Bild: Phillip Oldenburg/Dortmund24

Die Baumaßnahmen in der Schüruferstraße in Schüren und die damit verbundene Einbahnstraßenregelung erhitzen auch weiter die Gemüter im Dortmunder Süden. Die Geduld der Anwohner wird auf eine harte Probe gestellt, denn eine Besserung der Situation ist nicht in Sicht.

Seit dem 11. September geht es für Autofahrer auf der Schüruferstraße nur noch in eine Richtung. Von der Rodenbergstraße bis zur Auffahrt auf die B236 ist die eigentlich viel befahrene Straße in Schüren nur in Fahrtrichtung Hörde befahrbar.

Grund ist die Verlegung der Gas-, Wasser- und Stromversorgung auf der Süd- und Nordseite der Schüruferstraße. In zwei Bauabschnitten, die parallel gestartet sind, haben die Bagger die Straße aufgerissen. Einmal von der Einmündung der Straße Nagelpötchen bis zur Ringofenstraße und einmal ab der Kreuzung Schüruferstraße/Adelenstraße bis zur Auffahrt B236. Die Verlegung dient dabei lediglich zur Vorbereitung für die dann noch folgenden Kanalarbeiten. „Die Stadt plant Kanalbaumaßnahmen und wir müssen dann im Vorfeld unsere Versorgungsleitungen umlegen. Wir weichen dem Kanalbau quasi aus“, erklärt Marco Eichenauer von Donetz.

Die Arbeiten ab der Kreuzung Schüruferstraße / Adelenstraße in Richtung B236 sollen Ende des Jahres fertiggestellt werden. Foto: Oldenburg/Dortmund24
Die Arbeiten ab der Kreuzung Schüruferstraße / Adelenstraße in Richtung B236 sollen Ende des Jahres fertiggestellt werden. Foto: Phillip Oldenburg/Dortmund24

Noch bis voraussichtlich Ende März 2018 dauern die vorbereitenden Arbeiten durch die Donetz an. „Wir sind derzeit voll im Plan“, so Eichenauer. Erst wenn die Versorgungsleitungen verlegt sind, können die Kanalarbeiten beginnen.

Vollsperrung ist die wohl einzige Möglichkeit

Wie die Verkehrsregelung dann sein wird, wurde bei einem Ortstermin am Dienstag (24. Oktober) klar. Eine Vollsperrung ist die wohl einzige Möglichkeit. „Der Kanal befindet sich mittig unter der Straße. Weder links noch rechts können daher während der Arbeiten Autos vorbeifahren“, sagt Christian Falk, Technischer Leiter der Stadtentwässerung
Dortmund. Bei den Kanalarbeiten werde man sich in vielen kleinen Abschnitten die Straße „hocharbeiten“, erklärt Falk. Die Schüruferstraße soll dann zumindest bis zur jeweiligen Baustelle von beiden Seiten befahrbar sein.

Wann die Arbeiten beginnen können, steht noch nicht fest. Die Planungsunterlagen seien aber so weit fortgeschritten, dass die öffentliche Ausschreibung in naher Zukunft erfolgen könne. Stand jetzt rechnet Falk mit einer Bauzeit von 12 bis 14 Monaten.

Die Schüruferstraße in Schüren ist seit Anfang September 2017 eine Großbaustelle. Foto: Phillip Oldenburg/Dortmund24

Die Geduld der Anwohner wird damit auf eine weitere harte Probe gestellt. Wie ernst es den Betroffenen ist, zeigte sich beim Ortstermin. Knapp 40 Bewohner folgten der Einladung der Bezirksvertretung Aplerbeck.

Vor allem die Geschäftsleute und Ärzte an der Schüruferstraße äußerten ihre Sorgen und Bedenken. „Wie sollen die alten Leute in meine Praxis kommen, wenn die Straße vollgesperrt ist? Was sollen die Krankenwagen und RTW machen, wenn sie nicht durchkommen?“, klagt Dr. Marc Hansen, dessen Praxis an der „neuen“ Einbahnstraße liegt. Schon jetzt würden viele Patienten wegbleiben, da die Anreise mit dem Bus nicht möglich ist.

„Volkswirtschaftlicher Schaden ist immens“

Bei vielen anderen Gewerbetreibenden geht es auch um die Existenz. Sie leben vom Durchgangsverkehr, der jetzt nur noch in eine Richtung fließt. „Der volkswirtschaftliche Schaden ist immens“, sagt Heinrich Fisseler, Mitglied der Bezirksvertretung und selbst Anwohner. Die weiträumige Umleitung, die die Busse der DSW21 und Autofahrer von Hörde in Richtung Aplerbeck fahren müssen, könne man daher eigentlich niemandem zumuten, so Fisseler weiter.

Anwohner, Autofahrer und Gewerbetreibende brauchen viel Geduld. Foto: Phillip Oldenburg/Dortmund24

„Alle Anwohner, die von den Kanalarbeiten betroffen sind, werden eine schriftliche Information über die Baumaßnahme bekommen“, sagt Falk. Anschließend sollen die Bewohner noch einmal die Möglichkeit erhalten, mögliche Verbesserungsvorschläge und Anmerkungen vorzutragen. Falk: „Wir werden jeden Hinweis ernst nehmen.“

Informationspolitik stimmt

Zumindest die Informationspolitik scheint dieses Mal besser zu funktionieren. Zwar habe es vor Monaten eine große Informations-Veranstaltung zum Umbau der Schürener Mitte gegeben, bei der aber kein Wort über die bevorstehende Baumaßnahme an der Schüruferstraße verloren wurde. Quasi in einer Nacht- und Nebelaktion wurde sie im September zur Einbahnstraße. „Ich habe damals aus der Zeitung davon erfahren, dass die Straße, in der ich meine Praxis habe, zur Einbahnstraße wird“, so Hansen.