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Die Planungen für die Ansiedlung der beiden Möbelhäuser Segmüller und XXXLutz in Dortmund werden konkreter. Nun wurden mehrere Gutachten erstellt, die durchaus positive Ergebnisse für die Großunternehmen mit sich bringen. 

Während Segmüller ein Möbelhaus mit ca. 45 000 Quadratmetern am Sorbenweg, zwischen dem Indupark und dem Autobahnkreuz DO-West in Lütgendortmund plant, möchte sich XXXLutz an der Hildastraße an der Grenze zur Bornstraße in der nördlichen Innenstadt mit einer Verkaufsfläche von 40.000 Quadratmetern ansiedeln.

Dortmund soll als Oberzentrum gestärkt werden

Aktuell hat Dortmund im Bereich Möbel eine Verkaufsfläche von 77.000 Quadratmetern. Im Vergleich zu den umliegenden Städten, wie Bochum oder Witten, ist diese Fläche deutlich zu gering. Knapp 40 Prozent der Kaufkraft fließt deshalb an andere Standorte außerhalb Dortmunds. Mit der Ansiedlung der beiden Möbelhäuser könnte deshalb nicht nur die Verkaufsfläche im Bereich Möbel verdoppelt werden, sondern auch die Kaufkraft erhöht und die Stadt als Oberzentrum gestärkt werden. Berechnungen zufolge würde Dortmund bei Markteintritt der beiden Möbelhäuser eine Kaufkraft von 138 Prozent erzielen und sich damit wieder vor Bochum (112 Prozent) und näher an Witten (198 Prozent) positionieren.

Zwischen Indupark und Autobahnkreuz soll die Segmüller-Filiale gebaut werden. Foto: Florian Forth/Dortmund24

Regionalplan muss sich ändern

Bei der Lage der geplanten Möbelhäuser gibt es allerdings noch kleinere Probleme. Beide Standorte liegen nämlich teilweise in Gebieten, die im Regionalplan als Freiraum- und Agrarbereich gekennzeichnet sind. Am Sorbenweg ist der Freiraum- und Agrarbereich darüber hinaus mit einem regionalen Grünzug überlagert. Teile des Standortes liegen außerdem innerhalb eines Bereiches für gewerbliche und industrielle Nutzungen. Dem Landesentwicklungsplan NRW zufolge sind großflächige Einzelhandelsbetriebe, wie Möbelhäuser, aber nur in regionalplanerisch festgelegten Allgemeinen Siedlungsbereichen zulässig. Deshalb soll der Regionalplan geändert und die betroffenen Flächen als Allgemeiner Siedlungsbereich dargestellt werden. Der Beschluss zur Neuaufstellung des Regionalplans soll voraussichtlich am Freitag, 6. Juli 2018 erfolgen.

Mit der Darstellung der Flächen als Allgemeiner Siedlungsbereich wären alle Kriterien für die Erteilung eines regionalen Konsens im Arbeitskreis des Regionalen Einzelhandelskonzept für die beiden Vorhaben erfüllt.

Verkehrsgutachten und Auswirkungsanalyse positiv

Überraschend positive Ergebnisse für beide Standorte lieferten unterschiedliche Gutachten, die die Verkehrslage und mögliche Auswirkungen durch die Ansiedlung der Möbelgiganten analysierten. Für den Standort Hildastraße heißt es: „Aus verkehrlicher Sicht ist eine Realisierung des Möbelmarktes in allen Planfällen möglich.“ Auch die möglichen Auswirkungen auf bestehende Möbelhäuser im Raum Dortmund sind eher gering. Das XXXL-Möbelhaus würde voraussichtlich einen Jahresumsatz in Höhe von ca. 96 Millionen Euro erzielen. Das Einzugsgebiet reicht von Essen im Westen bis Hamm im Nordosten und Lüdenscheid im Süden. Der im Möbelhaus generierte Umsatz würde fast ausschließlich zu Lasten der vorhandenen Anbieter in Bochum, Witten, Unna, Herne und Recklinghausen fallen. Die Dortmunder Möbelhäuser wären mit einer Umsatzverteilung von insgesamt 3 Millionen Euro eher in geringem Umfang betroffen.

Anders verhält es sich bei einer möglichen Ansiedlung von Segmüller am Sorbenweg. Auch dort wird das Verkehrsaufkommen deutlich steigen (im Extremfall bis zu 485 PKW/h). Bereits jetzt treten dort an der Kreuzung Borussiastraße/Kleyer Weg/Anschluss A40 besondere Belastungen auf. Durch das Möbelhaus würde sich der Zusatzverkehr zu etwa 55% auf die westliche Brennaborstraße, die Borussiastraße und die Anschlussstelle Kley der A40 auswirken und zu 45% auf die Anschlussstelle Dorstfeld und die östliche Brennaborstraße. Diese Herausforderung soll zum einen durch den Umbau von Kreuzungen und zum anderen durch eine Trennung der kritischen Verkehrsströme sowie der Schaffung von seperat gesteuerten Linksabbiegespuren gemeistert werden. Durch diese Maßnahmen soll sich die allgemeine Verkehrssituation trotz Zusatzverkehr deutlich verbessern. Ein positiver Nebeneffekt ist außerdem, dass es insgesamt mehr Grünphasen im Verhältnis zu Gelbphasen geben wird.

Aus wirtschaftlicher Sicht besteht auch hier kaum Gefahr für Dortmunder Möbelhäuser. Der maximal zu erwartende Umsatz von bis zu 160 Millionen würde außerdem die Kaufkraft in Dortmund binden.