Bild: Erik S. Lesser/dpa

Beim Ku-Klux-Klan denken die meisten Menschen an Männer in seltsamen Kutten, die in den USA gegen die Gleichstellung der schwarzen Bevölkerung kämpfen. Doch auch in Deutschland existiert die Gruppierung. Unter anderem in NRW.

Um gegen den Ku-Klux-Klan vorzugehen, durchsuchte die Polizei am Mittwoch (16. Januar) zwölf Wohnungen in ganz Deutschland. Darunter waren laut Landeskriminalamt Baden-Württemberg, das die Aktion koordinierte, auch zwei Objekte in Nordrhein-Westfalen. Die befinden sich nach Informationen des WDR in Langenfeld (Kreis Mettmann) und Lindlar (Oberbergischer Kreis).

Ku-Klux-Klan als kriminelle Vereinigung

Das Ziel der Razzien war es, Beweise gegen 17 Beschuldigte im Alter von 17 bis 59 Jahren zu sammeln. Ihnen wird vorgeworfen, eine kriminelle Vereinigung gegründet zu haben. Die nannten sie „National Socialist Knights of the Ku-Klux-Klan Deutschland“ (Nationalsozialistische Ritter des Ku-Klux-Klans Deutschland). Verbindungen zum amerikanischen Klan gibt es aber wohl nicht.

Laut Polizei ist bei den Mitgliedern der Vereinigung von einer rechten Gesinnung und einer Glorifizierungen Nationalsozialismus auszugehen. Zudem seien sie gewaltbereit und hätten geplant, sich zu bewaffnen.

Und das scheint ihnen schon geglückt zu sein: Mehr als 100 Waffen wurden bundesweit sichergestellt.

Chat-Protokolle führten zu den Nationalsozialisten

Auf die Spur des Ku-Klux-Klans waren die Ermittler durch die Auswertung von Chats gekommen. Die fanden sie auf einem zuvor beschlagnahmten Handy. Informationen zu Festnahmen oder Haftbefehlen gab es zunächst nicht.

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Ursprünglich stammt der Ku-Klux-Klan aus den Südstaaten der USA. Dort kämpft der Geheimbund für die Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung und die Sklaverei.

Durch Morde an Afroamerikanern und Antirassisten verbreitete der Ku-Klux-Klan nach seiner Gründung 1865 Angst und Schrecken.Heute sollen noch rund 1000 Mitglieder Teil der Vereinigung sein.