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Tom* (49) kommt aus dem Ruhrgebiet, arbeitet auf höherer Ebene in der Automobilindustrie und ist das, was man in Fachkreisen als „Sugardaddy“ bezeichnet. Kurz: Tom steht auf deutlich jüngere Frauen. Dortmund24 hat mit ihm darüber gesprochen.

Dortmund24: Tom, du stehst mit beiden Beinen im Leben und verdienst gut – wie bist du zum „Sugardaddy“ geworden?

Tom: Aufgrund meines Berufs in der Automobilindustrie habe ich wenig Zeit, Frauen kennenzulernen. Zudem suche ich Frauen, die jünger sind, weil ich selbst jünger aussehe, als ich bin. Deshalb habe ich Probleme mit Frauen, die Ende 40 sind, so wie ich. Die sagen dann, dass ich zu jung für sie aussehe. Die sagen, dass mein Lebensstil nicht zu ihnen passt. Ich höre oft ganz andere Musik als gleichaltrige Frauen, besuche in ganz Deutschland Festivals. Auf herkömmlichen Datingportalen finde ich leider keine Frauen, die auf ältere Männer stehen. Und so bin ich auf mysugardaddy.eu gekommen und habe dort eine Anzeige geschaltet.

Und, mit welchem Erfolg?

Ich bin erst seit vier Wochen dabei, und das relativ erfolgreich. Ich hatte bereits vier Dates und schreibe aktuell parallel mit sieben Frauen.

Wie war das erste Treffen mit einem „Sugarbabe“?

Ganz tiefenentspannt, ganz in Ordnung. Aber das läuft nicht immer so. Ich habe auch schon schlechte Erfahrungen mit dem Portal gemacht. Denn es wird leider von vielen Damen als Escort-Service benutzt. Aber ich lege Wert auf eine lange Beziehung. Die kann man dort auch finden.

Mal ehrlich: Sind die Damen nicht eher alle auf deine Kohle aus?

Bei 80 Prozent der Frauen ist das schon der Fall. Etwa 20 Prozent stehen aber tatsächlich auf ältere Männer. Da ist das Geld nebensächlich. Da zählt eher, dass man mit beiden Beinen im Leben steht.

Wie sieht ein typisches Date aus?

Ganz oldschool. Man geht essen, oder über den Weihnachtsmarkt. Man muss der Dame auch nichts bezahlen. Aber logischerweise gibt man das Essen schon aus. Es gibt in der Regel keine Forderungen. Das mache ich auch in meinem Flirttext in meinem Profil bei suggardaddy.eu klar, dass ich keinen One night stand oder sowas haben möchte. Sonst könnte ich auch in die Düsseldorfer Altstadt fahren, da würde ich auch sowas finden, ohne für ein Datingportal zu bezahlen.

Aber Sex spielt doch auch eine Rolle – oder nicht?

Ich hatte mit keiner der Damen, die ich gedatet habe, bisher Sex. Aber ich spreche mit den Frauen und frage sie, wie es aussieht, wenn sie mit anderen Männern schreiben. Die Frage nach dem Sex wird da relativ häufig gestellt. Die Treffen sich dann einmal die Woche, und gehen ins Bett.

Wer ist eigentlich deine Zielgruppe?

Ich habe kein Problem mit Frauen mit Kindern, das ist alles in Ordnung. Meine Zielgruppe bewegt sich im Alter ab circa 23 bis Mitte 30.

Und was für Mädels melden sich dann bei dir?

Es sind viele Alleinerziehende, viele Studentinnen, aber auch viele in der Notlage. Aber bei MySugardaddy habe ich noch keine Frau gefunden, die irgendwo im Management arbeitet. Ich mache aber auch von Anfang an klar, dass ich mich finanziell nicht ausnutzen lasse.

Aber dein Geld fließt doch trotzdem, oder? Was zahlst du da so?

Das ist ganz normaler Standard, man geht zum Beispiel beim Italiener essen. Das kostet dann so um die 50 Euro. Andere Geschenke gibt es von mir aber erstmal keine.

Du bist mit sieben Frauen „im Gespräch“ – könntest du auch mehrere gleichzeitig haben?

Wer Lust hat…

Was erzählst du deinen Freunden, wenn du mit einer jungen Lady ausgehst?

Das erzähle ich nicht. Das hat auch mit Scham zu tun. Es würde dann sowas zurück kommen wie ‚Musst du das wirklich tun?‘. Aber für mich ist es einfach bequemer. Ich komme abends spät von einem Meeting und bin morgens schon wieder früh unterwegs.

Was hattest du bisher eigentlich für Beziehungen?

Nur längere Beziehungen mit jüngeren Frauen. Ich war auch schon verheiratet, 13 Jahre lang. Meine Beziehungen dauern in der Regel ein bis zwei Jahre. Wir machen dann auch schöne Urlaube. Einmal ging es auf die Malediven. Ich habe übrigens auch zwei Kinder im Alter von 28 und 24 Jahren und bin auch schon Opa.

Und was sagen deine Söhne dazu, dass du ein Sugardaddy bist?

Sie sagen, dass sie das genauso tun würden, wenn sie beruflich so weit wären wie ich.

*Name von der Redaktion geändert

Info: Das in Dortmund gegründete Portal mysugardaddy.eu vermittelt Männer wie Tom an jüngere Frauen. Mit mittlerweile über 300.000 Mitgliedern bildet das Portal laut eigenen Angaben die „europaweit größte Community für Sugardaddys und Sugarbabes.“ Die Anmeldung auf dem Portal ist zunächst gratis, es gibt aber die Möglichkeit zu einer kostenpflichtigen Premium-Mitgliedschaft. Das Unternehmen hinter dem Portal – die SDC Ventures GmbH – hat seinen Sitz am Westfalendamm und wurde im Jahr 2010 gegründet.