Die Stadt Dortmund hat eine Umfrage zum Wohnungsmarkt unter tausenden Dortmundern durchgeführt. Sie fragte unter anderem nach der Zufriedenheit mit der Wohnsituation, nach Bedürfnissen und Wünschen zum Wohnen.

Wohnen ist in Dortmund zurzeit kein leichtes Thema. Durch vermehrten Zuzug ist der Wohnungsmarkt seit ein paar Jahren angespannt. Eine aktuelle Umfrage der Stadt zeigt, dass die Bürger sich dieser Situation bewusst sind. Die Mehrheit der Befragten gab an, dass es schwer sei, eine preisgünstige Wohnung zu finden (65 Prozent), dass zu wenig große Wohnungen für Familien zur Verfügung stünden (58 Prozent) und dass es an seniorengerechten beziehungsweise barrierefreien Wohnungen mangele (57 Prozent).

Dennoch finden die meisten Befragten, dass Dortmund ein attraktiver Wohnstandort ist (57 Prozent). Nur zehn Prozent stimmten dieser Aussage nicht zu. Die meisten Umfrageteilnehmer (73 Prozent) gaben an, dass sie mit ihrer jetzigen Wohnsituation zufrieden sind. Sieben Prozent zeigten sich unzufrieden.

Nordstadt-Bewohner sind am wenigsten zufrieden

Jedoch gibt es in Bezug auf die Zufriedenheit mit der Wohnsituation große regionale Unterschiede innerhalb unserer Stadt. Von den befragten Bewohnern der Innenstadt-Nord halten sich nur 37 Prozent für zufrieden und 24 Prozent für unzufrieden. Die meiste Zufriedenheit zeigten die Bewohner im Osten von Dortmund, zum Beispiel in Brackel (höchster Wert mit 82 Prozent), in der Innenstadt-Ost und in anderen südlichen Außenstadtbezirken. Auffällig ist, dass in Brackel nur drei Prozent der Befragten mit ihrer Wohnsituation nicht zufrieden sind.

Die Stadt fragte die Bürger auch nach ihren Wünschen, falls sie umziehen wollen. Dabei kam heraus, dass die Nachfrage nach Mietwohnungen mit 40 Prozent mit Abstand am höchsten ist. Danach folgen mit 13 Prozent Ein- beziehungsweise Zweifamilienhäuser im Eigentum und mit 13 Prozent Eigentumswohnungen. Weitere wichtige Kriterien bei der Wohnungssuche sind unter den Befragten „gut gelegen“, „günstig“, „barrierefrei“ und „sparsam im Energieverbrauch“.

Stadt setzt sich Ziele

Die Stadt beteiligte an der Umfrage außerdem Vertreter bestimmter Bevölkerungsgruppen wie Senioren, Menschen mit Behinderung und Wohnungslose, des Weiteren Wohnungsmarktakteure und Mitarbeiter der Verwaltung. Laut Mitteilung der Stadt bekam sie dadurch vielfältige Anregungen. Notwendig sei zum Beispiel die Steuerung des Verhältnisses von Einfamilienhaus- und Geschosswohnungsbau in Baugebieten, die Gewährleistung der Nahversorgung in Wohnquartieren und die Vermeidung von Segregationsprozessen (Trennung verschiedener Bevölkerungsgruppen) in der Stadt.

Sie setzt sich unter anderem zum Ziel, attraktive Angebote für Familien weiter auszubauen, Unterstützungsangebote für Wohnungslose bedarfsgerecht auszuweiten und das Angebot an barrierefreiem Wohnraum zu erweitern.

Info:

Die Bürgerbefragung „Wohnen heute & morgen“ ist von der Dortmunder Statistik im Auftrag des Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes im März/April 2017 durchgeführt worden. Angeschrieben wurden 6.000 per Zufall ausgewählte Dortmunder Einwohner mit Hauptwohnsitz im Alter zwischen 18 und 80 Jahren. Zwei Wochen nach dem Versand fand eine einmalige Erinnerungsaktion statt. Die Rücklauffrist betrug insgesamt fünf Wochen.

Abzüglich 207 stichprobenneutraler Ausfälle (in der Regel nicht zustellbare Schreiben) sind 5.793 Befragte erreicht worden. Von ihnen haben 2.033 einen ausgefüllten Fragebogen an die Dortmunder Statistik zurückgesandt. Die Rücklaufquote beträgt damit 35 Prozent und bewegt sich laut der Stadt Dortmund auf dem Niveau anderer städtischer Umfragen zur Lebens- und/oder Wohnqualität.

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