Bereits Anfang der Woche drohte der See im Rombergpark zu ersticken. Kurz zuvor fragte man sich auch am Phoenix See: Wo ist denn das Wasser hin? Wie wir alle, leiden auch die Dortmunder Gewässer unter der Hitze. Doch was bedeutet das genau?

Der See im Rombergpark – und vor allem die in ihm lebenden Tiere – hatte gerade noch einmal Glück. Mitarbeiter des Rombergparks hatten die Feuerwehr alarmiert, da sie beobachtet hatten, dass der Wasserstand des Sees stark gefallen war. Ganze 90 Zentimeter fehlten in dem See bereits. Der See drohte zu kippen.

Tiere gerieten in Lebensgefahr

Befüllung des Sees im Rombergpark. Foto: Feuerwehr Dortmund

Wenn ein Gewässer umkippt, bedeutet das, dass sich der Sauerstoffgehalt dramatisch verringert. Das passiert, wenn zum Beispiel bei hohen Temperaturen mehr Pflanzen und Algen im Wasser wachsen.

Bei deren Zersetzung wird viel Sauerstoff verbraucht, welcher dann den anderen Lebewesen im Wasser fehlt. Die Tiere im See des Rombergparks gerieten in Lebensgefahr. Der See brauchte dringend frisches Wasser.

Also zapfte die Feuerwehr kurzerhand einen Hydranten des Rombergparks an und leitete das Wasser in den See. Dadurch wird der See nun nicht nur mit frischem Wasser befüllt, sondern auch mit neuem Sauerstoff versorgt.

Phoenix See: Wasserstand sinkt

Ziemlich entspannt ist dagegen die Lage am Phoenix See. Betriebsleiter Georg Sümer sieht den See nicht ansatzweise in Gefahr, umzukippen. Der Wasserstand ist aber auch hier deutlich gesunken. Zwanzig bis 25 Zentimeter fehlen dem See bereits. „Und zwanzig Zentimeter in der Vertikalen machen ganz schnell mal einen Meter in der horizontalen aus“, so Sümer. Heißt, an flachen Uferstellen ist das Wasser weit zurückgewichen.

Nicht der Phoenix See! Doch so sieht es aus, wenn ein See umkippt. 2013 musste am Kasseler Buga-See Badeverbot erteilt werden. Foto: dpa

Dass das den See aber nicht gefährdet, liegt an verschiedenen Faktoren. Zum einen ist der See riesig. 600 Millionen Liter Wasser passen hinein. Und die werden durch eine Phosphateliminierungsanlage an der nördlichen Hafenbeckenseite ständig gefiltert. Dabei werden dem Wasser Nährstoffe entzogen, die wie im Falle des Sees im Rombergpark zum kippen des Gewässers führen können. Durch diese Maßnahme sei der See „sehr stabil“. Dennoch hat Georg Sümer die bitte: Die Vögel am See finden trotz der Trockenheit genug zu fressen. Bitte kein Brot in das Wasser werfen.

Wind bringt Frische ins Seewasser

Ein anderer Gehilfe spielt für den See außerdem eine große Rolle. Der Wind. Den der fegt von Westen nach Osten über den See und verursacht Wellen. „Und wie eine Walze fließt das aufgeschobene Wasser am Grund zurück“, erklärt Sümer. So kommt Sauerstoff in den See, den die Fisch zum Leben brauchen. Sümer: „Wir können keine nach Luft japsenden Fische an der Oberfläche sehen.“ Ein gutes Zeichen.

Und auch wenn dem See – der über das Grundwasser gespeist wird – ein lang anhaltender Regen nicht schaden könnte. Bis zum Spätsommer, wenn wieder mehr Regen erwartet wird, hielte der See sicher durch. „Dennoch kontrollieren wir das natürlich regelmäßig“, so der Betriebsleiter. Damit wir alle den See an lauen Sommerabenden vom Ufer und auf dem Wasser genießen können.