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In den frühen Morgenstunden am Mittwoch (5. Dezember) haben Beamte unter der Führung des Bundeskriminalamts (BKA) Restaurants, Büros und Wohnungen der italienischen Mafia-Organisation `Ndrangheta durchsucht. Die internationale Großrazzia hatte auch das Ruhrgebiet im Visier.

Update (7. Dezember, 7.06 Uhr): Wie der WDR berichtet, sollen fünf Beamte Dienstgeheimnisse an die italienische Mafia`Ndrangheta verraten haben. Die Duisburger Staatsanwaltschaft ermittelt.

Bei den fünf Beamten soll es sich um zwei Polizisten, eine Regierungsbeschäftigte der Polizei, eine Mitarbeiterin der Stadt Wesseling (bei Köln) und eine ehemalige Mitarbeiterin der Stadt Duisburg handeln. Laut der Staatsanwaltschaft sollen die Beschuldigten dafür jedoch kein Geld bekommen haben.

Insgesamt wurden bei der Razzia am Mittwoch (5. Dezember) 18 Personen festgenommen.

Update (5. Dezember, 14.53 Uhr): Laut der WAZ fanden die über 400 Fahnder bis zu 4.000 Kilogramm Kokain und 140 Kilogramm Ecstasy-Pillen, die sie beschlagnahmten. Insgesamt durchsuchten sie in ganz Deutschland 65 verdächtige Objekte.

Ermittlungen gegen die Mafia auch im Ruhrgebiet

Italien, Belgien, Spanien, die Niederlande und Deutschland. Das sind die Länder in denen die Ermittler laut einem Bericht von Spiegel Online in einer großangelegten Aktion gegen die italienische Mafia `Ndrangheta ermitteln. In Deutschland sind die Beamten vor allem im Rheinland und in Teilen des Ruhrgebiets (Recklinghausen, Ennepe-Ruhr-Kreis) aktiv.

Update (5. Dezember, 13 Uhr): Laut Bundeskriminalamt wurden mehrere `Ndrangheta-Mitglieder festgenommen. Die italienische Polizei spricht laut dpa von 90 Personen, die in Europa und Südamerika gefasst wurden.

Die kalabrische `Ndrangheta gilt als die mächtigste italienische Mafia-Organisation. Sie agiere häufig im Verborgenen und infiltriere staatliche und wirtschaftliche Einrichtungen. Die Mafia organisiert den Drogenschmuggel nach Europa und ist auch in Deutschland aktiv. Auch die Mafia-Morde von Duisburg gehen auf ihr Konto. Laut dpa gehen Ermittler in Italien davon aus, dass die `Ndrangheta ein außerordentlich wichtiges Standbein in Deutschland hat.

Mafia in NRW stark vertreten

Wie der Spiegel herausfand, haben die Fahnder hochrangige Mitglieder der `Ndrangheta im Visier. Gelingt die Aktion, wäre das ein massiver Schlag gegen die italienische Mafia. So durchsuchen bereits seit sechs Uhr morgens hunderte Polizisten Pizzerien, Büros und Wohnzimmer. Nordrhein-Westfalen gilt als einer der Schwerpunkte für die Aktion, da die Mafia hier traditionell stark vertreten ist.

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Der Razzia gingen Jahrelange Ermittlungen voraus, wie der Spiegel berichtet. Es geht um den Handel mit Kokain und Geldwäsche. An diesem Morgen werden mehr als 65 Objekte, die der Mafia zugeschrieben werden, durchsucht. Rund 20 Haftbefehle sollen vollstreckt werden. Um das zu schaffen, so der Bericht des Spiegels weiter, sind über 400 Beamte der Polizei und des BKA im Einsatz, darunter auch Spezialisten der Antiterror-Einheit GSG 9.