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Drastische Bilder aus einer Flüchtlingsunterkunft in Burbach lösten 2014 Entsetzen aus. Wachleute und Personal aus der Heimleitung sollen Flüchtlinge gequält und misshandelt haben. 30 Angeklagte stehen nun in einem Mammutprozess vor Gericht.

Rund vier Jahre nach Auffliegen des Skandals um misshandelte Flüchtlinge in einem Heim im Siegerland hat der Prozess gegen 30 Angeklagte begonnen.

Mitarbeiter der Heimleitung, Betreuer und Wachleute sollen in Burbach systematisch und über Monate hinweg Asylbewerber eingesperrt, geschlagen und gequält haben.

ARCHIV - 28.09.2014, Nordrhein-Westfalen, Burbach: HANDOUT - Das undatierte Handout der Polizei zeigt zwei Sicherheitsleute, die in der ehemaligen Siegerland-Kaserne in Burbach (Nordrhein-Westfalen) einen am Boden liegenden Flüchtling misshandeln. In der Notunterkunft soll es gewalttätige Übergriffe privater Sicherheitskräfte auf Flüchtlinge gegeben haben. ACHTUNG: Bestmöglich verfügbare Qualität. Verwendung nur zur redaktionellen Zwecken und nur mit dem Hinweis auf die Quelle: Foto: Polizei NRW/dpa
Dieses Foto der Polizei zeigt zwei Sicherheitsleute, die in der ehemaligen Siegerland-Kaserne in Burbach einen am Boden liegenden Flüchtling misshandeln. Foto: dpa

Zu Beginn des Mammutverfahrens am Donnerstag in Siegen nahmen die Angeklagten in acht Reihen in einem Tagungszentrum Platz, wo das Landgericht wegen des großen Andrangs verhandelt.

Misshandlung in „Problemzimmern“

Zu den Schikanen und Misshandlungen soll es vor allem in sogenannten „Problemzimmern“ gekommen sein, in die die Opfer oft tagelang eingesperrt waren.

Drastische Bilder und ein Video von gedemütigten Flüchtlingen – teilweise mit posierenden, grinsenden Wachmännern – hatten bundesweit entsetzt.

Die unter anderem wegen Freiheitsberaubung, gefährlicher Körperverletzung und Diebstahls Angeklagten und ihre Anwälte sitzen vor Beginn ihres Prozesses in einem Saal in der Siegerlandhalle. 30 Angeklagte, Wachleute und Personen aus der Heimleitung, sollen monatelang bis September 2014 Flüchtlinge in der Notaufnahme-Einrichtung des Landes in Burbach gedemütigt und gequält haben. Foto: dpa
Die unter anderem wegen Freiheitsberaubung, gefährlicher Körperverletzung und Diebstahls Angeklagten und ihre Anwälte sitzen vor Beginn ihres Prozesses in einem Saal in der Siegerlandhalle. Foto: dpa

Die Beschuldigten sind in rund 50 Fällen unter anderem wegen Freiheitsberaubung, gefährlicher Körperverletzung und Diebstahls angeklagt. Auch die stellvertretende Heimleiterin steht einem Gerichtssprecher zufolge vor Gericht.

Zudem wird zwei Mitarbeitern der Bezirksregierung Arnsberg Freiheitsberaubung durch Unterlassen vorgeworfen. Sie sollen von den Zuständen in der Notaufnahme-Einrichtung des Landes NRW gewusst haben, aber nicht eingeschritten sein.

Skandal hat politische Diskussion ausgelöst

Der Skandal hatte auch eine politische Diskussion um Qualität und Standards in der Flüchtlingsunterbringung ausgelöst und die damalige rot-grüne NRW-Regierung von Hannelore Kraft (SPD) stark unter Druck gesetzt.

Der private Heimbetreiber war sofort abgelöst worden, Teams zur Kontrolle in den Unterkünften wurden eingesetzt.

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Weil einige Verfahren von dem Hauptprozess abgetrennt wurden, gibt es im Zusammenhang mit dem Burbach-Fall formal vier Verfahren gegen insgesamt acht weitere Angeklagte. Dabei richten sich Vorwürfe auch gegen den früheren Heimleiter, wie ein Gerichtssprecher schilderte. Dieser Prozess werde voraussichtlich im kommenden Januar beginnen. (mit dpa-Material)