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In einer Turnhalle in Lengerich im Kreis Steinfurt kam es am frühen Montagabend zu einer Geiselnahme. Ein Einzeltäter hat 43 Kinder und Jugendliche bedroht. Nun kam heraus: Der Mann war bereits im Visier der Polizei.

Update 8. Januar, 16.40 Uhr: Der Mann, der in Lengerich eine Sportgruppe bedroht und Geiseln genommen haben soll, war bereits Ende Dezember des vergangenen Jahres in den Blickpunkt der Polizei geraten.

Nach Angaben eines Sprechers am Dienstag (8. Januar) hatte er einen Suizid angekündigt. Er wurde daraufhin zum Selbstschutz vorläufig in eine Psychiatrie eingewiesen. Dort habe er mit einer Bombe gedroht. Die Polizei konnte beim Durchsuchen seiner Wohnung jedoch nur handelsübliches Feuerwehr finden.

Update 8. Januar, 6.20 Uhr:

Der Geiselnehmer in Lengerich soll ein 25-jähriger Mann gewesen sein. Laut Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt soll er den Kindern und Jugendlichen mit einer Bombe gedroht haben. „Nach derzeitigem Erkenntnisstand betrat der Mann aus dem Kreis Steinfurt die Turnhalle und drohte damit, in der Halle deponierte Sprengsätze zu zünden“.

In der Turnhalle suchte die Polizei daraufhin mit Sprengstoffspürhunden nach Sprengstoff. Es wurde jedoch keiner gefunden.

Der Täter wird zurzeit vernommen. „Die Ermittler haben bislang noch keine Hinweise auf die Motivation des Täters“, so der Oberstaatsanwalt. „Sie gehen aktuell dabei auch Hinweisen auf eine psychische Erkrankung des Mannes nach.“

Ursprungsmeldung:

Wie die Polizei Münster mitteilt, hat es am frühen Montagabend (7. Januar) in Lengerich im Kreis Steinfurt eine Geiselnahme in einer Turnhalle gegeben. Ein Einzeltäter hat dort eine Übungsgruppe bedroht.

Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen

Der mutmaßliche Täter wurde laut Angaben der Polizei festgenommen. Nach der Geiselnahme wurde die Übungsgruppe von den Einsatzkräften betreut. Verletzt hat sich nach Angaben der Polizei niemand.

Alle 43 Kinder und Jugendliche, die der Übungsgruppe angehörig waren, befinden sich momentan wieder in der Obhut ihrer Eltern. Auch die beiden Betreuerinnen sind augenscheinlich nicht verletzt. Bei Bedarf können alle Beteiligten weiterhin von der Rettungskräften oder der Polizei betreut werden.

Aktuelle Top-Themen

Die Tatortaufnahme in der Turnhalle an der Bahnhofstraße in Lengerich ist abgeschlossen. Die Sperrungen rund herum sind aufgehoben (Stand 21.30 Uhr). Die Polizei ist allerdings weiterhin vor Ort ansprechbar.

Bitte spekuliert nicht!

Die Polizei Münster gibt mit regelmäßigen Beiträgen auf Twitter Informationen zu dem Vorfall heraus. Darunter auch eine Bitte. „Beteiligt euch bitte nicht an Spekulationen!“ heißt es dort vermehrt.

 

Auch die Dortmunder Polizei ist auf den Zug aufgesprungen und bittet ihre Follower ebenfalls, nicht zu spekulieren. Korrekte Informationen würden bei den Kollegen der Münsteraner Polizei vorliegen.

Telefonseelsorge

Normalerweise berichten wir nicht über Suizide oder Suizidversuche. Da dieser im Zusammenhang mit einer schweren Straftat steht, machen wir hier eine Ausnahme.

Wer Hilfe benötigt oder sich in einer vermeintlich ausweglosen Situation befindet, der kann sich jederzeit kostenlos an die Telefonseelsorge wenden:

  • 0800/111 0 111
  • 0800/111 0 222