Sonntag, 23. September 2018

Dieser Artikel entspricht der Meinung des Autors und spiegelt nicht unbedingt die Meinung der gesamten Redaktion wider.

Die Kriminalität in Dortmund ist zum wiederholten Male gesunken. Gott sei Dank! Trotzdem werden immer wieder Rufe laut, dass die Zahlen geschönt seien und nicht der Wahrheit entsprechen. Bei der Bewertung der Kriminalitätsstatistik ist also Fingerspitzengefühl gefordert, findet Dortmund24-Autorin Bianca. 

Liebe Zweifler an der Kriminalitätsstatistik der Polizei: Ich kann euch verstehen! Ich als Landei aus dem Sauerland bin regelmäßig aufs Äußerste schockiert von den Polizeimeldungen, die wir täglich bekommen. Messerstechereien, Mord, Raubüberfälle – das gibt es bei uns nicht!

Moment mal, gibt es ja doch, allerdings nicht so häufig wie in Dortmund. Und genau da liegt das Problem. In einer Großstadt mit über 600.000 Einwohnern ist es (leider) nicht immer friedlich. Und so sehr ich mir wünschen würde, dass sich alle vertragen, so einfach ist es leider nicht. Durch die Medien, also auch durch uns, bekommt ihr, liebe User, fast immer mit, wenn irgendwo etwas passiert.

Bianca Hoffmann Foto: Dennis Liedschulte/Unna24

Realität vs. Gefühle

Dadurch entsteht eine gefühlte Realität. Und die besagt – auch bei mir – Dortmund ist ein gefährliches Pflaster! Doch das ist Quatsch. Denn die Gesamtkriminalität sinkt Jahr für Jahr. Und das ist auch gut so. Ich kann nicht verstehen, wie diese Zahlen Jahr für Jahr so in Frage gestellt werden können. Die Polizei macht in Dortmund ihren Job. Und jede gemeldete Straftat, zu der die Beamten gerufen werden, taucht dann in der Kriminalitätsstatistik auf.

Klar, jetzt könnte man sagen: Es wird nicht jede Straftat gemeldet. Und auch nicht jede Straftat wird an die Medien weiter gegeben. Das ist letztendlich Einschätzung der Polizei, ob sie etwas für interessant genug findet, dass die Informationen an die Presse weitergegeben werden oder nicht.

Auch die Medien können nicht alles wissen

Jüngstes Beispiel ist hier die Vergewaltigung durch einen verurteilten Sexualstraftäter in Bochum. Die Polizei hatte den Vorfall erst publik gemacht, als die Medien kritisch nachgefragt haben. Oder in Dortmund, wo ein junger Mann in der Brückstraße brutal zusammengeschlagen wurde. Auch hier keine Pressemitteilung der Polizei.

Und auf die müssen wir uns als Medien verlassen. Denn es ist utopisch, dass wir jeden Tag alles mitkriegen, was in der Stadt passiert. Deshalb sind wir auch froh darüber, wenn wir Nachrichten unserer User bekommen, die uns Bescheid sagen, wenn etwas passiert ist. Allerdings kommt auch das längst nicht so häufig vor, wie es in den Kommentar-Spalten angedeutet wird.

Es ist also wichtig, das, was ihr beispielsweise bei Dortmund24 lesen könnt, von dem zu trennen, was ihr in der Realität erlebt. Durch unsere Nachrichten könnte der Eindruck entstehen, dass alles immer schlimmer wird. Die meisten Dortmunder führen aber ein sicheres Leben – Glücklicherweise!

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