Bild: Florian Forth

Dank Diesel-Skandal und Klimawandel sind sie in aller Munde. Schadstoffe in der Atmosphäre belasten unsere Gesundheit und sorgen für eine schlechte Luftqualität. So auch in Dortmund. Dort wurde der Grenzwert für Stickstoffdioxid im vergangenen Jahr deutlich überschritten.

40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Mehr Stickstoffdioxid sollte im Jahresmittel laut einer EU nicht in der Luft enthalten sein. Ein Grenzwert, an dem viele Städte scheitern.

Umweltministerium überwacht die Luftqualität

Das geht aus kürzlich veröffentlichten Zahlen des Umweltministeriums hervor. Das überwacht die Luftqualität in Nordrhein-Westfalen.

Zwar lag der Jahresmittelwert an der Messstation in der Dortmunder Steinstraße mit 36 Mikrogramm pro Kubikmeter unter der von der EU festgelegten Grenze. Die Messstation in der Brackeler Straße überschritt sie mit 51 Mikrogramm aber deutlich.

Damit erreicht die Messstation in Dortmund sogar den dritthöchsten Wert in ganz NRW. Nur in Düsseldorf und Köln wurde an je einer Station eine noch höhere Belastung gemessen.

Umwelthilfe klagt gegen Überschreitung der Grenzwerte

Nicht zuletzt wegen der hohen Stickstoffdioxid-Werte wurden alle drei Städte im vergangenen Jahr von der Deutschen Umwelthilfe verklagt. Im Extremfall könnten diese Klagen zu Diesel-Fahrverboten führen.

Um die zu verhindern, setzt die Stadt Dortmund bereits seit 2006 auf einen Luftreinhalteplan. So sollen unter anderem „Park & Ride“-Angebote gefördert und das Radwegenetz ausgebaut werden.

So sieht ein Messgerät für Feinstaub (vorne) und Stickstoffdioxid aus. Hier ein Archivbild von der Brakeler Straße in Dortmund. Foto: dpa
So sieht ein Messgerät für Feinstaub (vorne) und Stickstoffdioxid aus. Hier ein Archivbild von der Brakeler Straße in Dortmund. Foto: dpa

Ob die schlechte Luftqualität negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat, ist umstritten. Laut Landesamt für Natur und Umwelt ist erst ab einem Jahresmittel von 50 bis 75 Mikrogramm pro Kubikmetern mit gesundheitsschädlichen Effekten zu rechnen. Und das auch nur bei Kindern. Das Umwelt-Bundesamt spricht hingegen schon ab 20 Mikrogramm von einer „gesundheitsrelevanten Wirkung“.

Unterschiedliche Entwicklung an Dortmunder Messstellen

Besonders erschreckend ist: Der Wert an der Brackeler Straße ist im Vergleich zu 2017 sogar gestiegen. Entwarnung gibt es dagegen für die Steinstraße, wo die Belastung seit Jahren konstant abnimmt.

Aktuelle Top-Themen:

Insgesamt hat die Belastung an den 59 Messstellen in NRW abgenommen. 35 von ihnen verzeichneten rückläufige Werte, 13 eine Zunahme.