Bild: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Das Immobilienunternehmen „Altro Mondo“ steht in der Kritik des Dortmunder Mietervereins. Der Mieter, so die Kritik, zähle für das Unternehmen nicht. In der Dortmunder Nordstadt unterhält „Altro Mondo“ das „Fredenbaum-Carré“.

Der Mieterverein Dortmund spricht im Zusammenhang von „Altro Mondo“ von einem Unternehmen, dem es eher um den Kapitalanleger, als um den Mieter gehe. „Altro Mondo ist beispielhaft für die Verfehlungen eines Marktes, auf dem das Wohnen zur Ware verkommt“, heißt es in einem aktuellen Bericht des Mietervereins.

Immer wieder steht das Unternehmen aus der Region Hannover aufgrund von Missständen in seinem Wohnungsbestand in der Kritik. Da bekommt der Name „Altro Mondo“ (italienisch für „andere Welt“) einen komischen Beigeschmack.

Mieter kritisieren Altro Mondo

Auf einer Mieterversammlung in Castrop-Rauxel hätten „Altro Mondo“-Mieter laut Mieterverein unter Wasser stehende Keller, Schimmelbefall, defekte Fahrstühle und verwahrloste Grundstücke beklagt.

In Dortmund unterhält „Altro Mondo“ einen kleinen Bestand an der Uhlandstraße in der Nordstadt – das Fredenbaum Carré. Der Mieterverein hat dort einen auffällig hohen Leerstand festgestellt. Zahlreiche Fenster seien leer, es fehlten Gardinen, es gäbe keine Blumen. Dafür gäbe es dort Dreck und Schmutz, der augenscheinlich schon älter sei.

Vermieter schwer zu erreichen

Ein Mieter sagte dem Mieterverein, „Altro Mondo“ sei in Problemfällen schwer zu erreichen, früher sei alles besser gewesen. Das Problem der Erreichbarkeit untermauern auch Berichte anderer Mieter, etwa aus Castrop-Rauxel.

Verschiedene Medien berichteten zuletzt über wütende Altro-Mondo-Mieter in mehreren Städten im Ruhrgebiet. In Dorsten etwa hat sich Altro Mondo mehrfach Versäumnisse bei der Begleichung der Wasserrechnung zuschulden kommen lassen. Aus Herne gibt es ähnliche Berichte, in denen die Rede davon ist, „Altro Mondo“ hätte dem Energieversorger Stadtwerke Herne nur unzureichend die vertraglich vereinbarten Zahlungen überwiesen. Auch aus Hohenlimburg sind solche Fälle bekannt, wie die Westfalenpost berichtet.

Zahlungsrückstände entschuldigt

Das Unternehmen lässt sich durch den Kölner Rechtsanwalt Ruben Engel der Anwaltskanzlei Höcker juristisch vertreten. Im Falle der Zahlungsrückstände gegenüber den Stadtwerken in Herne nannte Engel den Wechsel des Versorgers als Grund. Erst als die Mieter auf die Barrikaden gingen, reagierte das Immobilienunternehmen.

Im Gespräch mit dem Herner Sozialdezernenten habe „Altro Mondo“ im Oktober 2017 erklärt, den Dienstleister für Hausmeistertätigkeiten gewechselt zu haben. Dieser sei „viel zuverlässiger“, zititert die WAZ das Unternehmen. Doch wie das Lokalblatt berichtet, sei es danach dennoch zu Problemen gekommen.

Auf Anfrage von Dortmund24 hat das Unternehmen seit mehreren Tagen nicht reagiert. Offen ist speziell die Frage, was „Altro Mondo“ zur Kritik des Dortmunder Mietervereins sagt.

Für den steht unterdessen fest: Bei Altro Mondo zählt der Anleger, den Mieter beißen die Hunde.