Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa

Egal ob Wurst-Willi oder Hans im Glück – Restaurants, Imbisse und Co. müssen sich regelmäßig den Hygienekontrollen des Ordnungsamtes stellen. Dabei wird in ganz Deutschland jeder vierte Betrieb beanstandet. Die Kunden wissen davon in der Regel nichts. Das soll sich jetzt mit „Topf Secret“ ändern.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch und die Transparenz-Initiative FragDenStaat haben am Montag (14. Januar) die Online-Plattform „Topf Secret“ gestartet. Dort können die Ergebnisse der Kontrollen eingesehen werden oder die Nutzer können sie direkt bei der zuständigen Behörde anfragen.

Bisher nur Wurst-Willi bei „Topf Secret“ in Dortmund

In Dortmund ist bisher nur das Ergebnis des beliebten Imbisses Wurst-Willi in der Fußgängerzone einsehbar. Currywurst-Fans können aber aufatmen – es gab nichts zu beanstanden.

Ob das aber auf jeden Lebensmittelbetrieb in Dortmund zutrifft, ist relativ intransparent. Foodwatch und FragDenStaat wollen nach eigener Aussage mit der Mitmach-Plattform Druck aufbauen, damit Behörden in Zukunft alle Kontrollergebnisse veröffentlichen müssen.

Erst das schaffe den nötigen Anreiz für Lebensmittelbetriebe, sich jeden Tag an alle lebensmittelrechtlichen Vorgaben zu halten. Mit der Plattform wollen die Organisationen außerdem eine Lösung in der Politik anregen.

Bei der Stadt Dortmund blickt man den Anfragen über das Online-Portal gelassen entgegen. „Wir haben bereits einige Anfragen über Frag den Staat bekommen. Die werden bei uns genau so behandelt wie andere Anfragen auch“, so Maximilian Löchter, Pressesprecher der Stadt Dortmund.

„Topf Secret“ erntet Kritik vom DEHOGA

Bereits im Vorfeld erntete „Topf Secret“ viel Kritik vom deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA). Geschäftsführerin Ingrid Hartges kritisierte das Portal in der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung als „reinsten Populismus“. Gastronomen dürften nicht zu Unrecht an den öffentlichen Pranger gestellt werden.

Oliver Huizinga, Leiter Recherche und Kampagnen bei foodwatch hält dagegen. Er sagt:„Kakerlaken in der Backstube, Schimmel im Lieblingsrestaurant, ekelerregende Zustände in der Wurstfabrik – die zuständigen Behörden wissen genau, in welchem Unternehmen geschlampt wird.

Die Verbraucherinnen und Verbraucher erfahren das in der Regel nicht, nur Ausnahmefälle müssen veröffentlicht werden. Mit dieser Geheimniskrämerei schützt die Bundesregierung die Schmuddelbetriebe auf Kosten der Verbraucherinnen und Verbraucher und der vielen sauber arbeitenden Unternehmen.“

Online-Plattform ist noch unvollständig

Auf der neuen Online-Plattform „Topf Secret“ können Kunden jetzt entweder selbst einen Antrag auf Veröffentlichung der Ergebnisse amtlicher Hygiene-Kontrollen stellen. Oder sie können in der Datenbank die angeforderten Berichte nachlesen.

Aktuelle Top-Themen:

In Deutschland veröffentlicht das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nur anonymisierte Statistiken und Daten über die Lebensmittelüberwachung. Die Quote der beanstandeten Betriebe liegt seit Jahren nahezu unverändert bei rund 25 Prozent.