Samstag, 22. September 2018

Eine Woche nach dem Sprengstoff-Anschlag auf die Mannschaft des BVB haben Ermittler des Bundeskriminalamts den Tatort an der Wittbräucker Straße / Schirrmannsweg rekonstruiert. Der echte BVB-Bus konnte allerdings nicht zum Tatort zurückgebracht werden.

Dortmund – Eigentlich wollen die Ermittler des Bundeskriminalamts (BKA) am Dienstagabend (18. April) die Szene des Anschlags auf die Mannschaft von Borussia Dortmund so nachstellen, wie sie vor genau einer Woche stattfand: Gleicher Bus, gleiche Uhrzeit, gleicher Ort. Doch zumindest den selben Bus wie vor einer Woche können die Beamten des BKA für ihre Ermittlungsarbeit nicht nutzen. Kurz nachdem er von seinem aktuellen Standort in Schüren losfährt, hat er eine Panne.

Also müssen die Ermittler improvisieren, machen sich auf die Suche nach einem ähnlichen Bus – und werden bei einem Unternehmen aus Dortmund fündig. „Ich wurde vom BKA angerufen und war innerhalb von 20 Minuten am Ort des Anschlags“, erzählt der Busfahrer, der sich unverhofft mitten am Tatort im Dortmunder Süden wiederfindet.

Nach Anschlag auf BVB Gelände gesperrt

Das Mannschafshotel an der Wittbräucker Straße, hier, wo Dortmund besonders grün und ländlich ist, war zuvor vom Bundeskriminalamt und der nordrhein-westfälischen Polizei weiträumig nach weiteren Tatspuren abgesucht worden.

Ferngesteuerte Drohnen kreisen am Dienstagabend über den Schirrmansweg, da wo am 11. April drei Sprengsätze in einer Hecke gezündet wurden und BVB-Verteidiger Marc Bartra schwer verletzten. Weiter oben dreht ein Polizeihubschrauber seine Runden und macht Luftaufnahmen.

Am Tatort selbst ist immer noch keine Ruhe eingekehrt. Rot-weißes Flatterband sperrt den Weg zu den Hecken ab, die noch zerfleddert davon zeugen, welche Wucht die drei Explosionen hatten. An einem Haus gegenüber sind die zersprungenen Scheiben notdürftig mit Klebenband fixiert. Polizisten sichern die Zufahrten zum Hotel ab.

Die Ermittler erhoffen sich von der Rekonstruktion des Tatorts neue Erkenntnisse über den Anschlag auf den BVB. Denn bislang gibt es zwar viele Ansätze, wer hinter der Attacke auf die Spieler der Borussia stecken könnte, aber noch keine heiße Spur. Rund 100 Beamte der Besonderen Aufbauorganisation (BAO) „Pott“ des Bundeskriminalamtes sind mit dem Fall beschäftigt. Dabei wird in alle Richtungen ermittelt, wie es immer wieder heißt.

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