Bild: Federico Gambarini

Anfang Oktober forderten Umweltverbände von der Stadt Dortmund ihre Anteile an RWE zu verkaufen. Eine Reaktion der Stadt auf den offenen Brief der Verbände blieb bisher aus. Dafür äußerten sich die Dortmunder Stadtwerke dazu.

Die Dortmunder Umweltverbände haben ein Problem: RWE gilt mit seinen Braunkohlekraftwerken als der größte europäische CO2-Emittent. Deswegen forderten sie in einem offenen Brief vor gut einer Woche von der Stadt, die RWE-Aktien zu verkaufen.

Umweltverbände: Verbindung zu RWE kappen

Damals hieß es, es könne nicht hingenommen werden, dass die Kommune versuche, von den schmutzigen Geschäften des Energiekonzerns zu profitieren. Letztlich verlangten die Unterzeichner des Briefes, dass die Verbindungen zu RWE beendet werden.

Die Pressestelle der Stadt Dortmund möchte sich dazu aber auf Anfrage von Dortmund24 nicht äußern. Die Begründung liegt darin, dass die Stadt Dortmund nicht der direkte Halter der RWE Aktien ist, sondern die DSW21.

DSW21 steht zu RWE

Bei der DSW21 wird so auch offen darüber gesprochen, wie in Zukunft die Verbindung zur RWE aussehen wird: Ein Verkauf der Aktien ist ausgeschlossen.

Die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) sind mit 23,6 Millionen oder 3,8 Prozent RWE-Aktien der größte kommunale Einzelaktionär von RWE. Alleiniger Aktionär der Dortmunder Stadtwerke AG ist wiederum die Stadt Dortmund.

Der offene Brief, der sich an Oberbürgermeister Ullrich Sierau und die Dortmunder Ratsfraktionen richtete, wurde unter anderem von den Dortmunder Gruppen von BUND, Greenpeace und Attac unterschrieben.

Gegenüber Dortmund24 erklärt Bernd Winkelmann auch warum. „Über Jahrzehnte Hinweg hat die Dividende aus den RWE Aktien Geld in unsere Kassen gespült. Geld, dass wir dazu nutzen, Verluste aus einem wichtigen ökologischen Projekt aufzufangen: dem öffentlichen Nahverkehr.“

Nur durch die Einnahmen, die die DSW21 aus den RWE Aktien generiert, konnte dieses wichtige ökologische Projekt überhaupt aufgebaut werden, ist sich Winkelmann sicher.

RWE Aktien verlieren an Wert

Nach Berichten der WAZ hat RWE an der Börse massive Einbußen verzeichnet. „Unser Aktienkurs ist stark eingebrochen, unser Unternehmen hat rund zwei Milliarden Euro an Wert verloren“, bestätigt auch RWE-Chef Rolf Martin Schmitz in einem Brief an seine Mitarbeiter.

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Aber auch der Wertverlust der RWE Aktien bringt die DSW21 nicht dazu, die Verbindung zu RWE zu kappen. „Kursschwankungen gibt es immer und sind kein Grund zu verkaufen“, so Winkelmann.

Im Gegenteil: Die DSW21 stehe weiter fest zu ihrem jahrzehntelangen Engagement bei RWE. Die Aktienpakete wurden bereits in den Sechzigerjahren gekauft. Damals noch von dem regionalen Energieversorger VEW, aus der die DEW21 hervorging.