Die Polizei in Dortmund denkt über die Ausweitung der Videoüberwachung nach. Was in der Brückstraße laut Polizei schon gut funktioniere, soll möglichst schnell auch in der Münsterstraße in der Nordstadt greifen – allerdings mit einem anderen Konzept.

Die Pläne für die Videoüberwachung in der Münsterstraße werden immer konkreter. Wie Polizeipräsident Gregor Lange in einer Pressekonferenz am Dienstag (5. Februar) erklärte, würden in nächster Zeit Gespräche mit Anwohnern und Gewerbetreibenden aus der Münsterstraße geführt.

„Wir hoffen auf Zuspruch“, sagt Lange, der ein Befürworter der Videoüberwachung ist. Anfang 2020 könnte die Polizei die ersten Kameras scharf stellen.

Videoüberwachung in der Münsterstraße mit anderem Konzept

Während aber im Ausgehviertel in der Brückstraße seit Dezember 2016
nur von Freitag bis Sonntagmorgen und da auch nur in der Zeit von 22 bis 7 Uhr gefilmt wird, soll das Konzept in der Münsterstraße ein anderes sein.

Videoüberwachung / Kameras / Kamera in der Brückstraße / im Brückstraßenviertel. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24
Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange will die Videoüberwachung in Dortmund ausweiten. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

„Wir haben dort keine Beschränkung nur aufs Wochenende“ betont Gregor Lange. Videoüberwachung spiele in der Münsterstraße in der gesamten Woche eine Rolle.

Denn anders als in der Brückstraße, spielt sich das Leben in der Einkaufsstraße – mit ihren vielen Supermärkten und Geschäften – am Tage ab. Und weil dort stets viele Menschen unterwegs sind, spricht die Polizei von hohen „Tatgelegenheitsstrukturen“. Heißt: Die Gelegenheit dort eine Straftat zu verüben – etwa einen Diebstahl – ist besonders hoch.

Nur ein Baustein im Kampf gegen die Kriminalität

Um Diebstähle, Drogenverkäufe und andere Delikte nicht in andere Straßen der Nordstadt zu verlagern, will die Polizei die Videoüberwachung in der Münsterstraße nur als einen Baustein im Kampf gegen die Kriminalität einsetzen. Zusätzlich bauen die Ordnungshüter auf Präsenz durch Polizeistreifen, die eigens einberufene Ermittlungskommission Nordstadt und die Kooperation mit dem Ordnungsdienst der Stadt Dortmund.

An der Brückstraße hängen seit Dezember 2016 Kameras zu Videoüberwachung in luftiger Höhe. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24
An der Brückstraße hängen seit Dezember 2016 Kameras in luftiger Höhe. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Politisch beschlossen ist die Aufstellung der Videokameras allerdings nicht – jedenfalls nicht in Dortmund. Das wiederum merken die Grünen im Rat der Stadt kritisch an. Es sei eine Entscheidung von Innenministerium und Polizei, die Kameras anzubringen.

Kritik der Grünen

Die Grünen kritisieren unterdessen, dass es nach Einbau der Videokameras an der Brückstraße sogar zu einem Anstieg von Straßenkriminalität im videoüberwachten Bereich gekommen sei. Die Polizei hält dagegen, die Zahl sei durch die erhöhten Kontrollen gestiegen.

Gleichzeitig sprächen in den Augen der Grünen Verdrängungseffekte, der Datenschutz und die Eingriffe in persönliche Freiheitsrechte gegen mehr Überwachung.

Die Stadt unterdessen hat inzwischen den sogenannten „Masterplan Kommunale Sicherheit“ ausgearbeitet, in dem sie festgelegt hat, wie sie künftig unter anderem mit dem Thema Videoüberwachung umgehen will. Der Masterplan sieht vor, Videoüberwachung nicht flächendeckend einzusetzen – was die Polizei im Übrigen auch nicht vor hat.

Aktuelle Top-Themen:

„Eine mit Augenmaß betriebene Ausweitung der Videoüberwachung erscheint geeignet“, heißt es in dem Papier, das nun den politischen Gremien zur Abstimmung vorgelegt wird. Gefordert wird darin, dass es durch den Einsatz von Kameras nicht zur Verdrängung der Kriminalität in andere Straßen komme. So sollte die Stadt künftig laut Papier ein Mitspracherecht bei der Festlegung des Standortes einer Kamera haben.