Die Hörder Burg am Phoenix See ist schon mehr als 800 Jahre alt. Inzwischen beherbergt sie die Sparkassenakademie Nordrhein-Westfalen. Dafür ist das alte Gebäude umgebaut worden. Jetzt hat es zahlreiche Schulungsräume und ein Restaurant. Alles sehr modern, aber die Reste der Vergangenheit sind noch sichtbar.

Die Sparkassenakademie Nordrhein-Westfalen feiert am Donnerstag (12. Juli) ihre offizielle Eröffnung in der Hörder Burg am Phoenix See. Der Betrieb in der alten Burg läuft jedoch schon seit 2017. Anfang 2018 ist noch ein Neubau hinzugekommen.

Aus dem ehemaligen Adelssitz ist ein modernes Schulungszentrum der größten Sparkassenakademie geworden. Insgesamt stehen der Einrichtung 7300 Quadratmeter in der alten Burg und im Neubau zur Verfügung. In den 45 Schulungsräumen können täglich bis zu 800 Menschen unterkommen.

Doch das Gebäude steht nicht nur Mitarbeitern der Sparkassen offen. Jeder kann in der „Esszeit“ zu Mittag, Abend oder einen Snack essen. Betreiber ist die KHC Westfalenhallen GmbH. Mittags gibt es zwei Hauptgerichte zur Auswahl, außerdem Pizza oder Pasta, Salatschüsseln und verschiedene Desserts. Abends soll es ab Montag (16. Juli) im Restaurantbetrieb „German Abendbrot“ mit herzhaft belegten Broten und Burgern geben.

Altes erhalten

Während sich die „Esszeit“ im Neubau der Akademie befindet, sind viele Schulungsräume in der alten Hörder Burg untergebracht. Die Architekten Schamp und Schmalöer haben bei der Gestaltung darauf geachtet, dass zahlreiche alte Elemente erhalten bleiben.

So geht die weiße Wand im Flur an mehreren Stellen in die originale mittelalterliche Steinwand über. Einen Schulungsraum ziert eine Stuckdecke, einen anderen eine Decke aus Holzimitat. An einer Wand steht über dem Dozenten in alter Schrift „Auf den Boden spucken verboten“.

Tekin Yaz ist der Vorstand der Sparkassenakademie Nordrhein-Westfalen. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

„Die Architekten nennen diese Elemente ‚Fenster der Vergangenheit'“, sagt Tekin Yaz, Vorstand der Sparkassenakademie Nordrhein-Westfalen. So habe jeder Raum einen anderen Charakter. „Das ist ein Arbeitsumfeld, das nicht normal ist“, meint er. Die Mitarbeiter und Schulungsgäste würden die Gestaltung unterschiedlich aufnehmen. „Die Mischung aus Moderne und Altem gefällt nicht jedem, aber das Gro findet sie toll“, so Yaz.

Fotos aus der Burg

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
Solche „Türen der Vergangenheit“ gibt es einige in der Hörder Burg. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
Hinter der Zimmertür verstecken sich solche Überbleibsel aus alten Burgzeiten. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
Diese Wand stammt noch aus dem Mittelalter. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hörder Burg Fotos Sparkassenakademie Nordrhein-Westfalen am Phoenix See in Dortmund
„Auf den Boden spucken verboten“: Diese Aufschrift stammt aus der Zeit, als in dem Raum Lohntüten an die Arbeiter ausgegeben wurden. Dafür mussten die Menschen oft lange anstehen. Da war die Gefahr groß, dass sie zwischendurch mal auf den Boden spuckten. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
Auch von außen ist der Raum beschriftet. „Haupt-Kasse“ heißt der Ort für die Abgabe der Lohntüten. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
An der Außenwand der Burg sind ebenfalls alte Schriftzüge freigelegt worden. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Seltene Stücke

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
Die gusseiserne Stahltreppe im Burgturm wurde bei den Bauarbeiten entdeckt. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
Von ihr gibt es laut dem Vorstand der Sparkassenakademie NRW nur noch wenige Exemplare in der ganzen Welt. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
Das alte Kaminzimmer wurde auch wieder hergerichtet. Jedoch ist es als einziger Raum nicht an die Sparkassenakademie vermietet. Die zukündtige Nutzung steht noch nicht fest. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
Diesen Raum ziert noch eine weiße Stuckdecke. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
Und diese Decke ist aus Gips – das „Plastik“ der damaligen Zeit war günstiger als Holz. Damit der Gips trotzdem so aussieht, wurde er mit Bierfarbe angestrichen. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
Das ist der größte Raum in der Burg. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
Originale Burgfenster und moderne Dachfenster Seite an Seite – das gibt es selten. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Brücke zwischen alt und modern

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
Die Verbindung von Moderne und Altem ist auch baulich durch diesen Glasgang zu sehen. Links ist die Hörder Burg, rechts der Neubau. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
Ein Blick aus dem Glasgang nach draußen. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
Direkt neben der Hörder Burg hat das Hotel Hampton by Hilton eröffnet. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
Das Hotel und die Burg trennt nur ein grüner Innenhof. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
So sieht der Neubau von der Seeseite aus. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
Es gibt sogar einen großen Balkon mit Seeblick – bei Sonnenschein bestimmt noch schöner. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
Der Konferenzsaal ist der größte Raum im Neubau. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Essen für Mitarbeiter und Gäste

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
Im Neubau befindet sich auch die „Esszeit“, die Kantine, Imbiss und Abendrestaurant in einem ist. Hier ist die Imbisstheke zu sehen. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
Betreiber der „Esszeit“ ist die KHC Westfalenhallen GmbH. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

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Im Imbiss gibt es Snacks, ab 16. Juli serviert das Abendrestaurant auch belegte Brote und Burger. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
Vorne der Bereich für Imbiss und Restaurant, hinten die Kantine. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
Das ist der Ausgabebereich der Kantine. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hörder Burg Sparkassenakademie NRW am Phoenix See
Zur Auswahl stehen jeden Mittag zwei Hauptgerichte, Pizza oder Pasta und Salat vom Buffett. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Adelssitz, Fabrik, Bildungszentrum

Die Hörder Burg hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Sie wurde erstmals 1198 in einem Diplom von Kaiser Otto IV. erwähnt. Anfangs gehörte sie der Adelsfamilie von Hörde, dann kaufte am Ende des 13. Jahrhunderts ein märkischer Graf das Gebäude.

Nach dem Aussterben des Grafenhauses ging die Burg an Brandenburg-Preußen. Im 30-Jährigen Krieg wurde die Burg mehrmals besetzt, aber erfolgreich verteidigt. Nach einem Brand Ende des 17. Jahrhunderts verfiel die Burg zusehends.

Im 19. Jahrhundert kaufte ein Amtmann die Burg, danach Fabrikant Piepenstock aus Iserlohn. Das Unternehmen baute die Burg stufenweise um. Der ursprüngliche Stil blieb jedoch erhalten – bis heute. In den vergangenen Jahren wurden viele Gebäudeteile erneuert. 2017 zog die Sparkassenakademie ein.

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