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Die ersten Sonnenstrahlen locken uns aus unseren Wohnungen. Ab in den Park, ein Spaziergang um den Phoenix See oder vielleicht direkt in den eigenen Garten? Wer kein Haus besitzt, weicht gerne auch in den Kleingarten aus. Neu in diesem Jahr: Trampoline, „übergroße“ Schwimmbecken und Fußballspielen ist dort verboten. 

Dortmund – Und ganz ehrlich – das ist scheiße! Für viele Familien ist die Parzelle das Wohnzimmer im Grünen, die Flucht aus dem Alltag oder ganz einfach eine zusätzliche Nahrungsquelle. „Zweck des Vereins ist die Förderung des Kleingartenwesens und die Förderung des Umwelt- und Landschaftsschutzes.“ Das steht so in der Satzung des Stadtverbands Dortmunder Gartenvereine.

Obst, Gemüse, Zierpflanzen – all das gibt es in den Kleingärten in Hülle und Fülle. Was anscheinend nicht ins Bild passt, sind spielende Kinder. Anders lässt sich der Vorstandsbeschluss der Gartenfreunde nicht erklären. Zwar gibt es in über 80 der 118 Kleingartenvereine Spielplätze, aber da sollen die Kinder dann auch am besten bleiben.

Werden jetzt auch noch Kinder verboten?

Denn der Stadtverband verbietet jetzt Trampoline, „übergroße“ Schwimmbecken und das Fußballspielen. Das wirkt auf mich so, als würde man die Kinder am liebsten gleich mit verbieten. Der Stadtverband beruft sich bei den Trampolinen auf die Unfallgefahr und darauf, dass ein solches Spielgerät keine kleingärtnerische Nutzung sei.

Das mit der Unfallgefahr lasse ich gelten. Aber auch dafür gibt es inzwischen Netze, die Schutz garantieren. Klar, Kleingärten sollen die Jugend zur Naturverbundenheit erziehen. Aber welches Kind ist in der Lage, den ganzen Tag lang zu buddeln, zu pflanzen und zu gießen? Ich würde mal behaupten keins.

Zum Kind-Sein gehört Abwechslung

Denn Kinder brauchen Abwechslung, brauchen verschiedene Möglichkeiten sich auszutoben und brauchen das Gefühl, nach einem langen Tag im Garten todmüde ins Bett zu fallen und sich so wunderbare Erinnerungen zu schaffen! Ich bin mir sicher, dass viele der Kleingartenbesitzer, die jetzt die Verbote beschlossen haben, ihre Kindheit und Jugend genau so verbracht haben.

Kinder machen Lärm. Und das ist gut so. Dass es zu Beschwerden über diese Lärmbelästigung kommt, ist auch klar. Aber lässt sich das nicht persönlich von Gartenzaun zu Gartenzaun lösen? Warum müssen gleich Verbote geschaffen werden, die den Nachwuchsgärtnern von morgen das Leben schwer machen?