Leidenschaftliche Modellbau-Fans kommen von Mittwoch (4. April) bis Sonntag (9. April) in Dortmund ganz auf ihren Geschmack. Die Messe Intermodellbau läuft dann in den Westfalenhallen. Das Highlight in diesem Jahr sind spektakuläre Drohnenflüge und knallharte Roboterduelle.

Dortmund – Modellbau und Modellsport entwickeln sich ständig weiter. Die Intermodellbau, die weltgrößte Messe ihrer Art, spiegelt diese Entwicklung wieder. „Der Hype um Drohnen ist riesig. Ihre „Sexiness“ sehen wir als eine Chance für den Modellbau. Fernsteuerbare Modelle begeistern junge Menschen und sind up to date“, sagt Steffen Kahnt vom Bundesverband Spielwarenhandel und begründet warum in diesem Jahr auf Drohnen gesetzt wird.

In zehn Messehallen erwarten den Besucher über 550 Aussteller mit vielfältigen Angeboten und den neusten Trends. Klassiker wie Modelleisenbahnen, Flugzeugmodelle, Schiffe und Fahrzeuge werden aber auch in diesem Jahr nicht fehlen.

Neu: Intercopter Racing in der Ich-Perspektive

Premiere auf der Intermodellbau 2017: Gemeinsam mit dem FPV Modellrennsport Ruhrgebiet e.V. gibt die Messegesellschaft im Kuppelbau der legendären Westfalenhalle den Startschuss für den Intercopter Racing Cup. Beim Intercopter-Racing durchfliegen Spitzenpiloten mit bis zu 100 km/h einen Parcours. Die Indoor-Flights haben aufwendige Kulissen, dramatische LED-Beleuchtung und besonders enge Kurven. „Beim FPV-Racing steuern die Piloten nicht einfach nur einen Multicopter. Dank Kamera und Videobrille erleben sie risikoreiche Manöver hautnah und fliegen quasi mit“, erzählt Björn Neuhaus vom Multikopter-Verein FPV.

Einen kleinen Einblick gefällig? So sieht ein Intercopter-Race aus der Pilotenperspektive aus:

Auch das Publikum sieht nicht nur die Racing Flieger durch die Halle flitzen: Große Bildschirme zeigen die First Person View der Multikopter und somit können sich die Zuschauer in den Piloten hineinversetzen und alles aus seiner Sicht miterleben.

„Es kracht schon viel, man muss da auch mal was reparieren“, erzählt Adam Pyschny sein Hobby. Pyschny ist zweiter Vorsitzender des FPV Modellrennsport Ruhrgebiet e. V. Die engen Kurven werden den Piloten zu waghalsigen Manövern zwingen und provozieren Zusammenstöße. Obwohl viele Drohnen oft Stabilisatoren haben, die heftige Bewegungen ausbremsen können, fliegen die Rennprofis der FPV-Racing-Szene ohne solche Assistenten. „Nur so kann man aus den Drohnen, das letzte bisschen Wendigkeit herauskitzeln“, sagt Pyschny.

Die Video-Brillen speichern die Aufnahmen auf eine SD-Karte und man kann sie nach dem Racing mit nach Hause nehmen.

Dieser Profi-Race aus Litauen will in Dortmund den Sieg beim Intercopter-Racing holen. Foto: Murat Akin/Dortmund24

Jeder kann mitmachen

Teilnehmer aus sieben Nationen werden beim Drohnen-Rennen dabei sein. Hier kann jeder mitmachen, der einen Nachweis zum Fliegen hat. Die Flieger werden dann getestet, ob sie flugtauglich für das Rennen sind.

„In Deutschland gibt es zurzeit etwa 5000 Leute, die das intensiv betreiben. Und der Plan ist, dass es künftig eine übergreifende deutsche Hallenmeisterschaft gibt“, sagt Pyschny. First-Person-View-Racings sind vor allem in den USA durch das hohe Tempo und die vielen Zusammenstöße ein attraktiver Zuschauersport. Profi-Racer gewinnen Preisgelder bis zu einer Million Dollar bei internationalen Wettbewerben.

Der Einstig ist nicht übermäßig teuer: Für die Kombination aus Videobrille, Zubehör und dem ersten Multicopter müssen Interessenten Pyschny zufolge 1000 Euro einplanen.

Duell der Blechkameraden – Roboterwettkämpfe als Trendsport

Ein weiterer Trend auf der Intermodellbaumesse spielt sich zwar nicht in der Luft ab, ist jedoch nicht weniger spektakulär als die Drohnen-Rennen: Bei Roboter-Wettkämpfen gehen Kontrahenten mit Säge und Hammer aufeinander los, stoßen einander in Gruben oder verteilen Stromstöße. Die Roboter werden ferngesteuert und sind aus Kunststoff oder Metall. Zimperlich geht es bei Roboter-Fights nicht zu.

„Es geht darum, den anderen fahrunfähig zu machen oder in eine Grube zu schubsen“, erkärt Marcel Kussmann vom Verein German Roboteers Association das Prinzip. Wie beim Boxen oder bei anderen Kampfsportarten gibt es auch beim Roboter-Fight strenge Regeln. Bestimmte Waffen wie Flammenwerfer sind zum Beispiel verboten. Die Roboter kämpfen nach Gewichtsklassen – Minimalgewicht 150 Gramm, Maximal-Gewicht 13,5 kg.

Weitere Highlights

Der TV-Sender DMAX nutzt die Intermodellbau 2017 am Sonntag (9. April) als Bühne für eine Siegerehrung: In „Die Modellbauer – Das Duell“ treten erfahrene Tüftel-Cracks gegeneinander an. Nur die besten Modellbauer stellen sich der Challenge. Die Siegerehrung geht in Halle 2 über die Bühne und wird für die Sendung „Die Modellbauer – Das Duell“ aufgezeichnet.

Beim Model-Show „Spotlight“ sind Truck-Fans genau richtig. Hier bewegen Lastwagen-Modelle Erdmassen, erklimmen Rampen oder löschen Feuer. Die Roadworker-Arena bietet Spannung, Action und Informationen rund um den Truck-Modellbau.

Trucker-Fans kommen ganz auf ihren Geschmack bei der Intermodellbau 2017. Foto: Murat Akin/Dortmund24

Im Modell-Flugzeug-Bereich erwarten den Besucher 20.000 Modelle. Das Highlight ist der Eurofighter Thyphon. Es hat ein Abfluggewicht von 50 kg und eine Länge von 3,7 Metern.

Verschiedene Flugzeug-Modelle bei der Intermodellbau 2017. Foto: Murat Akin/Dortmund24

Wieder zu den Publikumsmagneten werden auch in diesem Jahr die Modelleisenbahnanlagen zählen. Ganz neu in diesem Jahr: Die H0-Modulanlage aus den Niederlanden. Eine bunte Mischung von Fahrzeugen aller Epochen ist auf der Anlage unterwegs.

Mehr als 40 Vereine und Klubs stellen ihre Schiffsmodelle aus. In dem 400 Quadratmeter großem Wasserbecken in Halle 5 ziehen Segel-, Motor- und U-Boote ihre Kreise. Alles was schwimmen kann, lassen die Modellbauer hier zu Wasser.

Schiffsmodelle im 400 Quadratmeter großem Wasserbecken. Foto: Murat Akin/Dortmund24

Für Kinder und Jugendliche werden ferngesteuerte Fahrzeuge (RC-Car) für große Augen sorgen. In Halle 8 können sie RC-Cars selber bewegen und beim Tamiya Fighter-Cup, die größte Jugendrennserie für ferngesetuerte Aletroautos, mitmachen.

Auch das Ausstellerangebot ist sehr vielfältig. Es reicht im technischen Bereich bis zu 3D-Druckern und Werkzeugmaschinen für die computergestützte Konstruktion und Fertigung von Bauteilen. Besonders faszinierend: Friedhofs-Bauteile für die Modellbahnanlage – von der Friedhofskapelle bis zum Mausoleum und Bestattungsfahrzeuge.

Aus aktuellem Anlass (500 Jahre Reformation) erscheint auch Martin Luther als Figur für die Modelleisenbahn. Der Arm bewegt sich täuschend echt – so kann das berühmte Anschlagen der Thesen en miniature dargestellt werden.

 Thematische Schwerpunkte:

  • Westfalenhalle: Intercopter Racing Cup
  • Halle 2: FPV, Drohnen, ICR_Cup-Boxengasse
  • Halle 2N: Roboterschaukampft-Arena
  • Halle 3A: RC-Car-Rennen
  • Halle 3B: RC-Modellsport, Flugmodellbau
  • Halle 4: Eisenbahnmodellbau
  • Halle 5: Schiffsmodellbau, Kartonmodellbau
  • Halle 6: Automodelle, Funktionsmodellbau, Figurenmodellbau, Standmodellbau
  • Halle 7: Eisenbahnmodellbau
  • Halle 8: Kirmesmodellbau, Dampfmodellbau, Militärmodellbau, Plastikmodellbau
  • Aussengelände, zwischen Halle 4 und Halle 7: Aktinsfläche für Verbrennerfahrzeuge

Info: Die Intermodellbau findet von Mittwoch, den 05. bis Sonntag, den 09. April 2017 statt. Am Mittwoch bis Samstag von 9 – 18 Uhr. Am Sonntag von 09 – 17 Uhr. Die Tageskarte für Erwachsene kostet 12 Euro (online) bzw. 14 Euro an der Tageskasse. Kinder zahlen 5 bzw. 6 Euro. Weitere Infos findet ihr hier.