Menschen nicht nähert. Ganz im Gegenteil, er läuft weg.“

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Gefahr bestehe lediglich, wenn Menschen an Raststätten die Wölfe anfüttern würden: „Wenn so ein Wolf bettelt, kann es passieren, dass er auch mal zuschnappt.“ Menschen sollten daher den Kontakt zum Wolf in solchen Situationen immer meiden. (Mit dpa-Material)