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In einem Flüchtlingsheim in Sankt Augustin hat die Polizei am Sonntagabend (2. Dezember) die Leiche eines 17-jährigen Mädchens gefunden. Ein Tatverdächtiger konnte bereits festgenommen werden. Nun hat die Polizei neue Erkenntnisse.

Update (4. Dezember, 11.05 Uhr):

Nach dem Geständnis eines 19-Jährigen, das Mädchen getötet zu haben, wollen die Ermittler die Hintergründe der Tat klären. Dafür will die Polizei am Dienstag (4. Dezember) eine Reihe von Zeugen vernehmen. Das sagte ein Polizeisprecher am Morgen in Bonn.

Ein erneutes Befragen des 19-Jährigen, der die Tötung des Mädchen gestanden hat, sei zunächst nicht geplant.

Update (3. Dezember, 16.04 Uhr): Der Verdächtige im Fall der getöteten 17-Jährigen hat gestanden. „Der Beschuldigte räumt ein, Gewalt gegen sie ausgeübt zu haben“, sagte der Bonner Oberstaatsanwalt Robin Faßbender der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

„Wir gehen von einem vorsätzlichen Tötungsdelikt aus“. Gegen den 19-Jährigen mit deutscher und kenianischer Staatsangehörigkeit sei Haftbefehl wegen Mordes beantragt worden.

Opfer und Täter lernten sich am Freitagabend kennen

Der mutmaßliche Täter habe bei der Vernehmung ausgesagt, das Opfer am Freitagabend kennengelernt zu haben. Sie seien dann zusammen in einer Kneipe gewesen. Später habe die 17-Jährige ihn in die städtische Unterkunft für Flüchtlinge und Obdachlose begleitet, in der er wohnte.

In der Nacht zum Samstag kam es zu einem Streit und der Mann wurde gewalttätig. Das Mädchen starb. Genauere Angaben zu der Tat wollte Faßbender noch nicht machen, es sei aber keine Waffe benutzt worden.

Update (3. Dezember, 14.42 Uhr): Nachdem die Polizei den Tatverdächtigen vernommen hat, konnten die Beamten sich laut dem WDR ein besseres Bild des Vorfalls machen. Die 17-Jährige und der mutmaßliche Täter sollen sich demnach am Wochenende in einer Bar kennengelernt haben.

Bereits am Freitag soll der 19-jährige Verdächtige die Jugendliche mit auf sein Zimmer genommen haben.

Ursprungsmeldung (3. Dezember): Die Eltern der Verstorbenen hatten sie am Freitag (30. November) als vermisst gemeldet. Laut einem WDR-Bericht hatte das Mädchen aus Unkel bei Bonn eine Freundin besuchen wollen, kam dort jedoch nie an.

Mädchen habe sich per Handy bei Bekannten gemeldet

Per Handy habe sich die 17-Jährige in den zwei Tagen nach ihrem Verschwinden mehrmals bei Bekannten gemeldet, heißt es von der Polizei.

Nachdem am Sonntag (2. Dezember) Kleidung und eine Handtasche von der Vermissten an einem See im Stadtteil Meindorf (Sankt Augustin) gefunden wurden, suchten rund 150 Beamte der Feuerwehr und anderer Hilfsdienste nach dem Mädchen.

Im Einsatz waren auch Taucher, Suchhunde sowie eine Drohne und Wärmebildkameras.

Polizei leitet Mordkommission ein

Nach etwa drei Stunden, um circa 20.15 Uhr, brach man die Suche nach dem Mädchen in dem See schließlich ab. Polizisten fanden die Leiche der jungen Frau in einer nur wenige hundert Meter entfernten Flüchtlingsunterkunft.

Das Flüchtlingsheim liegt am Rande eines bei Nacht kaum beleuchteten Gewerbegebiets neben einer Bahntrasse. Nach dem Einsatz der Spurensicherung wurde die Leiche des Mädchens am frühen Morgen aus der Unterkunft in einen Bestattungswagen gebracht.

Wie der WDR berichtet, wurde ein mutmaßlicher Täter festgenommen. Die Polizei hat eine Mordkommission eingeleitet. Man geht dem Verdacht nach, dass die Jugendliche aus dem rheinland-pfälzischen Unkel umgebracht wurde.

Die Verstorbene hatte Kontakt zu 19-jährigem Mann

Nach WDR-Informationen war die Polizei über soziale Netzwerke und von Opfer und mutmaßlichem Täter verschickte Kurznachrichten auf die Spur eines 19-Jährigen gekommen. Der mutmaßliche Täter ist nach bisherigen Informationen ein gebürtiger Kenianer mit deutschem Pass.

Das Mädchen hatte den Mann offenbar in der Unterkunft in Sankt Augustin besucht.

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Nach Angaben der Freiwilligen Feuerwehr Sankt Augustin betreuten Notfallseelsorger die Angehörigen der 17-Jährigen.