Bild: Katasteramt Stadt Dortmund

Die Faßstraße soll dauerhaft umgebaut werden – der Plan steht schon länger. Die Fahrbahn ist bereits von zwei auf einen breiteren Fahrstreifen reduziert worden. Jetzt geht es aber für die Stadt Dortmund in die letzten Vorbereitungen. Der Bereich soll moderner und sicherer werden. Aber genau dieser Umbau ist sehr umstritten und vor allem eins: teuer.

Update: Die Umbaumaßnahme hat in der Bezirksvertretung keinen Zuspruch gefunden. Eine Mehrheit aus CDU und Grünen lehnen das Projekt ab, berichtet Radio 91.2. Zu teuer! so der Grund für die Gegenstimmen.

7,3 Millionen Euro soll der Umbau inzwischen kosten – bisher waren aber nur 4,3 Millionen geplant. Die Bauleitplanung für die Faßstraße soll im Rat am 13. Dezember beschlossen werden. Die SPD, die für den Umbau stimmte, hofft dann auf eine Mehrheit im Rat.

Zum Thema: Zwischen Hörde Zentrum und dem Phoenix See gilt die Faßstraße als die wichtigste Verbindung. Wer aus Hörde City zum See will, muss die Straße queren.

Ziel der Stadt ist es, die Faßstraße städtebaulich aufzuwerten und die Barrierewirkung der Straße zu reduzieren.

2016 hat die Stadt einen Verkehrsversuch gestartet um zu testen, wie das Modell einer „fast vierspurigen Straße“ hier funktioniert. Dabei wurden aus ursprünglich vier Fahrstreifen zwei Breite. Künftig sollen dadurch breitere Gehwege, neue Baumpflanzungen, Parkplätze, zum Teil signalisierte Querungsstellen und ein begrünter Mittelstreifen entstehen.

An der umgebauten Faßstraße sollen bei niedriger Geschwindigkeit immer noch 2 Autos nebeneinander fahren können. Foto: Katasteramt Stadt Dortmund

Tempo 30 und breitere Gehwege

Gerade Fußgänger und Fahrradfahrer sollen durch den Umbau profitieren. Auf der kompletten Faßstraße wird Tempo 30 gelten. Es gibt einen eigenen Fahrradweg und einen breiteren Gehweg. Außerdem sollen mehr Übergänge es einfacher machen, die Straßenseite zu wechseln. Außerdem soll es neue Beleuchtung geben. SPD und Grüne hatten seinerzeit die Pläne für dieses Modell unterstützt.

Mehr Schaden als Nutzen

Die CDU in Hörde hatte dagegen schon zu Beginn der Planungen mit Skepsis reagiert. Der derzeitige Plan bringe mehr Schaden als Nutzen: „Weder Autofahrer, noch Anwohner, noch Radfahrer oder Fußgänger profitieren davon, wenn auf Biegen und Brechen ein Straßenumbau stattfindet.“

Es wird befürchtet, die Faßstraße könnte aufgrund stockenden Verkehrs eine neue Brackeler Straße mit hohen Abgaswerten werden. Sie dürfe nach dem Umbau nicht ihren Nutzen verfehlen.

Auch die Anwohner beschweren sich über Rückstau durch das geringere Tempolimit: „Wenn sie aus der Stadt kommen, ist die Straße zunächst vierspurig. Dann wird sie auf einmal zweispurig – das merkt man natürlich“. Verkehrsteilnehmer kritisieren unterdessen die Verwirrung durch die überbreite Fahrbahn.

Sieben Millionen Euro Umbaukosten

Nach Plänen von 2017 sollte der Umbau rund 4,8 Millionen Euro kosten. Mittlerweile kommt die Stadt bei dem Umbau auf Kosten von 7,2 Millionen Euro. Eine Stellungnahme der Stadt steht dazu noch aus.

Das Tiefbauamt der Stadt Dortmund wird nach Beschluss des Rates voraussichtlich Anfang 2019 mit dem Umbau beginnen.