Bild: Stadt Dortmund/Raumwerk

Die Dortmunder Stadtplaner wollen es wissen: Der Nordeingang des Hauptbahnhofs soll die riesige Rampe bekommen. Ob das finanziell und technisch machbar ist, müsse jedoch noch geprüft werden.

Jetzt steht fest: Der Entwurf des Büros „Raumplan“ wird Basis für die weiteren Planungen zum nördlichen Bahnhofsvorplatz sein. Zuvor hatten gleich drei Entwürfe einen ersten Platz belegt. Wie teuer das wird und ob die Details des Entwurfs so gebaut werden können, wird nun geprüft.

Die Machbarkeitsstudie erwartet die Stadt noch 2019, sagte Ludger Wilde bei einer Pressekonferenz im Rathaus. Er ist Dezernent für Stadtplanung. „Wirtschaftlich wird das eine Herausforderung“, sagte er bei der Vorstellung der überarbeiteten Pläne.

Hauptbahnhof Dortmund Trojan Entwurf
Aufgeräumt, unaufgeregt und funktional: Der Entwurf der Architekten Trojan und Trojan gilt als Alternative. Grafik: Stadt Dortmund/ Trojan und Trojan

Sollte die Rampe aus finanziellen oder technischen Gründen nicht zu realisieren sein, werde der Entwurf des Büros „Trojan und Trojan“ (oben) verfolgt.

„Bahnhof des 21. Jahrhunderts“

Die Architekten und Stadtplaner hatten ihre Konzepte überarbeitet. Geändert habe sich in dem von der Stadt favorisierten Entwurf nicht viel. Auf Gleisebene, etwa neun Meter über dem Vorplatz, soll ein Park entstehen.

Darunter wird alles versteckt, was im Stadtbild nicht gerne gesehen sei: Bushaltestellen, rund 500 Parkplätze für Autos und Fahrräder.

Auf der Ebene unterhalb des Parks sollen Busse halten. Grafik: Stadt Dortmund/Raumplan
Auf der Ebene unterhalb des Parks sollen Busse halten. Grafik: Stadt Dortmund/Raumplan

Die Planer sprechen von einem „Bahnhof des 21. Jahrhunderts“. Statt der jetzigen Rückseite wolle man eine Vorderseite schaffen, sagte Sonja Moers vom Planungsbüro „Raumplan“.

Plan soll 2019 stehen

2019 soll der Plan stehen. Dann werde laut Wilde auch mit Grundstückseigentümern verhandelt. Der Stadtrat soll dann über die weitere Planung abstimmen.

Innen soll der Hauptbahnhof 2024 fertig sein. Ohne Pause will die Stadt anschließend den Vorplatz erneuern. Die Bahn sitzt im Empfehlungsgremium und hat an den Änderungen der Entwürfe mitgearbeitet.

Derzeit sei noch unklar, wann das Post-Gebäude am Vorplatz abgerissen wird. Die Post wolle zunächst weiter vermieten. Der Entwurf sei aber auch mit dem Gebäudekomplex realisierbar.

2016: Städtebaulicher Ideenwettbewerb zum Umbau des nördlichen Bahnhofsvorplatzes.

2017: Wettbewerb der Planer. Ende 2017: Bewertung der Ideen und Vergabe von drei ersten Preisen.

Ende 2018: Die überarbeiteten Pläne liegen vor.

2019: Machbarkeitsstudie und erste Gespräche mit Grundstückseigentümern. Dem Stadtrat sollen die weiteren Planungen vorgeschlagen werden.

Insgesamt werde das Quartier um den neuen Vorplatz aber aufgewertet. Entstehen soll ein urbanes Wohnviertel, in dem auch gearbeitet wird. Zu stark lenken will die Stadt das nach dem Umbau jedoch nicht. Wilde: „Das Quartier schreit danach, es sich selbst entwickeln zu lassen.“

Kommentar des Autors

Das wird spannend: Die Stadtplaner in Dortmund haben den extravaganten Entwurf des Büros „Raumplan“ im Blick. Sollte der machbar und bezahlbar sein, wird der Nordausgang vielleicht schon in der übernächsten Dekade einigermaßen futuristisch aussehen.

Das ist überraschend. Denn Planung und Bau einer großen, bepflanzten Rampe dürften alles andere als günstig werden. Wenn der Plan aufgeht, bietet das einen stadtnahen Park mit Radwegen, Raum für Veranstaltungen und einen Übergang in die Nordstadt. Die heutigen Fernbusse und Parkplätze wären hingegen clever darunter versteckt.

Stadtplanungsdezernent Ludger Wilde kündigte bereits an, dass bei dem Großprojekt kaum mit einer schwarzen Null zu rechnen sei. Die Stadt wird also draufzahlen – trotz der erhofften Fördergelder. Das Zeichen ist jedoch ein gutes: Denn entstehen soll der nördliche Teil eines Hauptbahnhofs des längst angebrochenen 21. Jahrhunderts.

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