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Vor 25 Jahren wurde die damals 16-jährige Nicole Denise Schalla ermordet. Jetzt endlich bekommt der mutmaßliche Täter ein Gesicht. Ihm droht eine Haftstrafe.

Update, Montag (7. Januar), 16.17 Uhr: Nach dem Willen seiner Verteidiger soll Hauptverdächtige wieder aus der Untersuchungshaft entlassen werden.

Im Prozess vor dem Dortmunder Schwurgericht beantragten die Anwälte am Montag die Aufhebung des Haftbefehls gegen den 53-Jährigen aus Castrop-Rauxel.

Zuvor hatten die Richter zwei DNA-Experten vernommen, die eine an der Leiche gesicherte männliche Hautschuppe untersucht hatten. Für die Sachverständigen steht zwar zweifelsfrei fest, dass die Hautschuppe von dem Angeklagten stammt. Es könne aber nicht sicher gesagt werden, wie sie an die Leiche gelangt sei.

Die Richter wollen über den Antrag der Verteidiger erst in den kommenden Tagen entscheiden.

Update 7. Januar:

Ein DNA-Experte hat jetzt ein Gutachten erstellt. Beim Prozesstag am Montag (7. Januar) am Dortmunder Landgericht wird es darum gehen, ob eine einzelne Hautschuppe ausreicht, um den Tatverdächtigen Ralf H. zu überführen. Der DNA-Experte wird aussagen.

Ursprungsmeldung:

Bereits im Juni dieses Jahres hat die Polizei einen Mann festgenommen, der für den Mord an Nicole Schalla verantwortlich sein soll. Lange war jedoch nicht bekannt, um wen es sich bei der Festnahme handelte. Damals bestätigte Staatsanwalt Henner Kruse, dass eine sichergestellte DNA-Spur zu dem Täter geführt habe.

Der sichergestellte Hautpartikel wurde bereits kurz nach dem Tod von Nicole Schalla an der Leiche des Mädchens gefunden. „Durch neue Spurenuntersuchungen haben wir den Tatverdächtigen gefunden“, sagte Staatsanwalt Henner Kruse bereits vor drei Monaten.

Unehrenhaft entlassener Soldat

Es handelt sich dabei um Ralf H. aus Münster. Zu einer Anklage wegen Mordes gegen den Mann, der zur Tatzeit etwa 30 Jahre alt war, kommt es voraussichtlich im Winter. Das bestätigte Staatsanwalt Henner Kruse am Donnerstag (20. September). Zurzeit sitzt Ralf H. in Untersuchungshaft.

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Die Ermittler im Mordfall Denise Schalla (v. li.): Norbert Krüger, Uwe Block und Staatsanwalt Henner Kruse bei der Pressekonferenz im Dortmunder Polizeipräsidium im Juni 2018. Foto: Florian Forth/Dortmund24

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Laut Berichten der Bild handelt es sich bei Ralf H. um einen ehemaligen Zeitsoldaten, den die Bundeswehr unehrenhaft aus dem Dienst entließ. Zur Tatzeit wohnte er in der Nähe des Tatorts. Weiter berichtet die Bild, das der Tatverdächtige bereits wegen Überfällen auf Frauen in Sicherungsverwahrung war.

Was geschah vor 25 Jahren?

Der Tathergang wurde von den Ermittlern wie folgt rekonstruiert: Der damals 28-Jährige Tatverdächtige soll Nicole Schalla gefolgt sein, nachdem sie aus dem Bus ausgestiegen war. Nicole war am Abend des 14. Oktober 1993 auf dem Heimweg von ihrem Freund. Von seiner Wohnung in Herne aus nahm sie mehrere Busse nach Dortmund. Als sie in Huckarde ausstieg, soll ihr ein rund 25 bis 30 Jahre alter Mann gefolgt sein, der sie später angegriffen, vergewaltigt und erwürgt haben soll. Man fand die Leiche von Denise in der Einfahrt einer Grundschule nahe der Bushaltestelle.