Bild: Florian Forth/Dortmund24

Illegale Autorennen durch Raser auf dem Ring am Wall sorgen in Dortmund schon lange für Aufregung. Doch nicht nur unsere City ist bei der Raserszene beliebt. In ganz NRW haben sich die Unfallzahlen bis Ende September fast verdoppelt.

Viele Dortmunder haben sich schon an das Thema gewöhnt: Immer wieder sorgen Raser auf dem Ring am Wall für Polizeieinsätze. Auch für einige Unfälle sind die Raser verantwortlich. Erst im November hat ein illegales Autorennen einen Crash mit mehreren Autos verursacht. Wie aus einem Bericht des WDR hervorgeht, ist Dortmund aber offenbar kein Einzelfall.

In NRW habe die Polizei demnach bis Ende September 329 illegale Autorennen dokumentiert – 59 Unfälle seien daraus entstanden. Das sind fast doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum 2017. Im Vorjahr hat es in den ersten drei Quartalen 304 illegale Rennen und 31 Unfälle gegeben.

Dabei wurde im Oktober vergangenen Jahres das Gesetz sogar verschärft: Die Ordnungswidrigkeit wurde zur Straftat.

Das ist der mögliche Grund für den Anstieg

Warum die Zahl der illegalen Autorennen so stark angestiegen ist, kann nicht abschließend beantwortet werden. Laut WDR sei es aber denkbar, dass die Polizei durch das Gesetz mittlerweile nach Unfällen mit erhöhter Geschwindigkeit verstärkt mit Blick auf illegale Autorennen ermittelt.

Zudem hat die Polizei ihre Kontrollen erhöht. In ganz NRW sollen 2018 rund 100 Kontrollen stattfinden.

Stadt Dortmund veranstaltet Dialog mit Rasern

Für viele Anwohner ist die Raserszene in Dortmund ein Dorn im Auge: Der Ring verwandelt sich am Wochenende in eine Rennstrecke und der Parkplatz am Ostwall wird zur „Boxengasse“, einem Treffpunkt der Raser-und Tuningszene. Neben dem Lärm machen sich die Anwohner am Ostwall auch Sorgen um ihre Sicherheit: „Die fahren einfach drüber – egal ob rot oder grün.“

Laut Polizeipräsident Gregor Lange sollen die Kontrollen in Dortmund zukünftig ausgeweitet werden. „Wirksamer ist es, Führerscheine oder gleich ganze Fahrzeuge einzukassieren“, so der Chef der Dortmunder Polizei.

Im Oktober gab es eine Dialog-Veranstaltung zum Thema Raser am Ostwall. Foto: Dennis Liedschulte

Die Stadt Dortmund setzt derweil auch auf diplomatische Lösungsansätze: Am 26. Oktober hatte sie zum Gespräch zwischen Anwohnern, Vertretern der Stadt und den Rasern gebeten. Simon Herder, ein Mitglied der Tuning-Szene, hat dabei vor allem den Unterschied zwischen Rasern und Tunern betont.

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Er fordert einen neuen Treffpunkt für die Szene – der Treffpunkt am Ostwall sei zurzeit von Polizei und Ordnungsamt gesperrt. „Für mich besteht die Lösung in der Verlagerung. Man sollte einen Platz unter polizeilicher Aufsicht für die Szene freigeben, sodass die Idioten, die rasen wollen, gar nicht erst dahin kommen.“