Bild: Christophe Gateau/dpa

Eine neue Studie soll untersuchen, wie hoch die Dunkelziffer bei der Gewaltkriminalität in Nordrhein-Westfalen ist. Das kündigten NRW-Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach und Innenminister Herbert Reul (beide CDU) am Donnerstag an.

Die repräsentative Befragung soll Erkenntnisse unabhängig davon bringen, wie viele der Opfer Anzeige erstatten. Das Problem: Noch immer würden viele Straftaten nicht angezeigt, so Ina Scharrenbach. Die Studie soll außerdem Aufschlüsse über das Sicherheitsempfinden der Bürger liefern.

Anlass für Studie ist Kölner Silvesternacht

Anlass für die Studie ist die Kölner Silvesternacht 2015/16. Damals hatten viele Opfer erst im Nachhinein Anzeige erstattet. Die Erhebung soll sich aber nicht ausschließlich mit Gewalt gegen Frauen und Mädchen beschäftigen, sondern ganz gezielt auch nach Gewalt gegen Jungen und Männer fragen.

Die Befragung ist bislang bundesweit einmalig. Ziel der Dunkelfeld-Studie sei es, die Sicherheit in NRW weiter zu verbessern, betonte Innenminister Reul.

Gewaltkriminalität ist rückläufig

Die polizeiliche Kriminalitätsstatistik 2017 hatte für NRW bei Gewaltdelikten gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um 4,2 Prozent auf rund 46.700 Fälle ausgewiesen. Davon konnten fast 74 Prozent aufgeklärt werden.

Aktuelle Top-Themen:

Bei Jugendkriminalität und Sexualstraftaten gab es dagegen einen Anstieg. Reul hatte das auch mit der Verschärfung des Sexualstrafrechts erklärt.