Die Bezirksregierung Arnsberg bietet zwei Flüchtlingen die Chance im Risswerk-Archiv zu arbeiten. So hilft sie den Geflüchteten bei der Integration.

Dortmund –  „Die Integration der zu uns Geflüchteten gelingt nur dann, wenn wir die Menschen so früh wie möglich in Arbeit bringen“, sagt Regierungspräsidentin Diana Ewert – und so schafft die Behörde erste Tatsachen im eigenen Haus: Seit Mitte April arbeiten zwei syrische Geflüchtete im Risswerk-Archiv der Bergbauabteilung. Die dort
gelagerten Kartenbestände der Bezirksregierung Arnsberg müssen digitalisiert
und für die Zukunft gesichert werden.

„Unsere zwei neuen Mitarbeiter werden regulär nach dem Tarifvertrag der Länder eingestellt. Ihre Arbeit ist sozialversicherungspflichtig und bietet ihnen damit eine Grundvoraussetzung für ihre spätere berufliche Laufbahn“, so Diana Ewert.

Chance für Integration

Man Habib ist Happy am Arbeitsplatz. Foto: Murat Akin/Dortmund24

Einer der zwei Flüchtlinge ist der 23-jährige Man Habib aus Damaskus. Ihm bietet die Bezirksregierung Arnsberg damit größtmögliche Chancen für eine gelungene Integration in Deutschland. Im Sommer 2015 vor den Kriegswirren geflohen, wollte Habib in Deutschland studieren. Doch sein syrisches Abitur wird in Deutschland nicht als Hochschulreife anerkannt.

„Ich habe eine Lehre zum pharmazeutisch-technischen Assistenten gemacht, konnte aber wegen des Krieges nicht mehr in Syrien bleiben. Dann bin ich in den Libanon geflohen und habe da ein Jahr gearbeitet. Danach ging es in die Türkei. Dort habe ich auch anderthalb Jahre als Bau-Konstrukteur und Bau-Zeichner gearbeitet und von da bin ich nach Deutschland gekommen“, erklärt Man Habib in überraschend gutem Deutsch. Nun möchte er gerne ein deutsches Abitur an der Abendschule nachholen und im Anschluss studieren.

Antwort auf den Fachkräftemangel

Zweifel daran, dass Habib den hohen Anforderungen des deutschen Arbeitsmarktes nicht gerecht werden könnte, hat Burkhard Römmelt nicht: „Binnen eines Jahres hat er sehr gut Deutsch gelernt. Der junge Mann ist sehr intelligent und die passende Antwort auf den Fachkräftemangel in der deutschen Wirtschaft.“ Römmelt ist Mitarbeiter der Bezirksregierung Arnsberg und verantwortlich für die Vermittlung zwischen den Geflüchteten und der Behörde.

Khaled Ghatass (rechts) und Man Habib (links) bei der Arbeit. Foto: Murat Akin/Dortmund24

Eine gute Integration ermöglicht die Anstellung bei der Bezirksregierung Arnsberg aber auch dem 1975 ebenfalls in Damaskus geborenen Khaled Ghatass. Der Familienvater arbeitete über viele Jahre hinweg als Lehrer für Arabisch und Religion bevor auch er nach Deutschland floh. „Ich bin am 27. August 2015 nach Deutschland gekommen. Seit einem Jahr und drei Monaten lebe ich in Lippetal zusammen mit Habib. Die deutsche Sprache habe ich dann sehr schnell bis zur B2-Stufe gelernt. Um nicht dauerhaft auf staatliche Subventionen angewiesen zu sein, möchte ich wieder einer geregelten Arbeit nachgehen und selbst für die Versorgung seiner Familie sorgen“, sagt Ghatass. Seine Frau und beide Kinder konnten inzwischen auch nach Deutschland kommen. Die Kinder gehen in die Grundschule.

Die Gesellschaft ist im Gesamten gefordert

Dass die Bezirksregierung Arnsberg nun diesen beiden Geflüchteten eine Chance bietet, sieht Regierungspräsidentin Diana Ewert jedoch nur als ersten Schritt: „Als Bezirksregierung setzen wir Impulse und helfen, wo immer wir helfen können. Klar ist jedoch, dass die Gesellschaft im Gesamten gefordert ist: Wirtschaft, Behörden und Politik müssen sich stärker verzahnen, um den Menschen eine noch wesentlich bessere Teilhabe am Leben in Deutschland zu ermöglichen.“

Khaled Ghatass (rechts) und Man Habib (links) bei der Arbeit. Foto: Murat Akin/Dortmund24

Beide wohnen momentan noch in Lippetal. Ghatass hat schon eine Wohnung in Dortmund gefunden und zieht in den nächsten Tagen um. Habib ist noch auf Wohnungssuche. „Von Lippetal bis nach Dortmund dauert es fast zwei Stunden. Wir fahren zwei Stunden hin und zwei Stunden zurück“, sagt er und hofft bald in Dortmund wohnen zu können.

Der Flachbrettscanner digitalisiert die Karte. Foto: Murat Akin/Dortmund24