Bild: Daniel Karmann/dpa

Er spricht von einem „Signal der Wertschätzung“: Der Landesvorsitzende des Integrationsrat, Tayfun Keltek fordert, dass der Englischunterricht an Grundschulen abgeschafft wird. Stattdessen sollten die Kinder Türkisch, Russisch oder Polnisch lernen.

Keltek findet es absurd, dass über 43 Prozent der unter 15-Jährigen in NRW einen Migrationshintergrund haben, in Grundschulen aber Englisch unterrichtet wird. „Welchen Sinn ergibt es, siebenjährigen Kindern Englisch beibringen zu wollen, wenn sie diese Sprache nur aus dem Fernseher kennen?“, fragt der Politiker in einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger.

Kelteks Forderungen stoßen auf Kritik

Er sei dafür, den Englischunterricht an Grundschulen abzuschaffen – ganz, nicht nur in den ersten beiden Schuljahren.

Der Vorsitzende des Landesintegrationsrates NRW, Tayfun Keltek, fordert Türkischunterricht statt Englischunterricht an Grundschulen. Foto: Martin Gerten
Der Vorsitzende des Landesintegrationsrates NRW, Tayfun Keltek, fordert Türkischunterricht statt Englischunterricht an Grundschulen. Foto: Martin Gerten

„Sie (die Kinder mit Migrationshintergrund) sprechen zum Beispiel Türkisch, Russisch, Polnisch. Für die deutschen Kinder wäre es einfacher, sie würden diese Sprache erlernen“, findet Keltek.

Schulministerin Yvonne Gebauer hält allerdings nichts von Kelteks Forderungen, Englischunterricht mit zum Beispiel Türkischunterricht zu ersetzen. „Es bleibt dabei, dass an Grundschulen und an allen weiterführenden Schulen verpflichtend Englisch unterrichtet wird“, betonte Gebauer am Freitag (8. Februar) in Düsseldorf.

„Ein Schuss über das Ziel hinaus“

Die Forderungen des Integrationsrates seien „Ein Schuss über das Ziel hinaus“. Außerdem gebe es bereits ein breites Unterrichtsangebot in verschiedenen Sprachen wir Türkisch und Polnisch.

Weitere aktuelle Top-Themen:

Das soll aber nicht den klassischen Fremdsprachenunterricht wie Englisch verändern. „Englisch ist und bleibt die zentrale Fremdsprache, die eine weltweite Kommunikation ermöglicht“, entscheidet Gebauer. mit dpa-Material