Der neue NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) war zu Gast beim Urlaubsguru in Holzwickede. Das junge Unternehmen hat im vergangenen Jahr den NRW Gründerpreis abgeräumt. Ein Treffen der Generationen.

Auf der einen Seite des Tisches sitzt NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) neben Landrat Michael Makiolla (SPD) und Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW-Bank. Natürlich im Anzug. Ihnen gegenüber Daniel Krahn und Daniel Marx, ganz leger im weißen Hemd und natürlich mit Turnschuhen. Start-up eben. Die beiden sind die Chefs des Reiseportals Urlaubsguru.

Dass hier nicht nur Generationen, sondern auch Welten aufeinandertreffen, offenbart sich schnell. Der Wirtschaftsminister ist beeindruckt, dass er für so wenig Geld auf die Seychellen reisen kann. Und auch davon, dass die Firmenchefs den Gewinn des Gründerpreises NRW aus dem vergangenen Jahr – immerhin 10.000 Euro – nicht direkt in die Firma gesteckt haben. Stattdessen verreisen sie mit der gesamten Belegschaft nach Las Vegas. Als Belohnung für das Erreichen von Unternehmenszielen.

Daniel Krahn und Daniel Marx hingegen erzählen von ihrer Community, dass sie keine Kunden haben, sondern Leser und über ihr Feelgood-Management, das unter anderem freies Obst und kostenlose Getränke für jeden Mitarbeiter vorsieht. Schnittmenge der beiden Parteien: gering.

Viele Unterschiede, aber auch gemeinsame Themen

Also schnell auf sicheres Terrain: „Was brauchen sie denn von uns“, fragt Pinkwart und meint mit „uns“ die Landesregierung. „Wir brauchen vor allem neue Büroflächen und schnelles Internet“, sagt Daniel Krahn. Und damit kennt sich der Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie dann doch wieder aus. „Es gibt noch Bundes- und Landesmittel für schnelles Internet und wir müssten schauen, wie wir sie ans Glasfasernetz anbinden können“, sagt Andreas Pinkwart.

Auch das neue Bundes-Datenschutzgesetz ist ein Problem für das Unternehmen. „Start-ups haben keine drei Datenschützer beschäftigt“, so Marx, „eine Übergangszeit von 18 Monaten, um die Richtlinien umzusetzen, klingt zwar üppig – für ein Jungunternehmen wie das unsere ist das aber schon ambitioniert.“ Für den Wirtschaftsminister ein wichtiger Hinweis, den er mit nach Düsseldorf nehmen will. „Vielleicht könnte man das auch gestaffelt machen“, sagt er.

Andreas Pinkwart mit viel Lob für den Urlaubsguru

Vor allem aber hatte Andreas Pinkwart ganz viel Lob für das Unternehmen aus Holzwickede im Gepäck. „Sie haben eine Lücke für die Verbraucher geschlossen und lösen Probleme. Sie machen andere Menschen glücklich. Und genau dafür braucht man Gründer, damit Probleme gelöst werden!“

Das Unternehmen Uniq, zu dem neben Urlaubsguru auch die Schnäppchenfee, Captain Kreuzfahrt, Prinz Sportlich und Mein Haustier gehören, gibt es seit 2012. Die beiden Gründer Daniel Marx und Daniel Krahn kennen sich bereits seit ihrer Schulzeit, die sie im Kreis Unna verbracht haben.

Gegründet wurde das Unternehmen eher durch einen Zufall. Krahn, damals Redakteur beim Hellweger Anzeiger, hat es immer schon geschafft „viel Welt für wenig Geld“ zu sehen. Also half er erst Freunden dabei, es ihm nachzutun, dann Freundesfreunden. Und daraus wurde dann der Blog Urlaubsguru. Startkapital: 6,90 Euro für die Domain.

Uniq bis heute eigenfinanziert

Heute beschäftigt das Unternehmen mehr als 170 Mitarbeiter und ist international tätig. Es finanziert sich über Provisionen von Reiseveranstaltern und Affiliate-Marketing. „Wir sind bis heute eigenfinanziert“, sagt Daniel Marx.

Im Kreis Unna profitieren viele Vereine von dem Unternehmen, dass sich in Holzwickede am Flughafen angesiedelt hat. Es gibt kaum eine Veranstaltung, auf der der Urlaubsguru nicht zu finden ist. Seit dem Frühjahr gibt es in Unna sogar ein Ladengeschäft von Urlaubsguru. Hier können sich reiselustige Menschen beraten lassen oder sie buchen gemeinsam eine Reise. Und es sollen weitere Läden folgen. Denn das Geschäft läuft nach Angaben der Firmengründer gut.