Samstag, 22. September 2018

Wenn am Samstag 600 bis 700 Neonazis durch Dortmunds Straßen marschieren, werden sie wohl in der Unterzahl sein. An vielen Stellen in der Stadt gibt es größere Gegendemos. Wo finden diese statt und wer steckt dahinter? Wir haben eine Übersicht für euch.

Viel Bewegung ist aktuell bei der Polizei, zwei Tage vor der großen Neonazi-Demonstration in Dortmund. Seit die Marschroute der Rechtsextremen bekannt ist (Nordseite des Hauptbahnhofs -> Brinkhoffstraße -> Königswall -> Rheinische Straße -> Möllerstraße -> Sonnenplatz im Kreuzviertel), positionieren sich die Gegendemos. Es gibt Kooperationsgespräche, es gibt neue Anmeldungen für Demos, alte brechen weg. Kurz: Was am Samstag in Dortmund passiert, ist zwei Tage vor der Neonazi-Demo noch nicht ganz klar.

Stand Donnerstagmorgen (12. April) sind folgende größere Gegendemos in Dortmund geplant.

Blockado

Das BlockaDO-Bündnis hat schon vor Wochen eine Kundgebung an der Kreuzung Lange Straße / Möllerstraße (vor der Schule am Westpark) angemeldet und ruft dazu auf, ab 11 Uhr dort den Protesttag zu beginnen. „Wenn die Neonazis kommen, sind wir bereits da und werden ihnen entgegentreten,“ kündigt die Pressesprecherin des Bündnisses, Iris Bernert-Leushacke, an. Laut Polizei gab es für diesen Demo-Standort am Mittwochabend noch die geplante Teilnehmerzahl von 50 Personen. Auch verschiedene andere Antifa-Bündnisse wollen sich dieser Demonstration anschließen, wie auf entsprechenden Blogs zu lesen ist. Sodass die Zahl der Demonstranten dadurch wachsen könnte. Und dann wäre da noch eine weitere, deutlich größere Demo von BlockaDo statt.

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Blockado will sich auch am Samstag den Neonazis entgegenstellen. Foto: Anki Pott/Dortmund24

Sie ist ab 13 Uhr im Bereich der S-Bahn Haltestelle Stadthaus geplant – hier wollten die Neonazis sich ursprünglich treffen. Geplante Teilnehmerzahl dieser Gegendemo: 2500 bis 3000 Demonstranten. Auch die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten will hier eine Demo mit 100 Personen abhalten, sowie das Bündnis Dortmund gegen Rechts mit 50 Teilnehmern.

Aufgrund der Demos sind ab Samstag ab circa 10 Uhr Beeinträchtigungen im Bus- und Bahnverkehr von DSW21 nicht ausgeschlossen. Schwerpunktmäßig betroffen sind voraussichtlich die Nordseite am Hauptbahnhof sowie die westliche und südwestliche Innenstadt. Auch im Bereich des Walls sind vorübergehende Einschränkungen möglich.

Zum Abschluss des Tages plant BlockaDo eine Demonstration nach Dorstfeld, die um 14 Uhr an der S-Bahn-Haltestelle Stadthaus (hinter der Grünfläche an der Saarlandstraße) beginnen soll. Diese Demo ist von der Polizei (Stand Donnerstag) aber nicht bis Dorstfeld sondern bis zum Westpark genehmigt. Danach könnten sich die Demonstranten aber auf eigene Faust das restliche Stück nach Dorstfeld aufmachen.

DGB Dortmund – Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus

Auch der Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Dortmund hat eine Demonstration angemeldet. Die erste Demo mit rund 500 angemeldeten Teilnehmern startet um 12.30 Uhr am Europabrunnen, führt über die Kleppingstraße, die Löwenstraße, den Heiligen Weg, den Brüderweg und die Kampstraße zur Katharinenstraße, wo um 13.30 Uhr eine Kundgebung geplant ist. Von da aus ist eine Demo zur Naziroute geplant. Um 16 Uhr soll dort dann Schluss sein.

Verein zur Förderung von Respekt, Toleranz und Verständigung in Dortmund Dorstfeld e.V.

Unter dem Titel „Vielfalt lieben, Dorstfeld leben“ findet vom 12. bis 14. April in Dorstfeld ein Familien-Festival statt. Die dreitägige Veranstaltung ist zumindest für Samstag auch als Demonstration mit 500 bis 1000 Teilnehmern angemeldet. Seinen großen Abschluss findet das Fest dann am Samstag mit einem Konzert direkt am Wilhelmplatz. Hier werden ab 17 Uhr die Cover-Band „Das Wunder“ sowie die NDW-Legende „Extrabreit“ auftreten. Mehr Infos zu dem Festival findet hier.

Naturfreunde Dortmund

Unter dem Motto „Naturfreunde gegen Nazis – Nichts ist vergessen und niemand!“ wollen die Naturfreunde Dortmund gegen die Rechtsextremen demonstrieren. Treffpunkt zur Demo ist um 11 Uhr an der Kreuzung Ruhrallee / Saarlandstraße (Einmündung Meißener Straße). Von hier aus suchen die Demonstranten die Stolpersteine bis zur Möllerbrücke auf und informieren über die Schicksale der betroffenen Menschen. Zu dieser Aktion sind auch diejenigen eingeladen, die ein Zeichen gegen Rechts setzen wollen, aber nicht die Nähe zur Nazi-Demo suchen. Die Demo soll gegen 12 Uhr beendet sein.

Info: Vorsorglich sind im Stadtgebiet weitere Demos geplant und angemeldet, die aber nur stattfinden, sollten die Rechtsextremen – aus welchen Gründen auch immer – ihre Route spontan ändern wollen. In Hörde und Lütgendortmund zum Beispiel könnten dann weitere Gegendemos stattfinden.

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