Sonntag, 23. September 2018

Das Kaiserstraßenviertel im Osten der Dortmunder Innenstadt bekommt Zuwachs: Bis Mai 2019 wird hier ein SOS-Kinderdorf gebaut. Die Einrichtungsleiterin hat uns erklärt, wie die genauen Pläne aussehen.

Beim Stichwort „SOS-Kinderdorf“ denken viele zuerst an eine Unterkunft für Waisenkinder. Dass hinter den Dörfern aber noch viel mehr steckt, zeigen die Pläne für das erste SOS-Kinderdorf im Ruhrgebiet. Das soll nämlich mitten im Dortmunder Kaiserstraßenviertel, genauer gesagt in der Kronprinzenstraße 89-93, gebaut werden. Zurzeit steht dort ein leerer Gebäudekomplex, das ehemalige Verwaltungsgebäude der Bau-Berufsgenossenschaft.

Ein Mix aus Kita, Wohnheim und Café

Dabei sollen im SOS-Kinderdorf gleich mehrere Projekte verwirklicht werden. Bis Mai 2019 ziehen eine Kindertagesstätte, eine Kinderdorffamilie, eine Klärungsgruppe und eine Begegnungsstätte ein. Gabriele Polle, die Einrichtungsleiterin, hat uns das zweiteilige Konzept näher erläutert: „Mit dem SOS-Kinderdorf wollen wir einerseits etwas für den jeweiligen Stadtteil tun. Dazu gehören zum Beispiel die Kita, das Begegnungszentrum und verschiedene Kursangebote.“

„Andererseits dient unser Engagement natürlich den Kindern. Sie sollen in gesunder und natürlicher Umgebung leben und aufwachsen können“, so Polle. In der Kinderdorffamilie und der Klärungsgruppe wohnen die Erzieher zusammen mit Kindern, die aufgrund schwieriger Familienverhältnisse nicht bei ihren Eltern wohnen können. Die Besonderheit des SOS-Kinderdorfs: „Wir verknüpfen die Angebote. Durch das Begegnungszentrum entsteht der Kontakt zum Stadtteil. Vielleicht haben Senioren ja Freude daran, den Kindern beim Spielen zuzusehen. Das SOS-Kinderdorf ist der richtige Ort dafür.“

In der Kronprinzenstraße wird im nächsten Jahr für das SOS Kinderdorf umgebaut. Das Schild steht schonmal. Foto: SOS Kinderdorf

Eine neue Kita für Dortmund

In der Kita wollen die Erzieher knapp 60 Kinder von 0 bis 6 Jahren bis zu 45 Stunden pro Woche betreuen. Die Leiterin setzt dabei vor allem auf Offenheit und Zusammenarbeit. „Wir wollen keinen festen Rahmen vorgeben, weder beim Tagesablauf der Kinder, noch bei der Organisation. Wir wollen die Chance nutzen, Eltern und Kinder zu beteiligen. Uns ist wichtig zu schauen, was jeder so mitbringt, und das zu verknüpfen.“

Etwa zeitgleich will das SOS-Kinderdorf Anfang nächsten Jahres das Begegnungszentrum mit Stadtteilcafé eröffnen. Dort finden Anwohner, Eltern und Kinder, aber auch Kurse und Gruppen einen Ort zum Austausch.  „Im Begegnungszentrum wollen wir unser offenes Konzept auf jeden Fall fortsetzen. Hier können Eltern zum Beispiel einen Kaffee trinken, wenn sie mittags ihre Kinder von der Kita abholen. Außerdem bietet das Zentrum Platz für Gruppen, die Räumlichkeiten für Kurse suchen. Natürlich sollten die Angebote zum Kinderdorf passen.“, erzählt Gabriele Polle.

Dortmund punktet mit Offenheit

Bei der Planung für ein neues SOS-Kinderdorf sei die Wahl relativ schnell auf das Ruhrgebiet gefallen. Der Fokus lag dabei vor allem auf dem Bedarf. „Man will ja auch irgendwo hingehen, wo es Sinn macht. Wir haben dann geschaut, wo Bedarf steht, also wie zum Beispiel die Kinder- und Arbeitslosenzahlen aussehen.“, so die Leiterin.

Laut Gabriele Polle hat sich die Stadt Dortmund direkt sehr offen gezeigt. „Im Laufe der Gespräche hat sich recht schnell gezeigt, dass das SOS-Kinderdorf eine gute Ergänzung zu den anderen Angeboten in Dortmund ist. Wir wollen ja nichts anbieten, was es eigentlich schon gibt. Von daher hat das gut gepasst.“

Engagement im SOS-Kinderdorf

Ehrenamtliches Engagement spielt im SOS-Kinderdorf eine große Rolle. Wer sich engagieren will, kann sich zum Beispiel beim offenen Treff einbringen. „Für Ideen sind wir immer offen. Wenn jemand etwas Besonderes kann, besteht in der Regel auch die Möglichkeit, einen Kurs anzubieten. Das Ganze gibt es aber frühestens ab Mai nächstes Jahr.“ In den nächsten Monaten heißt es nämlich erstmal „Umbau“. Wir sind gespannt!

Wer sich für einen Kita-Platz interessiert, kann sich per Mail an Nicole Gabriel (nicole.gabriel@sos-kinderdorf.de) wenden. Anfragen für die Räumlichkeiten des Begegnungszentrums gehen direkt an Gabriele Polle (kd-dortmund.kinderdorfzentrum@sos-kinderdorf.de).

Mehr Infos gibt es hier.

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