Ärger bei den Bürgerdiensten: Letzte Woche hat es eine Festnahme in der KFZ-Zulassung der Bürgerdienste gegeben. Ein Mitarbeiter soll Autos zugelassen haben, die er nicht hätte zulassen dürfen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Dortmund – Es geht um rund 200 Fälle: Ein Mitarbeiter der KFZ-Zulassungsstelle soll Autos und Motorräder zugelassen haben, die er nicht hätte zulassen dürfen. Er habe Geld dafür bekommen. Es geht dabei um US-amerikanische Import-Autos und Harley Davidson-Motorräder. Denn diese zuzulassen, ist aufwändiger. Aufgedeckt wurde der Fall durch ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Heidelberg gegen einen Autohändler.

Stadt bestätigt Festnahme des Mannes

Die Stadt Dortmund bestätigt, dass der Mann bereits in der letzten Woche festgenommen wurde. Inzwischen sei er aber wieder auf freiem Fuß. Wie Oberbürgermeister Ullrich Sierau in einer Pressekonferenz am Dienstag (6. Dezember) bekannt gab, wusste die Stadt „schon länger davon“. Bei den Bürgerdiensten habe es schon vor den Ermittlungen Verdachtsmomente gegeben, sagt Sierau.

Die Frage, die alle gerade beschäftigt: Wie kann das sein? „Dieser Fall hat mich betrübt und regelrecht empört“, sagt Sierau. Es soll keine kriminelle Energie geben und eine schnelle Lösung wie die Kontrolle besser werden kann. Man fragt sich, ob man alles unternommen habe, so Sierau.

Oberbürgermeister Sierau betont auch, dass der Mann zwar Erlaubnisse gegen Geld ausgeteilt habe, aber auch die Menschen eine Mitschuld tragen, die das Geld gezahlt haben. „Der Markt ist scheinbar ja leider vorhanden.“

Mann habe keine Zukunft in der Stadtverwaltung

Der Mann hat sich einen finanziellen Vorteil gezogen. Momentan ist er krankgemeldet und wird auch in Zukunft keine Beschäftigung in der Stadtverwaltung mehr haben.

Dass ein solcher Korruptions-Fall in Dortmund eingetroffen sei, „macht uns alle sehr betroffen“, gesteht Sierau.

Die betroffenen Zulassungen werden nun geprüft, kündigt Rechtsdezernentin Diane Jägers an. Die Ermittlungen dauern an.

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