Montag, 24. September 2018

Die Titanenwurz im Rombergpark blüht! Dortmund24-Reporter Florian Forth ist live vor Ort und hält euch in diesem Ticker auf dem Laufenden.

20. August, 12.45 Uhr: Mit diesem letzten Update beende ich meinen Liveticker. Es war schön mit David und mit euch! Hier noch das Ende der Geschichte:

Die Stadt vermeldet die endgültigen Besucherzahlen: 5.300 Fans kamen extra wegen „Turbo-David“ in den Rombergpark. Darüber freut sich besonders
Dr. Patrick Knopf, Direktor des Botanischen Gartens Rombergpark: „Wir sind besonders stolz, dass unsere Titanenwurz so jung geblüht hat – noch nicht mal 35 Monate hat es gedauert. Und wir freuen uns, dass so viele Besucher dieses freudige Ereignis mit uns erlebt haben. Ich bin schon jetzt sehr gespannt, wie groß „Turbo-David“ bei der nächsten Blüte sein wird!“

Jetzt braucht die Titanenwurz aber erst einmal einige Jahre Blüten-Pause. Sie bleibt laut Stadt Dortmund an ihrem Platz im Gewächshaus. Bald wird der Blütenstand dann vollständig verwelken und die Knolle wird eine Ruhezeit durchmachen.

So sieht „David“ nach seiner Blüte aus. Foto: Stadt Dortmund

In einigen Monaten erscheint ein neues Blatt, welches die Knolle ernährt. Und dadurch wird sie auch wieder Gewicht zulegen, denn die Blüte hat bestimmt zwei bis drei Kilogramm der Knolle verbraucht.

Mit wachsender Knolle wird auch der nächste Blütenstand viel größer. Aber bis dahin dauert es noch – drei bis fünf Jahre sind der Durchschnitt. Ob „Turbo-David“ so lange warten will?

19. August, 10.15 Uhr: Weit mehr als 2000 Besucher sollen nach Angaben der Freunde des Botanischen Gartens die Blüte der Titanenwurz gesehen haben. Genaue Zahlen stehen jedoch noch aus. Von etwa 12 Uhr am Freitag (17. August) bis Samstagmorgen (18. August) um 10 Uhr war die Blüte geöffnet.

Zunächst war erwartet worden, dass das Hüllblatt sich senkt und die Blüte verwelkt. Doch „David“ war auch hier für eine Überraschung gut: Er klappte seine Blüte einfach wieder zu.

18. August, 13.47 Uhr: Okay, das war nicht ganz das, was ich nach dem Foto der Stadt erwartet hatte. Vor Ort zeigt sich: „David“ macht die Schotten dicht. Für eine Nacht hat er uns einen Einblick in sein Innerstes gegeben und uns an seinem Gestank teilhaben lassen. Seit den Morgenstunden schließt er seine Blüte wieder. Dennoch riecht es im Pflanzenschauhaus streng. Manche Besucher haben deshalb besondere Vorkehrungen getroffen:

Titanenwurz Rombergpark Dortmund Blüte
Ingo Röber und seine Tochter Michelle haben sicherheitshalber Nasenklammern mitgebracht. Foto: Florian Forth/Dortmund24

Bis in die Nachtstunden haben am Freitag Besucher vor dem Botanischen Garten ausgeharrt, um das Spektakel zu sehen. Wie viele es genau waren, geben wir noch bekannt. Für mich und viele andere hat es sich aber gelohnt. Es gab begeisterte Gesichter und angeregte Gespräche. Denn obwohl sich alle in Geduld üben mussten, war die Stimmung entspannt. Jetzt ist der Hype vorbei, die Kamerateams abgezogen und die Mitarbeiter können sich eine verdiente Auszeit gönnen.

18. August, 11.30 Uhr: Er hält durch. Also haben alle, die die botanische Sensation gestern verpasst haben (oder nicht so lange warten wollten), auch heute noch die Chance, eine Nase zu nehmen. Die Pflanzenschauhäuser sind bis 18 Uhr geöffnet.

Lange Schlange, aber es lohnt sich

17. August, 20.07 Uhr: An die armen Leute in der langen Schlange vor dem Pflanzenschauhaus: Haltet durch, es lohnt sich! Die tiefrote Blüte ist geöffnet – und müffelt was der Kolben hergibt. So sieht „Turbo David“ mittlerweile aus:

Bis zur Nacht soll sich die Blüte noch weiter öffnen, dann bekommt man einen besseren Blick ins Innere. Aber auch am Samstag soll die Blüte noch gut zu sehen sein. Bislang haben sich mehr als 2.000 Menschen die Blüte angesehen. Im Pflanzenschauhaus dürfte es nur selten wieder so voll werden.

Dennoch: Es freut mich zu sehen, dass sich so viele Menschen für die Botanik interessieren – wenn es auch dieser Sensation geschuldet ist. Denn auch, wenn die Titanenwurz nicht blüht, gibt es im Botanischen Garten viel zu entdecken.

Für heute endet unser Live-Ticker. Wir schauen morgen wieder vorbei, was „David“ die Nacht über so getrieben hat.

17. August, 17.20 Uhr: Begeistert von der Blüte und den vielen Besuchern ist auch Eberhard Hoffmann, Vorsitzender des Freundeskreises des Botanischen Gartens Rombergpark. Dass die Titanenwurz blüht, ist für ihn etwas besonderes: „Wir haben selbst fast einen Schock bekommen, als erstmals die grüne Spitze rausguckte“, sagt er.

Titanenwurz Dortmund blüte
Ist begeistert: Eberhard Hoffmann, Vorsitzender des Freundeskreises des Botanischen Gartens Rombergpark. Foto: Florian Forth

Die Wurz in Bonn hatten die Mitglieder des Vereins bereits besucht. „Aber hier hat so etwas ja bisher nie stattgefunden“, sagt Hoffmann. Der Verein ist vor 40 Jahren gegründet worden und hat rund 500 Mitglieder.

Es stinkt nach altem Kohl – könnte aber schlimmer sein

17. August, 16.46 Uhr: Der Geruch wird jetzt immer stärker. Von den alten Socken haben wir uns längst verabschiedet. Mittlerweile riecht es nach altem Kohl und muffigem Duschabfluss. Äußerst unangenehm, wenn man sich überlegt, was man von Blüten sonst so gewohnt ist.

Spannend ist auch, dass der gelbe Osmophor immer heißer wird. Auf dem Wärmebild sieht das dann so aus:

Titanenwurz Dortmund Blüte
Der Osmophor (rot) wird immer wärmer, verströmt mittlerweile einen widerlichen Geruch und lockt damit viele Fliegen an. Foto: Florian Forth/Dortmund24

17. August, 16 Uhr: Mittlerweile verströmt die Blüte einen unverwechselbaren Duft. „Wir sind im Moment in etwa bei alten Sportsocken“, sagt Direktor Knopf. Es soll aber noch übler werden. Das lockt bereits einige Fliegen an, die die Blüte bestäuben sollen. Zwischen 17 und 18 Uhr soll sie dann vollständig geöffnet sein. Weil das so schnell geht, kursiert mittlerweile schon der Name „Turbo-David“.

Titanenwurz Dortmund Blüte
Es wird merklich voller – und übelriechender – im Pflanzenschauhaus. Im Vordergrund nimmt eine Kamera einen Zeitraffer der Blüte auf.

In dem Rundgang um die Pflanze wird es mittlerweile immer voller. Vorne am Eingang zum Tropenhaus könnte auch ein Schild mit der Aufschrift „Ab hier noch 10 Minuten stehen“. Dafür gibt es im Hinterhof kühle Getränke für die Besucher.

Klein aber wunderschön

17. August, 14.45 Uhr: „Der ist ja noch klein“, sagt einer der Besucher, als er den Titanenwurz sieht. „Aber wunderschön“, sagt seine Begleiterin. Stimmt: Dass er so früh blüht, ist ungewöhnlich. Laut Dr. Patrick Knopf, Direktor des Botanischen Gartens, könnte das am warmen Sommer gelegen haben. In Bonn soll deshalb bald der Effekt von Hitze auf die Titanenwurz untersucht werden.

Eine Besucherin ist extra aus Marl angereist, um die Titanenwurz zu sehen. „Sehr interessant“, sagt sie. Eine Dortmunderin hat die Blüte in Bonn vor zwei Jahren verpasst: „Ich habe mich gefreut, dass sie jetzt vor meiner Haustür blüht“, sagt sie. Bereits jetzt wird es merklich voller im Pflanzenhaus. Und es beginnt, muffig zu riechen. Denn der Titanenwurz entfaltet langsam seinen Duft.

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Die Blüte öffnet sich langsam. Gegen 16 Uhr soll sie komplett geöffnet sein. Foto. Florian Forth/Dortmund24

Die meisten Besucher sind nur gekommen, um einen Blick auf diese Blüte zu werfen – und natürlich ein Foto zu schießen. Denn wer kein Foto gemacht hat, der war nicht da. Was mir Sorgen bereitet: Einige Besucher scheren sich nicht um Schilder oder Absperrungen. Manche steigen gar auf die Umrandung, um die Blüte von oben aufs Bild zu bekommen. Würde mich kaum wundern, wenn da nicht heute noch jemandem das Handy reinfällt…

Das sollten Besucher beachten

17. August, 13.57 Uhr: Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich von einer Pflanze mal so stressen lassen würde. Da will man noch kurz seinen Mittagskaffee austrinken, plötzlich geht es los. Das Ding beginnt zu blühen! Als ich kurz darauf am Pflanzenschauhaus ankomme, hat sich das Hüllblatt schon ein ganzes Stück vom Kolben gelöst. Riechen kann ich aber noch nichts. Bis etwa 16 Uhr soll sich die Blüte voll entfaltet haben.

Neben einem Kamerateam sind auch schon eine Handvoll Besucher da. Heute Abend werden deutlich mehr erwartet. Aber was müssen die eigentlich beachten?

Titanenwurz Dortmund Blüte eintritt
Wer die Blüte sehen will, muss Eintritt zahlen. Foto: Florian Forth/Dortmund24

Mit dem Auto kommt ihr gut zum Pflanzenschauhaus des Botanischen Gartens (Mergelteichstraße). Einfach am Zoo parken (2 Euro) und ein Stück den Hang hinauf gehen. Die Stadtbahn hält an der Station „Rombergpark“. Zu Fuß sind es etwa 10 Minuten bis zum Botanischen Garten.

Wer die blühende Titanenwurz sehen will, muss Eintritt zahlen. 2,50 Euro pro Person ab 6 Jahren. Es gibt aber Gruppenrabatte, etwa für Familien. Sollte die Schlange am Haupteingang zu lang werden, gibt es auch nebenan im Café Orchidee Tickets.

Nur riechen, nicht anfassen!

Wegen der botanischen Sensation hat das Pflanzenhaus ausnahmsweise bis 3 Uhr in der Nacht geöffnet. Warme Sachen braucht ihr dort nicht: es ist sehr schwül. Ihr findet die Blüte hinter der zweiten Tür, ganz hinten im Pflanzenschauhaus.

Rund um die Titanenwurz ist nicht viel Platz. Heute Abend könnte es also ziemlich kuschelig werden. Ganz wichtig dabei: nur riechen, nicht anfassen!

17. August, 12.45 Uhr: Die Stadt Dortmund meldet, dass Titanenwurz „David“ vor wenigen Augenblicken zu blühen begonnen hat. Ich mache mich natürlich sofort mit der Kamera auf den Weg!

Titanenwurz David Rombergpark
So sieht die Titanenwurz am Freitag gegen 12.30 Uhr aus. Foto: Stadt Dortmund

16. August, 18 Uhr: Woher weiß man eigentlich, wann es losgeht? Und wieso blüht „David“ eigentlich schon so früh? Darüber habe ich am Nachmittag mit Dr. Patrick Knopf, Direktor des Botanischen Gartens Rombergpark geplaudert:


16. August, 16.35 Uhr: Nach Angaben der Experten stehen alle Zeichen für die Blüte auf Freitagabend. Stand Donnerstag (16. August) ist der Blütenstand 1,23 Meter hoch. Damit ist „David“ seit dem 7. August um unglaubliche 69 Zentimeter gewachsen. Man kann der Pflanze also beim Wachsen zusehen!

Titanenwurz Botanischer Garten Rombergpark
Noch hat sich das grüne Hüllblatt nicht weit genug vom Kolben gelöst. Foto: Florian Forth/Dortmund24

Erste Anzeichen für ein Aufblühen zeigen sich meist gegen 14 Uhr. Dann beginnt sich das Hüllblatt (Spatha) zu lösen, das den gelben Kolben umgibt. Zwischen 16.30 Uhr und 18 Uhr öffnet sich dann auch die Blüte – und fängt an zu stinken.

Ob es morgen so weit sein wird, ist laut Patrick Knopf, Direktor des Botanischen Gartens Rombergpark, noch nicht hundertprozentig klar: „Die Pflanze kann es sich auch noch mal anders überlegen.“

Ich muss die Sensation sehen

16. August, 12.45 Uhr: Während meines Biologie-Studiums an der TU Braunschweig habe ich schon einmal eine halbe Sensation verpasst. Damals, vor gut zehn Jahren, entfaltete die riesige Victoria-Seerose (Victoria cruziana) für nur eine Nacht ihre Blüte. Und ich habe es nicht gesehen, weil ich mutmaßlich für eine wichtige Klausur lernen musste. Das soll mir mit der Titanenwurz im Rombergpark nicht passieren!

Seit vor einer Woche angekündigt wurde, dass der unförmige Riesenpenis, wie Amorphophallus titanum übersetzt heißt, blühen soll, bin ich begeistert. Denn anders als bei der Seerose, blüht die Titanenwurz nur alle paar Jahre. Wenn überhaupt. Ich muss das einfach sehen – und vor allem riechen! Und ihr solltet das auch tun!

Blüte wohl Freitagnacht

Bis dahin halte ich euch hier mit Fotos, Videos und Updates auf dem Laufenden. Und weil nicht jeder die riesige Pflanze mitten in der Nacht auf Samstag blühen sehen kann, bin ich auch dann da. Schlaft ihr mal.

Beim Tickern halten wir uns übrigens an die Geschwindigkeit der Pflanze. Heißt: Schön behutsam und vorsichtig. Schaut trotzdem immer mal wieder rein, es gibt mehrmals am Tag Neues aus dem Botanischen Garten!

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