Bild: Dortmund24-Leser Gökhan

Auf der Suche nach einem Parkplatz nehmen wir sie oft als freie, direkt vor der Tür verfügbare Flächen wahr: Behindertenparkplätze. Doch wie sieht die Suche nach einem dieser auf spezielle Bedürfnisse zugeschnittenen Parkplätze für Betroffene aus? Ein Dortmund24-Leser hat es uns wissen lassen.

„Ich bin seit einiger Zeit oft am Phoenix See und habe dort ständig das gleiche Problem als Schwerbehinderter“, schrieb uns Gökhan und meint damit die ständig zugeparkten Behindertenparkplätze rund um die Anlage. Er selbst trägt eine Beinprothese und ist auf Stützen angewiesen – beim Parken und Aussteigen benötigt er viel Platz. Platz, den es da nicht gibt.

Ein- und Aussteigen wird zum Problem

Aufgrund seiner körperlichen Einschränkung braucht Dortmund24-Leser Gökhan viel Platz beim Ein-und Aussteigen. Mal eben schnell rein und raus? Das geht bei ihm nicht. Steht ein anderer Wagen zu nah an seinem, dann wird das Parken zur Tortur. Zu sehen ist das Problem auf dem folgenden Bild:

Der weiße Ford gehört Gökhan. Viel Platz zum Einsteigen hat er nicht. Foto: Dortmund24-Leser Gökhan

Der weiße Ford gehört Gökhan und hat einen Behindertenausweis. Der schwarze BMW daneben hat keinen und steht trotzdem ebenfalls auf dem Behindertenparkplatz. Der BMW parkt relativ nah an dem Ford – was Gökhan bemängelt, denn er kommt so nur sehr schlecht zurück in sein Auto. „Ich muss die Fahrertür komplett aufmachen, um mich ans Lenkrad zu setzen und das geht nicht, wenn einer so dicht parkt“, sagt er in dem Zusammenhang.

Auf dem Bild ist gut zu erkennen, dass der Behindertenparkplatz nur für einen Wagen vorgesehen ist. Erst bei der weißen Linie links im Bild beginnt ein anderer Parkplatz. Der schwarze BMW steht demnach unrechtmäßig auf dem Stellplatz. Gökhan schreibt dazu: „Man braucht sehr viel Platz. Deswegen gibt es auch immer nur einen Parkplatz für ein Auto“, sagt er. Viele andere Autofahrer scheint das nicht zu stören. Oder halten sie den großen Behindertenparkplatz etwa für zwei einzelne?

Parken am Phoenix See. Für Menschen mit Behinderungen manchmal eine Tortur. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Bei drei von sechs Besuchen sei das Problem bereits vorgekommen. Am Wochenende, so Gökhan, habe er sogar mal beobachtet, wie zwei Wagen ohne Ausweise den Parkplatz zugestellt haben. In den meisten Fällen seien die Falschparker übrigens nicht aus Dortmund.

Behindertenparkplätze sind Problemkinder der Stadt

Auf Nachfrage bei der Stadt Dortmund teilte uns dessen Pressesprecher Maximilian Löchter mit, dass sich „das Problem der zugeparkten Behindertenparkplätze bzw. der Nutzung der Behindertenparkplätze ohne einen legitimierenden Original-Schwerbehindertenparkausweis durch das gesamte Stadtgebiet ziehe und der Bereich des Phoenix Sees dabei nicht signifikant auffällig sei“.

Dass das Problem am Phoenix See überhaupt besteht, ist für Menschen mit Behinderungen besonders ärgerlich. Denn auf Grund seiner Barrierefreiheit wird das Naherholungsgebiet im Dortmunder Stadtteil Hörde zum beliebten Ausflusgsziel.