Was passiert, wenn jedes Jahr 1000 neue Wohnungen entstehen und gleichzeitig 2000 neue Haushalte eine Bude suchen? Die Antwort kann man sich denken – und vielleicht kann man sie auch bald in Dortmund sehen, wenn niemand gegensteuert. Aber das soll jetzt zum Glück passieren. Ihr könnt die Diskussion von Stadt, Architekten und Wohnungsunternehmen live mitverfolgen.

Dortmund wächst und wächst. Das ist zwar erfreulich, aber irgendwo müssen die Leute auch wohnen. Genau das wird in Dortmund immer mehr zum Problem. Zwei Zahlen zeigen das deutlich. Die erste Zahl ist 1000. So viele neue Wohnungen sind laut der Stadt Dortmund in den vergangenen Jahren durchschnittlich pro Jahr entstanden. Die zweite Zahl ist 2000. So viele Haushalte gab es Ende 2016 mehr als im Vorjahr. Dass da was nicht stimmt, ist offensichtlich.

Diese Situation besteht nicht erst seit dem vergangenen Jahr, sondern verstärkt sich seit einigen Jahren immer weiter. Bisher ging alles noch halbwegs gut, weil die gestiegene Wohnungsnachfrage auch durch den vorhandenen Bestand gedeckt werden konnte. Aber die sogenannte Wohnungsleerstandsquote sinkt laut Stadt immer weiter. Sie liegt inzwischen nur noch bei 1,7 Prozent.

Die Stadt und einige Investoren steuern derzeit schon gegen den Wohnungsmangel. Zum Beispiel hat die Stadt Mitte 2017 angekündigt, 200 neue Mietwohnungen auf drei verschiedenen Grundstücken zu bauen. Auf dem Gelände des ehemaligen Dortmunder Südbahnhofs entsteht das größte innerstädtische Wohnbauprojekt der vergangenen Jahre. Im Kronprinzenviertel sind 630 neue Wohnungen geplant. Aber die Zahlen zeigen, dass das auf lange Sicht nicht reichen wird.

Kronprinzenviertel beta Eigenheim Südbahnhof
So soll es im Kronprinzenviertel mit 630 Wohnungen mal aussehen. Foto: beta Eigenheim

Dortmund braucht mehr Single-Wohnungen und Familienbuden

Laut Informationen der Stadt sind insbesondere das untere, das geförderte und das mittlere Segment deutlich angespannt. „Bezahlbarer Wohnraum wird dringend gesucht“, meldet die Stadt. Wichtig sei auch, mehr Single-Wohnungen zu schaffen. Die Zahl der Ein-Personen-Haushalte ist 2016 um 1400 gestiegen. Auch die Zahl der großen Haushalte mit mehr als drei Personen hat um 700 zugenommen. Familienbuden sind also auch nachgefragt. Insgesamt gab es laut Stadt Ende 2016 315.900 Privathaushalte in Dortmund, ungefähr 700 mehr als im Vorjahr.

Weil dieser Trend auf absehbare Zeit so anhalten wird, ist Handeln dringend erforderlich. Das haben inzwischen alle Akteure verstanden. Die Frage ist nur: Wie? Planungsdezernent Ludger Wilde sagt: „In bestehenden Innenstadtlagen, in den Ortsteilzentren und in Bereichen mit aufgelockerter Wohnbebauung sind dort, wo es städtebaulich vertretbar ist, Lösungen für die Ergänzung von Wohnungen unter Berücksichtigung der Nutzerinteressen und des Quartierszusammenhangs zu suchen.“ Also: Wo auch immer es geht, mehr Wohnungen bauen, aber gleichzeitig alle Interessen berücksichtigen.

Ein Abend für alle Interessen

Die verschiedenen Interessen kommen zum Beispiel von der Stadt, von den Bürgern, Wohnungsunternehmen, privaten Investoren und privaten Hauseigentümern. Sie alle bringt die Stadt an einem Abend zusammen: am kommenden Mittwoch (17. Januar) von 18 bis 20 Uhr im Dortmunder Rathaus.

Die Abendveranstaltung findet im Dortmunder Rathaus statt. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Ihr könnt dabei sein, wenn die zahlreichen Gäste diskutieren, wie neuer Wohnraum durch Bestandsergänzung geschaffen werden kann. Welcher Ansatz ist wo geeignet? Auf welchen Kriterien baut eine Beurteilung auf? Um diese Fragen soll es unter anderem gehen.

Das ist der geplante Ablauf der Veranstaltung:

  • Begrüßung durch Ullrich Sierau, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund
  • Wohnungsbedarf in Dortmund
    Ludger Wilde, Beigeordneter für Umwelt, Planen und Wohnen der Stadt Dortmund
  • Potenziale für den Wohnungsbau
    Stefan Thabe, Bereichsleiter Stadtentwicklung, Stadtplanungs- und Bauordnungsamt Stadt Dortmund
  • Strategien zur Wohnraumschaffung im Bestand – Voraussetzungen, Werkzeuge, Umsetzungsbeispiele
    Walter Nickisch, Fachbereichsleiter Stadtplanungs- und Bauordnungsamt Stadt Dortmund
    Ruth Orzessek-Kruppa, Leiterin Stadtplanungsamt Düsseldorf
  • Ihr Statement bitte – Nachverdichtung
    Norbert Post, postwelters Architekten BDA & Stadtplaner SRL
    Arnd Fittkau, Geschäftsführer Vonovia Immobilienservice GmbH
    Ludger Wiesemann, Bereichsleiter Neubau Vivawest Wohnen GmbH
    Rainer Stücker, Geschäftsführer Mieterverein Dortmund e. V.
    Michael Mönig, Hauptgeschäftsführer Haus&Grund Dortmund
  • Diskussion
    Podiumsteilnehmer: Thomas Böhm, Arnd Fittkau, Michael Mönig, Walter Nickisch, Ruth Orzessek-Kruppa, Norbert Post, Rainer Stücker, Ludger Wiesemann
  • Schlussbetrachtung
    Ludger Wilde, Beigeordneter für Umwelt, Planen und Wohnen Stadt Dortmund

Die Veranstaltung heißt „Neuer Wohnraum im Bestand“. Sie findet am Mittwoch (17. Januar) von 18 bis voraussichtlich 20 Uhr im Dortmunder Rathaus im Saal Westfalia, Friedensplatz 1, statt. Wenn ihr teilnehmen wollt, müsst ihr euch bis Montag (15. Januar) per E-Mail an walter.nickisch@stadtdo.de anmelden.

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