Der Vorsitzende der NRW-Tafeln, Wolfgang Weilerswist aus Mechernicht, hat Morddrohungen per E-Mail bekommen. Absender war vermutlich ein Reichsbürger.

Auslöser des Ganzen war wohl ein Streit unter Kunden bei der Tafel in Mechernich. Ein älterer Mann soll mit einem Stock auf junge Leute eingeschlagen haben. Weilerswist wollte den Streit schlichten, plötzlich stieß auch Siegfried D. dazu.

„Hiermit erkläre ich Ihnen den gedanklichen Krieg“

Er sei laut Weilerswist aus dem Auto herausgestürmt und rannte direkt auf ihn zu. Dann habe er geschrien: „Du weißt, wer ich bin“ und verschiedene Anschuldigungen von sich gegeben.

Später fand Weilerswist eine E-Mail von Siegfried D. im Postfach: „Heute habe ich erfahren, dass Sie willkürlich ein Hausverbot gegen meine Person ausgesprochen haben.“

Er beleidigte Weilerswist und schrieb weiter: „Hiermit erkläre ich Ihnen offiziell den gedanklichen Krieg und ich werde alles versuchen, um Sie zu vernichten. Das ist keine Drohung, sondern ein Versprechen.“

„Ab heute haben Sie offiziell einen Feind.“

Die E-Mail endete mit: „In meinen Gedanken ist Ihre Hinrichtung schon gedanklich vollzogen. Ab heute haben Sie offiziell einen Feind.“ Gezeichnet, Siegfried D.

Diese E-Mail bekam Wolfgang Weilerswicht am 28. Dezember. Er erstattete Anzeige. Siegfried D. soll ein Reichsbürger sein – er musste bei der Tafel seine Sozialstunden ableisten. Dabei wurde er mehrmals aggressiv – deshalb das Hausverbot.

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Weilerswicht kritisiert Polizei

Gegenüber Sat.1 äußert Weilerswicht auch Kritik an der Polizei: „Ich hatte nicht den Eindruck, dass das sehr ernst genommen wird.“

Vor allem seine Frau habe wirklich Angst bekommen nach der E-Mail. „Ich will ja nicht ausprobieren, wie weit der wirklich geht.“

Der Staatsschutz und die Staatsanwaltschaft Bonn nahmen Ermittlungen auf.